An manchen Stellen musste ich mir innerlich schon eine Art Stammbaum aufzeichnen, um noch zu verstehen, wer mit wem, wie intrigiert um was zu erreichen - ähnlich wie bei "Gefährliche Liebschaften" nur mit wesentlich mehr Personen.
Sehr schöne, verschlungene Sprache, die Sitten, Gebräuche und Menschen am Königshof beschreibt. Hauptperson ist jedoch die Prinzessin von Cleve, die "eine gute Partie" heiratet und danach sich in einen anderen verliebt, der Ehre wegen jedoch sich auf keine Liebschaft einlässt - selbst dann nicht, als Ihr Mann stirbt und Sie somit frei wäre. Auch nach dem Tod, wäre es ja noch eine Ehrverletzung, da mit einer Liebelei dann alles bestätigt würde: Sie liebte Ihren Mann nicht, sondern einen anderen...
Die Geschichte an sich ist somit nicht romantisch sondern durchweg tragisch, für alle Beteiligten. Deshalb legte ich das Buch am Ende etwas bedrückt weg. Diskussionsstoff bietet es deshalb allemal. In Frankreich ist es, meines Wissens ja, Schul-Pflichtlektüre.