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am 12. Mai 2014
Am „Herz-Jesu-Tag“ 1961, in diesem Jahr der 11. Juni, explodieren die Strommasten in Südtirol. Nicht alle, aber viele der Wichtigen. Eine empfindliche Störung der Industrie in Bozen, Meran und Umgebung. Und gewollt. Ein Akt des Aufschreis, könnte man sagen.

Um den genauen Hintergrund dieser Aktion zu verstehen, um zu begreifen, warum viele junge Südtiroler diese Art des (letztlich doch ohnmächtigen) Widerstands wählten, muss man um einige Jahre zurück in die Zeit nach dem ersten Weltkrieg, in die entstehenden Ansprüche Italiens auf „das gesamte Land“ hinein, in die mangelnde Sensibilität, ja, die gewollte Unterdrückung der deutschsprachigen Südtiroler mit ihrem Freiheitshelden Andreas Hofer (auf den der „Herz-Jesu-Tag“ ursächlich zurückgeht).

Die massive Politik der „51 Prozent Regel“, der Versuch, mit massenhafter Ansiedlung von Italienern aus Süditalien die Kernbevölkerung Südtirols in die Minderheit zu zwingen, mit dem Beharren auf dem Italienischen als einzige Amtssprache. Wichtiger Ausdruck der abwertenden Behandlung der deutschsprachigen Südtiroler.
Hintergründe, die Verena Düggert ebenso verständlich wie interessant zu Beginn zu erzählen versteht.

Verena Duregger ist selbst Südtirolerin. Ganz in der Nachbarschaft eines der damals Beteiligten aufgewachsen. Und wird eines Tages angesprochen vom Bruder eines der Beteiligten, ob sie nicht die Geschichte aufschreiben könnte.

Kann sie, will sie und hat sie getan.

Mit Gesprächen aus „erster Hand“, mit fundierten Recherchen und einer klaren, sachlichen Sprache macht sie sich auf Spurensuche von vier an den Anschlägen beteiligten, jungen Südtirolern. Den Pusterer Buben.

Nicht, ohne die gesamte Atmosphäre der Zeit, die Höfe, Traditionen, Gaststätten in Wort und Bild lebhaft zu beschreiben und damit den Leser ein gutes Stück mit hinein zu nehmen in die 60er Jahre des letzten Jahrhunderts in Südtirol und die Zeiten und Entwicklungen, die darauf folgten.

Enrico Oberleitner, Giuseppe (Josef) Forer, Sigfrido (Siegfried) Steger und Heinrich Oberleiter sind Teil der „Sprengtruppen). Und, wie man an den Vornamen bereits erkennt, im Vorfeld bereits „Opfer“ der Italienisierung.
Denn selbst die Namen der Bürger wurden ins Italienische übertragen und dort, wo ein solcher keinerlei Entsprechung gehabt hätte, wurden einfach neue Vornamen erfunden und „zugeteilt“.

Die Entwicklung und die Gründe für den stärker werdenden Zorn, die Planungen und Vorbereitungen, die inneren Entscheidungen, der Aufruhr nach den Anschlägen, die Flucht der Beteiligten, das Leben im Exil, die politischen Folgen ebenso, wie die Folgen für die vor Ort gebliebenen, all das findet der Leser sehr konkret und sehr lebendig am persönlichen Ergehen der vier Männer geschildert im Buch.
In Teilen liest sich dabei das real Erlebte dann auch fast wie ein Thriller, wenn es um die Hatz auf die jungen Männer und deren Flucht durch die Berge geht.

Eine anregende, informative, sehr gute und plastische Reportage über einen leicht zu übersehenden und selbst vor Ort fast vergessenen Konflikt, von dem allerdings bis heute noch Empfindlichkeiten und Reibungen im Raume stehen.

Mit allerdings einem „zu viel“ an „Originalsprache“.
Bei allem Verständnis für die Südtirolerin Duregger und des Bemühens um Authentizität, für nur des hochdeutschen mächtige Leser sind die Dialogpassagen und kurzen Sätze zwischen den Brüdern und innerhalb der Familien doch teils nur sehr mühsam nachzuvollziehen.

Alles in allem aber eine sehr interessante, informative und flüssige Lektüre.
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am 9. Mai 2014
Abgeschreckt von den langweiligen und trockenen Geschichtsbüchern aus der Schule, überlegte ich ob das Buch wirklich etwas für mich wäre. Zeit zum Lesen bleibt einem heutzutage ja nicht viel, dann sollte es wenigstens Spaß machen.
Nach kurzem Überlegen packte mich die Neugierde und ich kaufte das Buch.

Ich habe das Buch verschlungen.

Zwischen historischen Fakten schafft es die Autorin eine spannende und rührende Geschichte zu erzählen. Ich bin erstaunt, wie wenig ich über Südtirols Vergangenheit wusste, und bin froh, mein Land durch das Buch besser kennengelernt zu haben. Manche Dörfer werde ich ab jetzt mit anderen Augen sehen.

Besonders gut gefallen hat mir, dass parallel zur Geschichte der pusterer Buben, die Autorin ihre eigene Geschichte zur Entstehung des Buches erzählt. Ich muss gestehen, ich wäre am liebsten bei den Interviews mit den mutigen Männern dabei gewesen.

Zusammenfassend: Ein wirklich gutes Buch, welches sich leicht liest und einem, in mancher Hinsicht, sogar die Augen öffnet
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am 22. Mai 2014
Südtirol in den Sechziger Jahren. Ein wahrer Hexenkessel, ein Pulverfass. Der Kampf um Autonomie, um Selbstbestimmung. Mitten drin und führend dabei: die vier Puschtra Buibn: Josef Forer, Siegfried Steger, Heinrich Oberlechner, Heinrich Oberleiter. Es begann mit dem aufgemalten Tiroler Adler an einer Felswand, setzt sich mit Sprengstoffanschlägen fort und endete mit Verletzten, auch mit Toten.

Verena Duregger hat ein bemerkenswertes zeitgeschichtliches Dokument verfasst. Pointiert zeichnet sie die Geschichte der vier Puschtra Buibn auf. Vorwiegend aus deren Sicht, also bewusst einseitig. Gleichzeitig erklärt sie die damalige politische Situation, das schwere und langwierige Ringen um das Südtirol Paket. Die Gewalt auf beiden Seiten. Die Attentate und tödlichen Anschläge der "Freiheitskämpfer", das Foltern der Gefangenen durch die italienische Staatsmacht.

Gleichzeitig schlägt sie die Brücke zur Gegenwart, fragt die drei noch lebenden Puschtra, was sie bereuen, was sie heute anders machen würden, als damals, vor fünfzig Jahren. Ein wichtiges Buch, absolut lesens- und empfehlenswert. Chapeau!
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am 6. Oktober 2015
Ich habe über die Jahre zum Thema "Südtiroler Geschichte" (insbesondere über die "Bombenjahre" zwischen Ende der 50er und 60er Jahre) zahlreiche Publikationen gelesen und weiß sehr gut darüber Bescheid, um was es hier im Detail ging und welche wichtigen Protagonisten beteiligt waren.

Nun kommt eine junge Südtiroler Autorin und schreibt ihr 1. Buch - und das über die "Pusterer Buam", welche eine herausragende, aber nicht unumstrittene Rolle im Südtiroler Freiheitskampf der 60er Jahre einnahmen. Durch Ihren Mut, ihre Kühn- und Entschlossenheit hatten und haben sie bis heute bei vielen einen Heldenstatus inne. Auf der anderen Seite gibt es auch bis heute kritische Stimmen, denn viele sahen die 4 einfach nur als Terroristen und deren Aktion für die weitere politische Entwicklung eher hinderlich. Dieser Meinung bin ich nicht, aber das nur nebenbei.

Ich muss sagen, dass Verena Duregger dieses Thema hervorragend aufgearbeitet hat. Herausgekommen ist kein Geschichtsbuch im klassischen Sinn, aber das will es auch nicht sein. Ich würde das Buch als eine Mischung aus Roman (was es nicht wirklich ist, denn es werden ja die richtigen Namen der Protagonisten benutzt), sensibler Heimatgeschichte und Geschichtsbuch bezeichnen. Und gerade dieser Umstand macht es für mich so interessant. Man merkt, dass die Autorin aus der Region kommt, viele Stunden persönlich mit den betroffenen Personen sprach und sich nicht nur aus externen Quellen bediente.

Den Vorwurf einer Rezension, dass die Autorin abgeschrieben hat, kann ich nicht teilen. Ich habe die betreffende Biographie von Siegfried Steger gelesen, die das Ganze aus der persönlichen Sicht von Herrn Steger beschreibt. Klar gibt es da gewisse Parallelen, aber die lassen sich nicht verhindern, wenn es um die Nennung von Ereignissen geht. Außerdem hat die Autorin ja auch mit Herrn Steger ausführlich gesprochen und er wird ihr nichts anderes gesagt haben, wie auch in seinem Buch steht. Ich finde die Schilderungen vieler Ereignisse von Verena Duregger sogar noch etwas detaillierter.

Die Autorin vermittelt ein sehr menschliches Bild über die "Pusterer" und geht auf die Beweggründe und die Verzweiflung ein, die der Auslöser war, dass 4 junge Männer über Jahre in den Untergrund gehen, Anschläge verüben und ein Leben ständiger Angst, voller Entbehrungen und Opfer führen. Sie vergisst aber auch nicht die kritische Komponenten - es wurde bei den Aktionen schließlich Gewalt angewendet und somit auch Verletzte und Tote in Kauf genommen. Ob die "Pusterer Buam" an Aktionen mit tödlichem Ausgang beteiligt waren, geht aber auch nicht in diesem Buch hervor.

Trotz der Tatsache, dass viele Passagen im Dialekt geschrieben sind (was ich sehr charmant und authentisch finde) liest sich das Buch, wenn man sich mal dran gewöhnt hat, sehr leicht. Man fühlt sich beim Lesen in diese aufregende Zeit zurückversetzt und ist quasi immer mittendrinn!

Das Buch gehört für alle, die sich für die Südtiroler Geschichte des 20. Jahrhunderts interessieren, zur Pflichtlektüre. Auch für alle, die bisher keine Berührungspunkte mit dem Thema hatten, ist das Werk zum Einstieg sehr gut geeignet, weil er nicht so trocken ist.

Ich möchte Frau Duregger zu diesem tollen Buch gratulieren!
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am 23. Februar 2015
Verena Duregger hat als "Einheimische" gut recherchiert, das Buch ist hochinteressant. Ein paar Sachen fehlen zwar vom Inhalt her. Wer sich über die Hintergründe des Südtirol Dramas interessiert, dem kann ich dieses Buch empfehlen.
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am 26. November 2014
Das Buch ist sehr interessant, zeigt es doch ganz deutlich welche Leistungen die Freiheitskämpfer erbracht haben. auch die Opfer und das Leid der Freiheitskämpfer wird gut heraus gearbeitet.
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am 19. August 2014
Dieses Buch gibt ein sehr guten Einblick in die jüngere Geschichte Südtirols, die nicht vergessen und nicht wiederholt werden soll.
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am 30. Oktober 2014
Eine Geschichte die nahe geht, vor allem wenn man das Land und die Bewohner kennt. Dieses Buch ist wirklich weiter zu empfehlen.
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am 16. September 2014
Ich habe das Buch von Verena Duregger gelesen und war erstaunt:Offensichtlich ist das Buch an Siegfried Stegers "Die Pusterer Buibn - Flucht ohne Heimkehr" (AROB Verlag Herbst 2013) mindestens angelehnt. Bei Stegers Buch handelt es sich um ein autobiographisches Zeitdokument von einem Zeitzeugen. Dureggers Buch erschien ein halbes Jahr später. Es ist leider ein Zeichen unserer Zeit, dass der gefräßige Journalismus vor nichts Halt macht. Dieser "Roman" (oder was es nun auch sein soll) ärgert mich als Autorin zutiefst, weil sich die Trittbrettfahrerei in unserem Gewerbe so massiv ausbreitet.
Es sind keine Quellen außer "persönliche Gespräche" angegeben, die aber nirgendwo nachlesbar sind. Wie man den lokalen Medien entnehmen konnte gibt es auch Streit über die Rechtmäßigkeit, eine "südtiroler Heimatgeschichte" zu schreiben, die den Anschein eines Zeitdokumentes erwecken soll und von Duregger selbst in einem Interview aber eine "Doku-Fiktion" genannt wird, was auf dem Buch aber selber nicht steht. Was soll das jetzt also sein? Und: Sieht sich die Verfasserin nun den Tatsachen verpflichtet oder nicht?
Wenn es eine Dokumentation ist muss es nachvollziehbare Quellenangaben geben, wenn es ein Roman ist, darf man meines Wissens nach keine lebenden Personen namentlich erwähnen.
Zum Stil etc. will ich keine Kritik abgeben, die Herangehensweise rückt jedenfalls jeden ernstzunehmenden Autor in ein schlechtes Licht. Man darf einfallsreich und kreativ sein, man darf Geschichten erfinden, veröffentlichen und Geld damit verdienen: Aber nicht nicht auf Kosten Anderer.
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