"Die Puppenspieler" ist ein unterhaltsames, informatives Porträt der europäischen Renaissance im späten 15. Jahrhundert. Erzählt wird die Geschichte von Richard, Sohn einer zum Christentum konvertierten Sarazenin und Neffe der Ehefrau des Augsburger Kaufmanns Jakob Fugger. Nachdem seine Mutter von der Inquisition als Hexe angeklagt und verbrannt wurde, wächst er bei den Fuggers auf. Die Geschäfte der Fuggers führen ihn nach Florenz an den Hof der Medici, wo er Zeuge politischer Intrigen wird, aber auch die berühmtesten Künstler, Schriftsteller und Philosophen seiner Zeit kennenlernt. Doch die schreckliche Vergangenheit und der Wunsch nach Rache an der Inquisition lassen ihn nicht los ... Aus der Fülle der historischen und fiktiven Charaktere bleiben vor allem Jakob Fugger, Savonarola, Pico della Mirandola, Cesare Borgia sowie der Mönch Mario, enger Freund Richards, in Erinnerung. Auch Richards große Liebe, die Zigeunerin Saviya, die sich zu seinem Entsetzen selbst für eine Hexe hält, ist interessant, aber ich fand es schade, dass der Einblick in ihre Kultur und Lebensweise etwas blass bleibt. Wie bei Tanja Kinkels anderen Büchern beeindruckt die umfangreiche historische Recherche. Die Fülle der Informationen zu den verschiedensten Aspekten der Renaissance machen den Roman zu einer kurzweiligen Einführung in die Epoche.