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Die Rächer: Wie der israelische Geheimdienst die Olympia-Mörder von München jagte
 
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Die Rächer: Wie der israelische Geheimdienst die Olympia-Mörder von München jagte [Broschiert]

Aaron J. Klein , Christiane Bergfeld , Susanne Kuhlmann-Krieg , Tina Langhaeuser , Sigrid Langhaeuser
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)

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Taschenbuch --  
Broschiert, 24. Januar 2006 --  

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Produktinformation

  • Broschiert: 296 Seiten
  • Verlag: Deutsche Verlags-Anstalt; Auflage: 2 (24. Januar 2006)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3421042055
  • ISBN-13: 978-3421042057
  • Größe und/oder Gewicht: 21,6 x 14 x 2,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 484.142 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

"Wir haben keine Wahl", stellt Aaron J. Klein seinem Buch ein Zitat der damaligen israelischen Ministerpräsidentin Golda Meïr voran, "als gewaltsam gegen terroristische Organisationen vorzugehen, wo immer wir sie erreichen können". Dieses Diktum hatte Meïr nach der Olympiade 1972, während der die israelische Olympiamannschaft von palästinensischen Terroristen gekidnappt worden und zu Tode gekommen war, als Parole ausgegeben und ein geheimes Mossad-Kommando mit der gezielten Tötung sämtlicher Personen beauftragt, die man für die Bluttat für verantwortlich hielt. Diesen geheimen Rache- und Abschreckungsfeldzug, den der Mossad gegen die palästinensischen Terroristen des "Schwarzen September" führte, schildert Klein in seinem Buch ebenso detailliert, wie er zuvor die Ereignisse selbst. Auf die Frage, wie ihm Steven Spielbergs Spielfilm München gefallen habe, der dem selben Thema wie Kleins Film gewidmet ist, hat Aaron Klein in einem Interview geantwortet, es sei gewiss ein guter Film, von den wirklichen Ereignissen aber lediglich "inspiriert". Reine Fiktion beispielsweise sei die These des Films, der Mossad habe die Informationen über die Palästinenser, die man töten wollte, von privaten Organisation gekauft. Kein Geheimdienst würde so vorgehen, und auch der der Mossad hätte dies, schon um der Sicherheit seiner Tötungskommandos willen, niemals getan.

Überhaupt: Kleins ausgesprochen detaillierter und allem Anschein nach äußerst sorgfältig recherchierter Bericht. widerspricht in vielen weiteren wichtigen Details den Schilderungen in George Jonas' Schwarzer September, die Spielberg als Grundlage für sein Drehbuch gedient haben. Und er hat auch keinen einzigen Mossad-Agenten gefunden, dem, wie der Hauptfigur des Films "Avner", irgendwelche Zweifel an der Richtigkeit seines Tuns gekommen wären. Kurzum: Wer wissen will, wie es wirklich war, der lese dieses Buch! Vieles spricht dafür, dass es der Wahrheit näher kommt als alles, was bisher über die Ereignisse nach dem Attentat von München publiziert worden ist! -- Andreas Vierecke

Kurzbeschreibung

Am 5. September 1972 nehmen die „heiteren Spiele“ von München ein abruptes Ende, als ein Kommando des PLO-Ablegers Schwarzer September das Quartier der israelischen Sportler überfällt, zwei von ihnen gleich tötet und neun Geiseln nimmt, um im Zentrum der denkbar größtmöglichen Öffentlichkeit auf den palästinensischen Kampf aufmerksam zu machen. 24 Stunden später sind die Geiseln tot, mit ihnen fünf der acht Attentäter und ein deutscher Polizist. Die drei überlebenden Palästinenser werden Ende 1972 freigepresst. Als Reaktion auf das Blutbad beauftragt die israelische Premierministerin Golda Meir die israelischen Geheimdienste, allen voran den Mossad, mit der Operation Caesarea: Beteiligte und Verantwortliche des Anschlags sollen aufgespürt und getötet werden – aus Gründen nicht nur der Vergeltung, sondern auch der Abschreckung. Aaron Klein, ein genauer Kenner der Geheimdienstszene in Israel, konnte für dieses Buch mit zahlreichen Mitarbeitern des Mossad und anderer israelischer Organisationen sowie mit hochrangigen palästinensischen Offiziellen sprechen, die sich erstmals einem Außenstehenden gegenüber äußerten. So entstand ein neues Bild der sich bis in die neunziger Jahre hinziehenden Aktionen des Mossad, die von einigen Mythen umgeben sind. Anders als bislang bekannt, fielen etwa keineswegs alle wirklich Verantwortlichen und Beteiligten den Mordanschlägen der Israelis zum Opfer. Kleins Rekapitulation der Operation Caesarea liest sich spannend wie ein Politthriller.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Irreführender Titel 20. September 2008
Von R. Funk
Format:Broschiert
Wie so oft, wird auch in diesem Fall die deutsche Übersetzung des Titels dem Originaltitel bzw. dem Inhalt des Buches nicht gerecht. Rache der Israelis für das Olympia-Massaker war eine der Motivationen für die Attentate. Prävention zur Verhütung künftiger Anschläge und die Verbreitung von Angst und Schrecken unter den palästinensischen Operateuren waren weitere. Das Kalkül war, dass Terroristen sich mit der eigenen Sicherheit mehr beschäftigen mussten als mit der Planung und Durchführung weiterer Terrorakte. Wenigstens zeitweise ging diese Rechnung auf.

Ausserdem beschreibt Aaron J. Kleins Werk nicht, wie im deutschen Titel suggeriert, die Jagd auf die Olympia-Mörder, da fünf davon bereits während der verheerenden "Befreiungsaktion" zusammen mit den israelischen Geiseln umkamen. Von den restlichen drei Personen starb eine eines natürlichen Todes, die zwei anderen wurden vom Mossad im Jahre 1986 ohne weitere Begründung kurzerhand für tot erklärt, wohl um endlich einen Schluss-Strich unter die Aktionen zu setzen. Eine von diesen beiden gab jedoch noch im Jahr 2000 ausführliche Interviews. Von zwei maßgeblichen Hintermännern wurde einer von den eigenen Leuten umgebracht, der zweite konnte in den Neunzigerjahren ungehindert durch israelisches Gebiet reisen.

In der dazwischen liegenden Zeit machte der israelische Geheimdient Jagd auf Mitglieder und Mitläufer des Schwarzen September, der PLO und der Fatah, die in den seltensten Fällen direkt mit dem Olympia-Massaker in Verbindung standen. Er ging dabei skrupellos - zunächst auf europäischem Territorium - vor und suchte sich zuerst "weiche Ziele" aus, also eher "kleine Fische", die unbewaffnet und ohne Sicherheitsvorkehrungen ein ganz normales Leben führten. Unter der damaligen israelischen Ministerpräsidentin Golda Meir wurden derartige Todesurteile recht zügig verhängt.

Mit der spektakulären Aktion mitten in Beirut, bei der drei wirkliche Top-Terroristen aus dem Umfeld Arafats, jedoch ohne direkte Verbindung zu München, in ihren eigenen Häusern erschossen wurden, erreichte der Mythos vom langen Arm des Mossad seinen Höhepunkt. Wenig später wurde in Lillehammer dieser Nimbus angekratzt, da dort aufgrund einer recht tölpelhaften Verwechslung ein völlig Unschuldiger sein Leben lassen musste.

Neben diesen gezielten Tötungen beschreibt der Autor ausführlich den Hergang des Geiseldramas bei den Olympischen Spielen in München. Die damalige Stümperhaftigkeit der bayerischen Behörden und der Polizei wirkt auch heute noch peinlich. Sie war nicht durch mangelnde Erfahrung im Umgang mit Terroristen zu entschuldigen. Es war einfach reine Dummheit, ein voll aufgetanktes Flugzeug zur Flucht bereitzustellen, das nach Polizeiplan nie starten sollte aber während der geplanten Befreiungsaktion aufgrund einer Granate oder Kugel ein Flammenmeer auslösen konnte. Oder man "vergaß" einfach die Anzahl der Terroristen an die Einsatztruppe weiterzugeben, so dass auf acht Terroristen fünf Scharfschützen kamen. Das sind nur zwei Beispiele von vielen.

Auch der Mossad kommt im Vorfeld der Ereignisse extrem schlecht weg. Er hatte weder Hinweise auf den bevorstehenden Terrorakt noch gewährleistete er zu irgendeinem Zeitpunkt den persönlichen Schutz der israelischen Olympioniken. Das war mit ein Grund, durch die Tötungsaktionen die erlittene Schmach wieder wettzumachen.

Aaron J. Klein ist ein intimer Kenner der israelischen Geheimdienstszene. Er stützt sich bei seiner Beschreibung auf Informationen sowohl aus hochstehenden israelischen als auch palästinensischen Kreisen. Klein beschreibt die Ereignisse objektiv und nennt dabei Mord Mord, egal von welcher Seite er begangen wurde. Was dieses Werk nicht bietet, und das lag wohl auch nicht in der Absicht des Autors, ist eine umfangreiche Analyse über die langfristigen politischen Auswirkungen der Mossad-Aktionen. Dieses Thema wäre ein weiteres Buch wert.

Ein Appell an den Verlag: Bitte schätzen Sie die deutschen Leser nicht immer dümmer als die Angelsachsen ein. Das Original dieses Buches heißt "Striking Back. The 1972 Munich Olympics Massacre and Israel's Deadly Response". Genau das - nicht mehr und nicht weniger - wurde in diesem spannenden Buch beschrieben.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Happyx TOP 50 REZENSENT
Format:Broschiert
Das Buch entwickelt sich um die beiden Hauptteile "Rolle des bayerischen Staates bzw. der BRD" während des Münchener Attentates und die sich daraus ergebende "Strategie des israelischen Staates in der darauf folgenden Zeit". Ich habe bislang nichts Vergleichbares zu diesem Thema gelesen und bin auch von der deutschen Presse bislang nicht ausreichend darüber informiert worden. Schockiert bin ich über das komplette Versagen der bayerischen Polizei bzw. einer Strategie, die mit dem Ministerpräsidenten Strauß / Polizeipräsident Schreiber als Top-Entscheider ein jämmerliches Bild abgegeben hat. Aufgrund der föderalen Strukturen liegt ja die Entscheidungsgewalt nicht beim Bund, sondern beim jeweiligen Bundesland bzw. der Stadt. Man muss sich das vorstellen: da liegen schlecht ausgeildete Scharfschützen auf den Dächern, die gerade mal 5 Schießübungen hinter sich haben - bei ihrem Schützenverein. Das Massaker in Fürstenfeldbruck war mehr als ein Totalausfall - er wurde verantwortungslos gehandhabt. Trotzdem kann man unserem Staat keinen Vorwurf machen, niemand war auf eine solche Situation vorbereitet. Danach wurde dann ja die Sondereinheit GSG 9 aus der Taufe gehoben. Und zur Ehrenrettung muss man sagen: einige der Politiker haben sich damals als Geiseln angeboten und wollten die israelischen Sportler so frei bekommen.

München markiert in der israelischen Strategie ein komplette Zäsur. War man vorher bereit, nachzugeben oder nicht mit Gleichem zu antworten, so wurde danach die Regel "Auge um Auge, Zahn um Zahn" umgesetzt - unter der Leitung von Golda Meir als Ministerpräsidentin. Diese Strategie wird in dem Buch hervorragend beschrieben, sie ist eingebettet in die historischen Zusammenhänge und umreißt die Maßnahmen der Israelis schonungslos - auch das Versagen bestimmter Operationen. Kurz gesagt sollte sich kein Antreiber der Attentäter mehr sicher fühlen, diese Hintermänner und Einpeitscher werden gnadenlos verfolgt, wobei weniger das Moment der Rache als vielmehr das der Prävention ausschlaggebend ist. Wir können diese Maßnahmen bis zum heutigen Tag verfolgen. Sie scheinen - der Theorie diese Buches folgend - erfolgreich zu sein und haben die Attentate insgesamt eingedämmt. Dabei wird auch die doppelbödige Haltung von J. Arafat beschrieben, der mehr als einmal möglichen Anschlägen knapp entging.

Ich empfehle das Buch jedem, der Einblicke in eine bayerische Polizeioperation erhalten möchte - in ein Leerstück aus Beamtenwillkür und Arroganz! Die Akten wurden übrigens 20 Jahre unter Verschluss gehalten, um das Bild der bayerischen Polizei zu vertuschen. Erst 1996 konnten Angehörige der Opfer Einblick bekommen, wir als Staat haben dann Enschädigungszahlungen vereinbart, die von einem der Kläger immer noch nicht angenommen wurden. Mit diesem Buch erschließt sich für mich die nach den 70ern erfolgte Strategie der bayerischen inneren Sicherheit ganz anders und auch die Ziele unseres Innenministers erhalten eine besondere Brisanz. Diese Themen liefen bislang an mir vorbei, jetzt werde ich mich mehr darum kümmern!
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12 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Broschiert
Nach dem Lesen des Buches bleibt bei mir ein schaler Nachgeschmack übrig. Das liegt u.a. daran, dass der Autor sehr viel Sympathie für die Aktionen des Mossad hegt und deshalb stellenweise nicht mehr objektiv berichtet.
Seine heftige Kritik am Verhalten der damaligen deutschen (und bayerischen) Regierung ist aus heutiger Sicht durchaus berechtigt. 1972 jedoch hatte Deutschland noch keine Erfahrung mit Terroristen und war überfordert. Auch das Verhalten der israelischen Regierung war alles andere als hilfreich.
Davon abgesehen liest sich "Die Rächer" durch die kurzen Kapitel sehr spannend.
Aaron J. Klein zieht am Ende ein für den Mossad wenig schmeichelhaftes Fazit: Keiner der hauptverantwortlichen des Anschlages von München konnte liquidiert werden.
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