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Die Rückkehr der Geschichte: Die Welt nach dem 11. September und die Erneuerung des Westens: Die Welt nach dem 11. September 2001und die Erneuerung des Westens
 
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Die Rückkehr der Geschichte: Die Welt nach dem 11. September und die Erneuerung des Westens: Die Welt nach dem 11. September 2001und die Erneuerung des Westens [Taschenbuch]

Joschka Fischer
2.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (14 Kundenrezensionen)
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Joschka Fischer
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Aus der Amazon.de-Redaktion

“Das Ende der Geschichte” proklamierte Francis Fukuyama 1992. Der Politikwissenschaftler geht davon aus, dass sich nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion die liberale Demokratie weltweit durchsetzen werde. Damit seien alle Widersprüche endgültig überwunden und die Geschichte zu Ende. Im Gegensatz dazu betitelt Joschka Fischer sein Buch mit „Die Rückkehr der Geschichte“. Denn allerspätestens seit der Terror-Attacke des 11. September 2001 ist nach seiner Auffassung klar, dass das Weltgeschehen dauerhaft aktiv gestaltet werden muss -- und zwar primär durch die Politik, nicht durch die Wirtschaft.

Detailliert thematisiert Fischer sowohl die aktuelle als auch mögliche künftige Rolle der einzigen Supermacht USA. Dabei sucht der Grünen-Politiker die Kontroverse zu konservativen Theoretikern wie Robert Kagan. Letztendlich seien USA und Europa aufeinander angewiesen und verfolgten wie in Nahost ohnehin gemeinsame Interessen. Der Außenminister geht zudem davon aus, dass China am ehesten zu den USA aufschließen können wird. Allerdings spricht auch Fischer nicht an, dass China aufgrund seiner Ein-Kind-Politik im Ergebnis ähnlich wie Europa vor einem dramatischen Überalterungsproblem steht.

Weiter wirbt Fischer für die EU-Verfassung, eine erweiterte Union, eine EU-Perspektive der Türkei sowie eine strategische Partnerschaft mit Russland. Und der Außenminister warnt vor dem Islamismus, den er wie Kommunismus und Faschismus als totalitäre Gefahr brandmarkt. Globalisierung sieht der deutsche Vizekanzler als „objektive Notwendigkeit“ und definiert sie als „alternativlose Durchsetzung des westlichen Wirtschafts- und Konsummodells“.

Amerikanisch-kühn bringt es Joschka Fischer sicher nicht auf den Punkt. Vielmehr prägt das Buch des Außenministers klassisch-deutsche Gründlichkeit. Vom alten Griechenland bis zur New Economy schweifen die weltumspannenden Gedanken des Grünen-Politikers. Den Status quo klopft Fischer wiederholt gründlich ab. Doch daraus entwickelte Szenarien bleiben oft vage. So fordert der Außenminister, dass die Vereinten Nationen reformiert werden müssen, um dem Frieden besser zu dienen. Viel konkreter wird seine Vision einer neuen Weltordnung jedoch nicht. Auf alle Fälle gerät Die Rückkehr der Geschichte aufgrund der vorgezogenen Bundestagswahlen zu einer Art Vermächtnis. Andererseits: Schnell geschlagen gab sich Joschka Fischer noch nie. --Herwig Slezak -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .

Kurzbeschreibung

Wie wird die globale Ordnung im 21. Jahrhundert aussehen? Zum ersten Mal in der Geschichte werden die internationalen Beziehungen von einer einzigen Weltmacht dominiert. Die islamistische Bedrohung, die wirtschaftliche Globalisierung, demographische Entwicklungen und der weltweit enorm steigende Energieverbrauch führen zu völlig neuen Herausforderungen des Staatensystems. Joschka Fischer fragt nach den Risiken und Chancen für friedliche Kooperation und Gerechtigkeit in den internationalen Beziehungen. Sein beeindruckendes Werk ist ein Plädoyer für die Erneuerung des Westens und eine Reform der Vereinten Nationen.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Die Abwesenheit der Struktur 24. September 2007
Von F. Bley
Format:Taschenbuch
Welche Erkenntnisse bleiben, wenn man sich der Lektüre von "Die Rückkehr der Geschichte" gewidmet hat?
1. Der Autor ist sehr belesen.
2. Der Autor war nicht in der Lage, seine Gedanken zu strukturieren.

Die behandelten Themen sind ohne Frage sehr interessant. Herr Fischer liefert einen überwiegend objektiv gehaltenen Überblick über das transatlantische Verhältnis zwischen Europa und den USA in Vergangenheit, Gegenwart und naher Zukunft sowie über aktuelle globale Machtverschiebungen.

Leider erweckt das Werk jedoch den Eindruck, als sei es eine Rohfassung von Gedankensammlungen, die erst in einer weiteren Fassung tatsächlich in eine klar erkennbare Struktur gebracht werden sollen. Sowohl in der Kapitelanordnung als auch innerhalb einzelner Absätze lassen sich nur selten konsistente nachvollziehbare Gedankengänge erkennen, die zu einer Aussage führen. Das ist sehr schade, denn die behandelten Aspekte wirken durchaus umfassend.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
34 von 43 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Wie Joschka die Welt sieht 20. September 2005
Format:Gebundene Ausgabe
Nach siebenjähriger Amtszeit hat sich der erste grüne Außenminister dazu entschlossen, uns seine Sicht der Weltlage in Buchform zu präsentieren. Das Ergebnis wirkt wie eine durch lange erzählerische Einschübe erweiterte und mit Fußnoten versehene Zusammenfassung der politischen Grundsatzreden Fischers. Immerhin ist es - obwohl weitschweifig und voller Wiederholungen - flüssig geschrieben.

Systematisches Denken und geistige Disziplin sind Joschkas Sache jedoch nicht. Ohne erkennbare Gliederung streifen seine Ausführungen eine Vielzahl aktueller Themen, vom 11. September bis zur Globalisierung, vom islamischen Fundamentalismus bis zur europäischen Einigung. Die Reihenfolge der Kapitel erweist sich dabei als beliebig. Das zweite könnte ebenso gut anstelle des fünften oder das dritte anstelle des sechsten stehen.

Auch innerhalb der Kapitel findet sich keine klare Gedankenführung. Ein beliebiges Beispiel mag das verdeutlichen: Auf Seite 86 wird zunächst der anarchische Charakter der internationalen Politik skizziert, dann zum atomaren Gleichgewicht des Schreckens übergeleitet, dann zum alten Rom und seinen drei punischen Kriegen gesprungen, dann wieder zu Rußland und den USA zurückgesprungen, dann ein kurzer Abschnitt über die Aufklärung, den amerikanischen Unabhängigkeitskrieg und die Französische Revolution eingeschoben, dann einige Bemerkungen über Peter den Großen und die Nordischen Kriege angeschlossen, dann ein Absatz über das Dritte Reich und den Zweiten Weltkrieg hinzugefügt, dann zurück ins 19. Jh. zu Custine und Tocqueville gesprungen und schließlich auf Seite 92 die Oktoberrevolution gewürdigt. Wie diese sechs Seiten liest sich der größte Teil der Abhandlung.

Wer bei der Lektüre nicht verzweifeln will, muß sich entschließen, selbst Ordnung zu schaffen. Auf diese Weise lassen sich vier Grundannahmen aus dem geistigen Dickicht herauspräparieren:

1. Mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion erfolgte der endgültige Sieg des demokratischen Kapitalismus, der seitdem von keiner politischen Alternative mehr ernsthaft herausgefordert werden kann (S. 43), am wenigsten vom islamischen Fundamentalismus, der nur eine rückwärtsgewandte und zum Scheitern verurteilte Spielart des Totalitarismus darstellt.

2. Die stärkste materielle Antriebskraft unserer Zeit ist die Globalisierung. Sie wirkt aus sich heraus völkerverbindend und friedensstiftend. Kriege werden in naher Zukunft undenkbar werden, weil alle Beteiligten daran nur verlieren könnten (S. 147).

3. Die stärkste geistige Antriebskraft unserer Zeit ist die Aufklärung mit ihren Idealen von Toleranz, Menschenrechten und Demokratie. Diese Ideale haben ihren Niederschlag in der politischen Kultur Amerikas und - noch eindrucksvoller - in der Neuordnung Europas nach dem Zweiten Weltkrieg gefunden.

4. Europa ist mit seinem Einigungsprozeß in ein "postmodernes" Stadium der Geschichte eingetreten. Es hat Machtpolitik durch Kooperation ersetzt und wurde damit zum Vorbild für die ganze Welt. Die Verbreitung des Evangeliums der demokratischen Kooperation wird zur politischen "Transformation" der ganzen Erde und zur Lösung aller internationalen Probleme führen (S. 59, 163, 196).

Nun sind diese Vorstellungen alles andere als neu. Selbst Fischers Messianismus unterscheidet sich von der Position der amerikanischen Neokonservativen nur durch den Verzicht auf Gewaltanwendung. Auf solcher Grundlage eine ganze Abhandlung zu publizieren, würde sich lediglich rechtfertigen, wenn Fischer diese Ideen entweder besser begründete als seine Vorgänger oder bemerkenswerte Schlußfolgerungen aus ihnen zöge. Weder das eine noch das andere ist jedoch der Fall.

Eine wirkliche Begründung seiner politischen Prinzipien gelingt Fischer an keiner Stelle, ja selbst seine Bemühungen, sie gegen Kritik zu verteidigen, sind enttäuschend. In dem Essay "Macht und Ohnmacht" hatte Robert Kagan die Europäer kürzlich der Selbsttäuschung bezichtigt. Nur weil Amerika die Verteidigung Europas garantiere, könne dieses sich den Luxus einer "postmodernen" Existenzform jenseits der Machtpolitik erlauben.
Fischers Antwort: Kagan irrt, denn er übersieht, wie tief die Europäer durch die Erfahrung der beiden Weltkriege geprägt wurden.
Fischer hat Kagan aber gar nicht verstanden. Dessen Argument lautet im Kern nämlich, kein historischer Lernprozeß könne praktische Auswirkungen haben, solange sich die Struktur des internationalen Systems nicht ändere. Daß Kriege Leid und Elend bewirken, wußte Herodot schon vor 2400 Jahren. Die europäische Weltkriegsgeneration ist Kagan zufolge nicht die erste, die aus der Geschichte gelernt hat, wohl aber die erste, die dank amerikanischen Schutzes diese Lektion politisch UMSETZEN konnte.
Hier wie an anderen Stellen seines Buches offenbart Fischer eine erstaunliche Unfähigkeit, sich in gegnerische Standpunkte hineinzudenken.

Große konzeptionelle Schwierigkeiten bereitet dem Minister auch die Aussicht auf eine Rückkehr der weltweiten Machtpolitik durch den Aufstieg Chinas. Sein Traum von der friedensstiftenden Wirkung der Globalisierung droht daran ebenso zerbrechen, wie die Globalisierung des 19. Jh. am Ersten Weltkrieg. Händeringend mahnt Fischer vor der Irrationalität einer solchen Entwicklung, nur um am Ende hilflos einräumen zu müssen, daß sie dennoch Realität werden könnte.

Der außenpolitische Fahrplan Fischers läßt sich schnell zusammenfassen: Amerika muß von seinem unilateralen Kurs abgebracht, die transatlantische Zusammenarbeit gestärkt und Modernisierung, Demokratisierung und Kooperation auf der ganzen Welt gefördert werden. Als wirkliche Strategie kann man dieses Bündel wohlmeinender Ratschläge wohl kaum bezeichnen. Eher handelt es sich um eine phantasielose Auswahl aus den jahrzehntealten Gemeinplätzen bundesrepublikanischer Fernsehdebatten.

Frappierend ist im übrigen Fischers Eurozentrismus. Europa und Amerika dominieren das Weltbild des Ministers wie jenes der Imperialisten des 19. Jh. Weder China, noch Indien, noch Japan spielen in seinen Überlegungen mehr als eine Nebenrolle, und die islamische Welt kommt lediglich als Objekt westlicher Politik in Betracht. Fischers Buch erschöpft sich in einer westlichen Bauchnabelbeschau.

Der geographischen Beschränktheit der Abhandlung entspricht die zeitliche. Obwohl sie vor historischen Anspielungen strotzt, ist ihre geistige Perspektive unhistorisch. Das geschichtliche Beiwerk dient Fischer lediglich als Zierat. Es ist Staffage aus zweiter Hand, fast immer übernommen von anderen Autoren, und wo er sich nicht auf fremde Autorität stützt, unterlaufen dem grünen Vordenker zuweilen peinliche Fehler. So heißt es auf S. 125, der Machtzuwachs der USA habe niemals zu einem "wirklichen Imperium mittels direkter Herrschaftsausübung geführt." Von der amerikanischen Kolonialherrschaft auf den Philippinen scheint der deutsche Außenminister nie gehört zu haben.

Verwunderung weckt auch der Buchtitel. Warum suggeriert Fischer einen Widerspruch zu Fukuyamas Wendung vom "Ende der Geschichte", wenn er dessen Diagnose über den endgültigen Sieg der demokratisch-kapitalistischen Gesellschaftsordnung ausdrücklich teilt? Fischer muß entweder sich selbst oder Fukuyama mißverstanden haben.

Alles in allem hätte der Außenminister seinen Lesern einen großen Gefallen erwiesen, wenn er statt 250 konfuser Seiten einen durchdachten Artikel von 40 Seiten geschrieben hätte. Zwar wäre die Veröffentlichung in Buchform dann ausgeschlossen gewesen, doch ist ein größerer Umfang angesichts der geistigen Substanz der Arbeit kaum zu rechtfertigen.
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9 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Zitatesammlung- mehr nicht 5. September 2006
Format:Taschenbuch
Sinnigerweise beginnt das Literaturverzeichnis in Fischers Buch mit "A Dictionary of Political Quotations". Damit ist dann eigentlich auch schon alles über "Die Rückkehr der Geschichte" gesagt. Joschka Fischer weist nach, dass er viele Bücher gelesen hat oder Leute kennt, die diese gelesen haben. Darüber hinaus ist dem Buch nicht viel zu entnehmen. Wie einige Rezensenten überregionaler Zeitungen auf die Idee kamen, es handele sich hier um ein wegweisendes Werk, wird ihr Geheimnis bleiben. Wer allerdings selbst mal ein Buch über Internationale Politik schreiben will, der wird die Zitatesammlung und die Auflistung vorhandener -gehaltvoller- Literatur zu schätzen wissen.
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Viel politische Theorie
Das Buch knüpft an den ersten Teil der Fischer'schen Chronik seiner Amtzeit als Bundesaußenminister an. Lesen Sie weiter...
Vor 6 Tagen von coachcarter veröffentlicht
Schade um einen Baum im Regenwald
Das Papier für dieses Buch hätte man besser für substantielle Inhalte verwendet. Ich habe das Buch durchaus mit Interesse begonnen und einer Bereitschaft, mich auf... Lesen Sie weiter...
Am 9. März 2006 veröffentlicht
Enges Weltbild
Schade das Herr Fischer zu seiner großen Turnschuhtragenden Zeit diese Bücher nicht geschrieben hat. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 29. November 2005 von """""""""""K"""""""""""
Wortreich und gedankenarm
Der Autor ist zweifellos belesen. Er ist auch in der Lage den Leser von seiner Belesenheit zu überzeugen.

Gedanklich stringent ein Thema abzuhandeln ist seine Sache nicht. Lesen Sie weiter...

Veröffentlicht am 5. Oktober 2005 von Dietrich Marquardt
substanzlos
Nichts gegen Politiker die Bücher schreiben. Aber außer Selbstdarstellung sollten sie doch einen gewissen Wert für den Leser haben. Lesen Sie weiter...
Am 12. September 2005 veröffentlicht
Eine Frage der Erwartungshaltung...
Es liegt wohl an mir und war vielleicht naiv, aber ich hatte mir anderes erwartet.

Es ist schade, dass sich das Buch nicht davon zu lösen vermag, dass der Autor selbst... Lesen Sie weiter...

Am 2. September 2005 veröffentlicht
Ein Witz!!!
Ich habe mir die Mühe gemacht, das Machwerk dieser Unperson zu lesen. Es ist schon unverschämt, mit welcher Dreistigkeit sich dieser Schulabbrecher und... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 24. August 2005 von Jürgen Fach
Bemerkenswerter Eklektizismus
Sicher - liest man das Literaturverzeichnis zu Fischers Buch, ist man angetan. Es findet sich darin wohl jedes wesentliche politikwissenschaftliche Werk der letzten Jahrzehnte. Lesen Sie weiter...
Am 19. August 2005 veröffentlicht
Tiefgründig
Der Grünen-Politiker Joschka Fischer hat ein sehr gehaltvolles und interessantes Buch geschrieben, welches detailliert in wichtige Probleme der globalisierten Welt... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 2. Juli 2005 von Bernhard Nowak
"Diplomatensprech" ohne Substanz
Ein Buch wie die Interviewhäppchen, die der Noch-Außenminister geneigten Journalisten gerne serviert: inhaltsarmes Diplomatensprech (EU muß reformiert werden; UNO... Lesen Sie weiter...
Am 23. Juni 2005 veröffentlicht
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