Anne, Austra, z'Acatto und Cazio sind auf der Flucht vor ihren lebenden und untoten Häschern, die Anne selbst unbedingt ziemlich tot sehen wollen.
Neil ist auf der Suche nach Ihnen, um sie heim nach Eslen zu bringen.
Aspar, Winna und Stephen sind auf der Suche nach dem Dornenkönig, der von der Kirche als der Hauptübeltäter ausgemacht wurde.
Murielle gerät in großer Bedrängnis, denn Robert und Hespero schmieden dunkle Pläne und wollen die Macht sowie den Thron an sich reissen.
Keyes erweist sich als großer Erzähler.
Kam es im ersten Buch "Dornenkönig" mitunter zu kleinen Hängern, so sind sie in dieser Fortsetzung gänzlich verschwunden. Mit ungeheurem Tempo steuert er seine Helden und die unvermeidlichen Bösewichter durch die Geschichte und beendet fast jedes Kapitel mit einem Cliffhanger, das man förmlich gezwungen wird weiterzulesen.
Mit großer Fabulierfreude beschreibt er Monsterwesen, die den Menschen an den Kragen wollen und scheut auch bei Kämpfen und Opferritualen nicht mit der Beschreibung der Folgen dieser Ereignisse. :-)
Negativ am Roman selber fällt mir nur dieses Mittelmeerflair auf, was in den Kapiteln mit Anne und ihren Freunden geschildert wird. Es passt noch immer nicht richtig zur sonstigen Romanumgebung. Vielleicht war der Autor mal in Italien oder Spanien und fand es dort wunderbar. Keine Ahnung!
Auch die Bezeichnung einiger Städte, Personen oder Ereignisse erweist sich für normale Stimmbänder als arg schwierig.
Beispiel gefällig ? "Khrwbh Khrwkh" Soll eine alte Sprache sein, super, liest sich wie ein Schluckauf.
Zum Abschluss etwas zur Covergestaltung!
Im meiner Rezension zum ersten Buch habe ich es schon bemängelt und muss es jetzt wieder tun. Es reicht nicht, das ein Cover bunt ist, es sollte auch ansprechen. Wenn Personen darauf abgebildet sind, sollten die auch irgendwie etwas mit der Handlung zu tun haben. Die Maid mit dem Säbel im Vordergrund, wer soll das sein? Anne?! Die hat aber rote Haare und fuchtelt in der Geschichte mit keiner Hieb- und Stichwaffe rum. Sie hat dafür andere Mittel in sich entdeckt.
Und dieser John Hurt-Verschnitt im Hintergrund mit der Perücke!
Liebe Leute bei Blanvalet, was soll das?!
Nehmt Euch ein Beispiel an Heyne. Z.B. die Cover der Bücher von Michael Cobley, James Barclay oder die neue Stackpole-Reihe.
DA ist man gespannt auf den Inhalt!
Ausserdem erweist sich der Romantitel als irreführend. Muriel ist keine Königin mehr und Anne muss erst mal eine werden.
Eventuell hätte man doch den englichen Titel "The Charnel Prince" eindeutschen sollen.
So, genug gemeckert
Trotz der negativen Punkte ist der zweite Teil der "verlorenen Reiche" ein toller Roman geworden, den man mit ruhigem Gewissen jedem Fantasy-Fan empfehlen kann. Der Roman selber hätte durchaus 5 Sterne bekommen, wegen den Kritikpunkten bezüglich des Covers und des Titels gibt es nur 4.