'...hilfst du mir dabei?' fragt der kleine Philippe am Ende von 'Die Fliege' aus dem Jahre 1958 nachdem er vom tragischen Ende seines Vaters gehört hat seinen Onkel Francois, gespielt von Vincent Price. Der gute Vincent lächelt, nickt und nimmt seinen Neffen am Arm und geht mit ihn in den Zoo und nachher wahrscheinlich ein Eis essen.
Nun begegnen wir dem kleinen Philippe in 'Die Rückkehr der Fliege' aus dem Jahre 1959, es sind also 15 Jahre vergangen, wieder. Viel hat sich getan in dieser Zeit. Aus dem kleinen Buben ist ein von Wissensdurst getriebener Jüngling gespielt von Brett Halsey geworden und von der Originalbesetzung ist nur mehr Vincent Price übrig geblieben . Philippe erläutert seinem Onkel, das er um jeden Preis die Experimente seines Vaters mit dem Materie Transmitters fortführen möchte und entgegen besseren Wissens beschließt Francois letztendlich ihn zu finanzieren und zu helfen allerdings in erster Linie um ' ihn vor den tödlichen Konsequenzen, die der Bau einer solchen Maschine mit sich bringen kann zu beschützen' (haha wenn das nur so einfach wäre!). Und Hilfe kann Philippe wirklich gut brauchen denn als ob die Erfindung seines Vater, wie wir alle wissen, nicht schon gefährlich genug wäre hat er sich in David Frankham als Alan Hinds einen Partner genommen, der nicht nur ein gesuchter Mörder ist sondern auch gerne die Forschungsergebnisse mit Hilfe des ortsansässigen stereotypen Schmuggelboss um gutes Geld verkaufen will. Dabei geht er klarerweise über Leichen und findet auch gleich (findiges, gemeines Kerlchen wie er nun mal ist) lustig bösartige Möglichkeiten sich seiner Gegner zu entledigen; so endet ein Polizist als Leiche mit Meerschweinchenpfoten und Philippe selbst findet sich, genau wie sein Vater, als Fliege mit Menschenkopf und als Mensch mit Fliegenschädel und Fliegenklaue wieder. Wie der Zufall eben so spielt.
Die Rückkehr der Fliege ist ein nettes kleines Werk das allerdings im direkten Vergleich zum Originalfilm mächtig abstinkt. War die Fliege einer der ungewöhnlichsten und genialsten Horrorfilme aller Zeiten ist der Nachfolgefilm ein eher typisches 50Jahre Drive in Movie mit stellenweise ziemlich dümmlicher Story, für das heutige Publikum kaum mehr erschreckende Schockmomente, einigen charmant verstaubten Spezialeffekten und einem witzigen Monster das rachesuchend um die Häuser zieht.
Zwar ist die 'Rückkehr der Fliege' wahrlich kein Meilestein der Filmgeschichte aber dennoch irrsinnig unterhaltender und liebenswerter schwarz weiß Horror mit der Botschaft an alle Wissenschaftler doch bitte nicht Gott spielen zu wollen.
Für Genrefans und Horrorfreaks sicherlich absolut sehenswert ! Normalsterblichen rate ich eher zum Original 'Die Fliege'; denn der ist phänomenal.