In der "guten alten Zeit" eines Ludwig Erhard war der Eigentümer eines Unternehmens in der Regel auch gleichzeitig der Leiter des Unternehmens. Er trug das Risiko und die Verantwortung für das Unternehmen, für das Wohl und Wehe seiner Arbeitnehmer und haftete fast immer auch mit seinem privaten Vermögen. Mit dieser Verantwortung und diesem Risiko wurde auch ihr immens höheres Einkommen gerechtfertigt.
Heute werden sehr viele Unternehmen von sogenannten Top-Managern geleitet. Diese außertariflich bezahlten Angestellten kassieren zwar ein Vielfaches dessen, was je ein Mensch mit ehrlicher Arbeit verdienen könnte, kennen aber nur eine Verantwortung und die betrifft ihren eigenen Geldbeutel. Sie kennen keine Verantwortung gegenüber den anderen Mitarbeitern, keine Verantwortung gegenüber den Kleinaktionären und keine Verantwortung gegenüber dem Staat.
Diese Top-Manager diffamieren Arbeitslose als "Wohlstandsmüll" und den Sozialstaat als "soziale Hängematte", bezeichnen Milliardenverluste als "Peanuts", Massenentlassungen als "Freisetzung", Minijobbs und Hungerlöhne von 5 Euro Brutto in der Stunde als "Flexibilität", nennen aber gleichzeitig ihre eigenen Gehälter, Tandiemen, Bonuszahlungen, Gratifikationen, Pensionsansprüche und Abfindungen in Millionenhöhe eine "leistungsgerechte Bezahlung".
Risiko? Welches Risiko? Ihr eigenes Risiko schließen die "Dax-Ritter", wie der Autor diese Spezies in seinem Buch bezeichnet, bereits bei Abschluss des Arbeitsvertrages - mit dem Segen des Aufsichtsrates - durch eine garantierte Abfindung aus, damit sie auch dann weich fallen, wenn sie selbst Fehlentscheidungen treffen, und sich nicht wie die gemeinen Normalverdiener in die Schlange vor dem Arbeitsamt einreihen müssen.
Diese Dax-Ritter sind die modernen Raubritter des 21. Jahrhunderts. Sie bereichern sich auf Kosten der Allgemeinheit und berauben das Volk um Wohlstand und Zukunft. Der Autor zeigt auf verständliche Weise, welche Waffen diese modernen Raubritter dabei verwenden und welche Pfade sie bestreiten.