Es geht hier um ein geheimnisvolles Bild, das Gabrielle d'Estreès, Mätresse Heinrich IV., und eine ihrer Schwestern zeigt. Die Gestiken der beiden Frauen und die ungeklärten Unstände des Todes Gabrielles legen ein Geheimnis über das Bild. Das erste Kapitel beschreibt das Bild und die Gedanken und Gefühle, die es beim Betrachter erzeugen kann, sehr schön. Selbst wenn man das Bild nicht kennen würde, hätte man eine Vorstellung davon.
In den folgenden Kapitel wird dann versucht, das Geheimnis um das Bild und die mysteriösen Todesumstände der Mätresse zu lüften. Dazu lässt Fleischhauer den Literaturdozenten Andreas Michelis Nachforschungen darüber anstellen. Dem fällt dabei ein Manuskript in die Hände, in dem die Entstehungsgeschichte des Bildes geschildert wird wie sie sich hätte abspielen können. So gliedert sich das Buch in drei Teile: Gegenwart (A. Michelis gelangt an das Manuskript) - Vergangenheit ( die Geschichte wird erzählt) - Gegenwart (das Manuskript wird ausgewertet).
Leider ist der letzte Teil, die Auswertung, in meinen Augen nicht so ganz geglückt. Denn dabei werden Details aus dem Manuskript als wahr vorausgesetzt, obwohl sie dort nur erfunden sind und nicht durch geschichtliche Quellen belegt. Die Auswertung scheint jedoch den Anspruch zu erheben, Schwächen im Manuskript aufzudecken und neue Fakten zur Klärung des Falls zu liefern.
Mir hätte das Buch ohne die Rahmenhandlung besser gefallen, denn dann hätte das Buch gesagt: So könnte es mit ein bisschen Phantasie gewesen sein. Es wäre einfach eine schöne Geschichte gewesen ohne jeglichen Anspruch an die Realität.
Vier Sterne finde ich deshalb zu viele, drei sind aber wieder recht wenig. Also? Inoffiziell sind es von mir 3 Sterne.