Dieses sogenannte Kunstmärchen unserer heutigen Zeit ist wirklich mehr als gelungen.
Es wirkt dem so typischen Rollenklischee entgegen. Frauen sind nicht schwach, nicht nur zickig, sondern können mit anpacken und haben eine Meinung.
Mit "Die Prinzessin auf dem Kürbis" wurde das genaue Gegenstück zur "Prinzessin auf der Erbse" geschaffen. Während die Erbsenprinzessin überaus empfindlich und quengelig ist, sich alles nachtragen lässt und auf Händen getragen werden muss, ist die Kürbisprinzessin eine selbstbewusste und selbstbestimmte Frau mit vielen Ideen, die zupacken kann und sich nicht darüber beschwert, auf einem Kürbisbett schlafen zu müssen. Außerdem wartet die Kürbisprinzessin nicht geduldig, bis sie von einem Mann ausgesucht wird, um diesen dann voller Dankbarkeit zu heiraten. Nein, sie sagt: "Eine echte Prinzessin will verdient sein", denn sie weiß ja gar nicht, ob sie den Prinzen liebt.
Hier erfahren die Kinder ein völlig neues Menschenbild. Prinzessinnen müssen nicht immer sauber und schön sein, sie dürfen sich auch schmutzig machen und "auf den Putz" hauen.
Die Zeichnungen des Bilderbuches gefallen mir persönlich nicht so gut, der Text ist sehr lang und passt nicht immer genau zu den Bildern (was bei Bilderbüchern schon der Fall sein sollte). Die Illustrationen sind zwar ganz lustig (besonders das Kürbisbett), aber ich würde das Märchen lieber "nur" Erzählen.
"Die Prinzessin auf dem Kürbis" ist meiner Meinung nach auch ein sehr schönes Märchen für Erwachsene und wirklich zu empfehlen.