Ich habe dieses Buch, welches aus einer Vortragsreihe entstanden ist, mit grossem Interesse gelesen. Es ist in positiver Weise einseitig geschrieben. Der Autor hat seine Meinung, er steht, wie er selbst sagt mit Sympathie den Puritanern nahe, er ist konservativ, er schreibt auf angelsächsischem Hintergrund und Kultur. Zu Beginn betont er, dass er jedem seine Überzeugung zum Thema überlässt und jeder seinen eigenen Stil finden muss. Gerade aber die dann folgende einseitige Haltung des Autors hat mich immer wieder zum Nachdenken über meine eigene Arbeit angeregt. Oft kann ich ihm zustimmen, an anderen Stellen muss ich ihm widersprechen, seine Literaturhinweise lohnten sich oft für mich ihnen nachzugehen. Einige Punkte sind für mich rein nebensächlich (zB wo die Kanzel stehen muss). Sein Stil ist einfach und gut zu verstehen. Das Buch ist sehr praxisnah. So gut wie kein Punkt wird ausgelassen. So werden zum Beispiel verhandelt: die Einstellung des Predigers, Themenpredigten, Predigtreihen, Predigten an Feiertagen, die geistliche Vorbereitung auf die Predigt, das Gebet, die persönliche Bibellektüre, Laienpredigten und sehr vieles mehr. Im Ganzen ist dieses Buch für jeden Prediger eine grosse Fundgrube. Ich kann mir auch vorstellen, dass interessierte Laien nach der Lektüre dieses Buches die Gottesdienste mit noch grösserem Gewinn und Verständnis besuchen werden.
Der Autor ist jedenfalls ein leidenschaftlicher Prediger, für ihn steht die Predigt vor allen anderen Dingen im Mittelpunkt der Gemeinde, die Predigt ist und bleibt wesentlich für die Weitergabe für das Evangelium, sie ist allen gegenteiligen Meinungen absolut zeitgemäss. Die Botschaft muss voll und ganz gepredigt werden.