Leider bezieht sich die bislang einzige Kundenrezension auf die "alte" Auflage von 1986. Inzwischen ist die Neuauflage erschienen (Dezember 2005), deren Titelseite auch abgebildet ist. Das Werk wurde konzeptionell völlig überarbeitet. Geblieben ist der überaus reichhaltige und detaillierte, ursprünglich zweite Teil: ein Führer zu den archäologischen Fundstätten "von Aalen bis Zwiefalten". Hinzu gekommen sind ein längerer Exkurs über den Limes sowie mehrere Tourenvorschläge "auf den Spuren der Römer". Das Buch ist nun wieder auf aktuellem Stand und obendrein aufwändig und ansprechend gestaltet.
Leider hat der Zeitdruck, es noch rechtzeitig zu den beiden Landesausstellungen ("Imperium Romanum") in Stuttgart und Karlsruhe vorzulegen, dazu geführt, dass erhebliche Teile "mit der heißen Nadel genäht" und infolgedessen sprachlich wie sachlich fehlerhaft sind. Insgesamt enthält das Buch - dem wissenschaftlichen Anspruch, mit dem es auftritt, zum Hohn! - über 600 zum Teil schwerste Fehler. Den Wegbeschreibungen folgt man besser gar nicht erst, da die Autoren sie offenbar nur nach Karte verfasst und diese gelegentlich auch noch falsch herum gehalten haben (Autofahrer fährt von Nord nach Süd, dann ist Osten links, nicht rechts). Selbst die vier ungewollten Apple-Symbole auf S. 358 sind dem Lektorat nicht aufgefallen. Der Verlag bemerkte dazu nur mit gewisser Selbstironie, es sei "frei nach Augustus" eben nicht alles gut, wenn es nur schnell genug sei.
Die Bewertungen "Lohnt einen Umweg" und "Ist einen Tagesausflug wert" kann ich nicht immer teilen. Vermisst habe ich auch eine Übersichtskarte über die Fundstellen in Baden-Württemberg.