BMW, Bertelsmann oder Oetker sind den meisten ein Begriff. Kaum jemand kennt jedoch die Quandts, eine der angeblich reichsten deutschen Familien.
Was macht die Quandts so besonders, außer ihr außerordentlicher Reichtum?
Nichts. In der vorliegenden Biographie einer Familie erfahren wir nicht viel, obwohl sich der Autor alle Mühe gibt, so detailiert wie möglich zu berichten. Für Interviews stand sozusagen nur die zweite Riege der Familie zur Verfügung; das derzeitige Familienoberhaupt lehnte auch nur ein Treffen mit dem Journalisten ab.
Keine einfache Aufgabe also, eine Biographie zu schreiben, wenn die Opfer nicht zur Zusammenarbeit bereit sind. Und so liest sich das Buch, bezogen auf die Vergangenheit der Familie, auch ausführlich und kompetent. Je näher Jungbluth allerdings der Gegenwart kommt, umso spärlicher fliessen die Informationen.
Aber, unter uns gesagt, ist dies auch nicht weiter schlimm. So wahnsinnig aufregendes, außer das die Familie durch Geschäftssinn reich geworden und geblieben ist, bleibt als Fazit kaum übrig.
Die Lesung durch den Autor kann auch nicht überzeugen. Der Einsatz eines professionellen Sprechers wäre hier dem Hörgenuss sehr entgegen gekommen. Allerdings hätte auch dieser das Hörbuch nicht interessanter gestaltet. Allenfalls die holprige Vortragsweise wäre uns erspart geblieben.