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Die Räuberbande.
 
 
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Die Räuberbande. [Broschiert]

Leonhard Frank
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Produktinformation

  • Broschiert: 250 Seiten
  • Verlag: Aufbau Taschenbuch Verlag (Dezember 2001)
  • ISBN-10: 3746614317
  • ISBN-13: 978-3746614311
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 1.076.778 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Leonhard Frank
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Kurzbeschreibung

Zwölf Jungen haben sich geschworen, ihre Heimatstadt Würzburg in Schutt und Asche zu legen und auszuwandern in die Freiheit der Prärie. Für seinen sensationellen Erstling erhielt Leonard Frank 1914 den Fontane-Preis.

Über den Autor

Leonhard Frank wurde am 4. September 1882 in Würzburg geboren. Sein Vater war Schreiner, er selbst ging zu einem Schlosser in die Lehre, arbeitete als Chauffeur, Anstreicher, Klinikdiener. Talentiert, aber mittellos, begann er 1904 ein Kunststudium in München. 1910 zog er nach Berlin, entdeckte seine erzählerische Begabung und verfaßte seinen ersten Roman, „Die Räuberbande“, für den er den Fontane-Preis erhielt. Im Kriegsjahr 1915 mußte er in die Schweiz fliehen: Er hatte Zivilcourage gezeigt und handgreiflich seine pazifistische Gesinnung kundgetan. Hier schrieb er Erzählungen gegen den Krieg, die 1918 unter dem berühmt gewordenen Titel „Der Mensch ist gut“ erschienen. Von 1918 bis 1933 lebte er wieder in Berlin, nun schon als bekannter Autor. 1933 mußte er Deutschland erneut verlassen, diesmal für siebzehn Jahre. Die Stationen seines Exils waren die Schweiz, England, Frankreich, Portugal und zuletzt Hollywood und New York. 1952, zwei Jahre nach seiner Rückkehr aus den USA, veröffentlichte er den autobiographischen Roman „Links wo das Herz ist“. Leonhard Frank, „ein Gentleman, elastisch, mit weißen Haaren, der in seinem langen Leben alles gehabt hat: Hunger, Entbehrung, Erfolg, Geld, Luxus, Frauen, Autos und immer wieder Arbeit“ (Fritz Kortner), starb am 18. August 1961 in München. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen

7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen "Nieder mit der Tyrannei!", 22. Januar 2010
Von 
M. Thomas "M. Thomas" - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Die Räuberbande: Roman (Taschenbuch)
Leonhard Frank hat seinen Erstlingsroman nicht zufällig ,Die Räuberbande' genannt. Die Anspielung auf Schillers frühes Drama ,Die Räuber', welches ein Fanal gegen Unterdrückung und Gewalt ist, liegt auf der Hand.

"Indem Frank zeigte, wie seine halbwüchsigen Helden gegen ihre Lehrer und Arbeitgeber, ja gegen die Erwachsenen überhaupt, zu rebellieren versuchen, wurde er, ohne es je beabsichtigt zu haben, zum Sprecher einer ganzen Generation". Marcel Reich-Ranickis einleitende Worte treffen den Kern des Romans. Indem Frank die Erlebnisse einer revoltierenden Horde Halbwüchsiger beschreibt, verarbeitet er eigene Kindheits- und Jugenderlebnisse, die er in seiner Heimatstadt Würzburg um die Wende zum zwanzigsten Jahrhundert erlebte. Demütigungen und Enttäuschungen finden darin Platz, ebenso wie Glücksmomente, die er im Kreise Gleichgesinnter empfand. "Leonhard Frank litt an den Demütigungen seiner Kindheit, wie nur selten ein Dichter an der Kindheit gelitten hat", erläutert Martin Gregor-Dellin.

Die Räuberbande, das ist eine "Schar vierzehnjähriger Lehrjungen". Oskar Benommen, genannt der bleiche Kapitän, Andreas Steinbrecher, genannt Winnetou; Georg Bang, genannt Falkenauge wegen seines Glasauges; Theobald Kletterer, genannt Rote Wolke; Michael Vierkant, genannt Oldshatterhand, um nur einige zu nennen. Furchterregend mögen uns heute die Streiche nicht mehr vorkommen, welche die Bande ausheckte. Es war ein Ventil, um Dampf abzulassen und zum Trotz gegen die tyrannische Willkür von Lehrern und Lehrherren. Der Erzähler schreib über sich selbst: "Oldshatterhand hatte es schlecht getroffen im Leben. Sein Vater war ein armer Mann. Und vom Schultyrannen Mager war Oldshatterhand zum Tyrannen Tritt (sein Ausbilder) geraten".

Oft traf sich die Bande in den lauen Sommer Abendstunden in einem Raum, genannt ,Zimmer', im Festungsgraben auf dem Würzburger Schlossberg. Dort las man Abenteuergeschichten und träumte davon, fern in der Prärie Amerikas gegen feindliche Indianern zu kämpfen. Bei einem dieser Ausflüge wurde der königliche Weinberg geplündert, Trauben genascht und eine Kiste voll Trauben im ,Zimmer' versteckt. Unglücklicherweise wurden die Diebe ertappt und wurden einem peinlichen Gerichtsverhör unterzogen, doch hielt die verschworene Gemeinschaft zusammen und gab ihre geheime Unterkunft nicht preis.

Schulterror

Leonhard Frank beschreibt die Bestrafungspraxis von Volksschullehrer Mager, dem "Tyrann(en) vieler Generationen Knaben" sehr detailliert: "Keiner traf so sicher wie er mit dem Rohstock die Fingerspitzen, immer genau dieselbe Stelle, dass die Fingerspitzen schwollen und blau anliefen ... Benötigte er einen neuer Rohstock, dann musste der Junge, der Prügel zu bekommen hatte, selbst eine Anzahl Stöcke zur Auswahl beim Kaufmann holen. Herr Mager untersuchte lange und sorgfältig, beroch die Stöcke, hieb sie durch die Luft und horchte auf das Pfeifen, wählte den dünnsten und zähesten, präparierte ihn erst, indem er das Ende spaltete, und der gewollte Erfolg war, dass der Stock beim Schlagen Blutblasen in den Handballen zwickte. Die Furcht der Knaben umgab Herrn Mager wie eine Wolke sein Leben lang".

Doch damit nicht genug. Kaum aus der Schule entlassen drohte der Lehrer: "Wir sind noch nicht fertig miteinander. In der Fortbildungsschule habe ich euch wieder, und wer von euch zu den ,Neunern' einrückt, den bekomme ich noch einmal als Rekrut."

Dass dieser Schulterror Spuren in den Kinderseelen hinterließ, steht außer Frage: "Und es kam vor, dass vierzigjährige Männer, frühere Schüler von ihm, erschrocken zur Seite wichen, wenn sie ihn des Weges kommen sahen."

Ende der Kinderträume

Die Kinder wuchsen heran, wurden Teenager und entdecken die ersten zarten Gefühle für das andere Geschlecht. Als der ,bleiche Kapitän', der Anführer der Bande, von Winnetous Tod in Karl-Mays Roman berichtet, beginnen viele zu zweifeln: "Weißt da was ... es gibt überhaupt keine Indianer mehr". Die gemeinsamen Abendstunden im ,Zimmer' werden seltener, stattdessen trifft man sich auf ein Bier in der Kneipe. Oldshatterhand wendet sich enttäuscht ab. "Ihr geht also nit mit! (nach Amerika) Ihr Feiglinge ... habt die ganze Jahr her nur geloge?". Die engen Bande lösen sich.

Fernweh - Heimweh

Die Enge der Würzburger Altstadtgassen und dem Schreckgespenst Mager entfliehen. Oldshatterhand zieht es in die Ferne, zumal niemand mehr seine Abenteuerträume teilt: "Ich will fort von Ihnen! ... Ich halt's nimmer aus". Oldshatterhand will arbeiten und ,etwas werden'. In Frankfurt verdient er als Liftboy Geld, in Dresden arbeitet er in einer Fahrradfabik, zurück in Würzburg wird er als Klinikdiener angestellt. Einen Sommer verlebt er mit einem Malerfreund im Spessart und zieht schließlich nach München, um sich an der Akademie der Bildenden Künste einzuschreiben.

Doch die Räuberbande verliert sich nie ganz aus den Augen. Die Freunde besuchen ihn in München und Oldshatterhand zieht es immer wieder zurück in seine Heimatstadt.

Selbstzweifel und Todessehnsucht

"Da nistete sich ihm unversehens der Zweifel an seiner Fähigkeit ins Gehirn ... Immer waren alle stärker und geachteter als ich. Immer und überall war ich hintendran". Hatte ihn nicht Lehrer Mager vor aller Klasse als dumm und unfähig tituliert? Selbstzweifel nagen an Michael Vierkant. Er will allen beweisen, dass er etwas kann und die Kunst bietet ihm die Möglichkeit, seine Gefühle auszudrücken und sein Selbstwertgefühl zu steigern.

Der Protagonist spielt mit dem Tod: "Oldshatterhand war stehengeblieben. Er wandte sich um zur Festung. Plötzlich schwang auch er sich auf das Geländer, schloss die Augen - und rannte los, im Galopp ... das Unbekannte, das ihn schon öfter gezwungen hatte, Lebensgefahr zu suchen", oder: "Mit zitternden Fingern prüfte er, ob der Revolver geladen war, setzte die Mündung auf die Mitte seiner Brust, und hatte, kurz bevor er abdrückte, das bestimmte Empfinden, die Mutter sitze in seiner Brust und verursache ihm diesen Druck, so dass er mitten durch die Mutter schießen würde". Diesmal versagte der Revolver, doch sollte er einige Jahre später in seiner Münchener Mietwohnung nicht soviel Glück haben. Dem Wahnsinn nahe erschloss sich der Maler Michael Vierkant um einem drohenden Strafverfahren zu entgehen.

Sinnfrage

"Was hat das alles, was wir heute gemacht ham, eigentlich für einen Wert", fragte Oldshatterhand seine Freunde und gab die Antwort: "Für uns hat das gar keinen Wert". Melancholie und Trauer klingen aus den Worten dieses jungen Menschen, der auf der Suche nach dem Sinn des Lebens letzten Endes scheiterte.
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