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Die schwedische Gesellschaft hat hier noch nicht das Stadium des Zerfalls erreicht, das der Leser aus den Romanen „Mittsommermord" oder „Die fünfte Frau" kennt. Aber nicht nur durch dieses Merkmal unterschiedet sich „Die Pyramide" von den späteren Werken Mankells. Zwar begegnet man allen bereits bekannten Facetten des privaten Lebens des Kommissars (seine schwierige Trennung von Ehefrau Mona liegt kurz davor; seine Unfähigkeit, Beziehungen zu anderen Frauen aufzubauen entfaltet sich gerade; ein traditionell angespanntes Verhältnis zu dem etwas senilen Vater wird ihm langsam ein Greuel), aber der Fall wird nicht mit der für den Wallander typischen Brisanz gelöst. Dem Leser gelingt es, auf die richtige Lösung noch vor dem Polizeiteam zu kommen. Direkte Verbindungen, schnelle Geständnisse, auskunftsfreudige Zeugen: jede Spur die Wallander verfolgt entpuppt sich früher oder später als richtig. Leider fehlt dabei die Spannung, die dem Leser sonst bis zu der letzten Seite in Unsicherheit über die richtige Lösung hielt - die Auflösung kommt viel zu früh.
Eine interessante Kriminalgeschichte, die jedoch für alle, die spätere Fälle Wallanders kennen etwas zu wenig zu bieten hat. Trotzdem, es ist ein guter Zeitvertrieb in Erwartung auf den nächsten großen Fall des schwedischen Polizisten.
„Die Pyramide“ wurde von Hörbuch Hamburg dem oben genannten Band entnommen und weist alle vorgenannten Mängel auf. Menschlich betrachtet erfahren wir viel vom Verhältnis Wallanders zu seinem störrischen und eigensinnigen Vater. Doch reicht allein dies nicht aus, über vier CDs hinweg das Interesse des Hörers aufrecht zu erhalten. Daran kann auch die wie immer hervorragende Lesung von Ulrich Pleitgen nichts ändern. Dieser versucht durch Stimmgewalt und – akrobatik, alles aus dem Plot herauszuholen, was an Dramatik, Spannung und mysteriösen Geschehnissen vorhanden sein könnte. Doch Wallander hangelt sich von Hinweis zu Hinweis und stolpert förmlich über so manches Indiz, dass sich letztendlich als der Schlüssel zum weiteren Vorankommen entpuppt.
Dabei steckt echtes Potential in der Geschichte. Zwei unabhängig von einander eintretende Ereignisse beschäftigen den jungen Wallander. Bei einem Flugzeugabsturz können aus dem Wrack nur noch die verkohlten Überreste zweier Männer geborgen werden. Kurze Zeit später kommen bei einem Wohnungsbrand zwei ältliche Schwestern ums Leben. Wie sich herausstellt, betrieben die neben ihrem kümmerlichen Handarbeitsgeschäft noch ein weiteres, wesentlich lukrativeres Gewerbe.
Wallanders störrischer Vater reist nach Ägypten zu den Pyramiden. Dort bekommt er Ärger mit der örtlichen Polizei und muss ins Gefängnis. Als er davon erfährt, reist er trotz der beiden komplizierten Ermittlungsfälle unverzüglich ab, um seinen Vater aus dem Gefängnis zu holen. Und wie der Zufall es will, führt gerade diese Reise zu einem glücklichen Ausgang in den Ermittlungen.
Fazit: Trotz der Bemühungen von Ulrich Pleitgen kommt kaum Spannung bei diesem Hörbuch auf. Altbacken und flach der Spannungsaufbau, unglaubwürdig die Indizienkette bis zur Auflösung. Wallander hätte ein würdigeres Ende seiner Karriere verdient.
Kommissar Wallander und seine Kollegen nehmen die Ermittlungen auf. Als kurze Zeit später ein Handarbeitsgeschäft explodiert, deutet alles auf Brandstiftung hin. Die beiden Schwestern, die den Laden betrieben haben, kommen dabei ums Leben. Doch wer sollte ein Interesse daran haben, die beiden allein stehenden, alten Damen zu töten?
Zwei mysteriöse Fälle also, in denen Kommissar Wallander ermitteln muss. Aber als ob das nicht genug wäre, hat der Polizist auch noch mit privaten Problemen zu kämpfen: Die Scheidung von seiner Frau Mona macht ihm immer noch zu schaffen und dann kommt auch noch sein 80jähriger Vater auf die Idee nach Kairo zu fliegen. Und das nur, weil er einmal die Pyramiden mit eigenen Augen sehen möchte...
Ein typischer Mankell-Roman. Ziemlich sachlich und nüchtern beschreibt der Autor die Vorgänge und geht sehr detailliert auf Wallanders Gemütszustand und seine Probleme ein. Der Mord an den beiden Schwestern gestaltet sich natürlich komplizierter als er zunächst scheint und Wallander muss sich mal wieder ganz auf seinen Instinkt verlassen, um den Mörder zu fassen.
Ich denke, wer Krimis im Stil von Henning Mankell mag, kommt hier voll auf seine Kosten. Mir persönlich sind seine Bücher eine Spur zu nüchtern geschrieben, aber spannend sind sie allemal.
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