Dass mit dieser fabelhaften medizinsichen Hochschule, an der Studenten kostenfrei studieren, leben und arbeiten können, etwas nicht stimmt, ahnt der Leser spätestens, wenn er ins Sicherheitsszentrum geführt wird und dort von "Musikberieselung" erfährt, die den schlafenden Studenten zuteil wird. Auch eine Krankenstation, in der Patienten - Brandverletzte heißt es - von Kopf bis Fuß bandagiert und regungslos liegen, scheint suspekt. Als die Mutter der Studentin Quinn böse Vorahnungen hat, weiss man auch, dass das Mädchen in Gefahr geraten wird.
Aber dann tut sich längere Zeit nichts. Quinn studiert, beginnt eine Liebesbeziehung mit Kommilitone Tim, beteiligt sich an studentischen Debatten über Ethik und Zukunft der Medizin. Das erste Drittel des Buches liest sich also, abgesehen von den wenigen Andeutungen, wie eine typische, passagenweise langatmige Campusgeschichte, in der man nebenbei die Probleme des amerikanischen Gesundheitswesens kennenlernt.
Ab dem Moment, in dem Tim, zunächst eher zufällig, auf das Geheimnis des Instituts stößt, nimmt das Buch an Tempo zu, und damit auch an Spannung. Besonders quälend und nachfühlbar die starren und hilflosen Tage und Nächte, die Tim erleben muss. Und am Schluss heißt es: Ende gut, aber nicht alles gut.
Wenn man sich mit den etwas stereotyp gezeichneten Haputfiguren anfreunden kann, bietet das Buch, v.a. die zweite Hälfte, spannende Unterhaltung. Kein Krimi der Extraklasse, aber gut zu lesen.