Nachdem lange unklar war, was denn nach dem offenen Ende von "Die Wahrheit dahinter" mit der angeschossenen / erschossenen Hanne Wilhelmsen geschieht, war "Die Präsidentin" natürlich ein must für mich als Krimivielleserin - erstens: Ein neuer Anne Holt - Krimi, zweitens taucht laut Klappentext auch noch Hanne Wilhelmsen drin auf!
Man braucht dann erst einmal eine Weile, um sich in dem Gewirr von auftauchenden Personen zurechtzufinden, da ist die neugewählte Präsidentin der USA, bei der man gleich das Gefühl hat, dass ihre Weste wohl nicht weiß ist und dann werden diverse Figuren eingeführt, die mit ihren Reaktionen auf die Amtseinführung Helen Bentleys verdeutlichen, dass da wohl wirklich noch Leichen im keller liegen..... Prompt geschieht beim Staatsbesuch Bentleys in Norwegen der Sicherheits - GAU: Als sie aus dem Hotel abgeholt werden soll, ist ihre Suite leer. Niemand hat die Räume betreten oder verlassen - und doch ist Helen Bentley verschwunden. Yngvar Stubø wird mit dem hoch brisanten Fall betraut, aber die Amerikaner stellen ihm ihren Sicherheitsexperten Warren Scifford zur Seite, ausgerechnet den Exliebhaber seiner Frau Inger Johanne.
Und irgendwo im nahen Osten zieht ein undurchsichtiger Racheengel verhängnisvolle Fäden.
Alles wunderbar und spannend zu lesen, auch die Querelen und Kopetenzrangeleien zwischen norwegischer Polizei und den im John- Wayne - Stil herumpolternden amerikanischen Ermittlern lassen einen grinsen - aber dann kommt Hanne Wilhelmsen auf eine derart unglaubwürdige und abwegige Art ins Spiel, dass es wirklich keinen Spass macht.
Das ist zu dick aufgetragen und gibt einfach Abzüge in der B - Note.
Natürlich ein Krimi von hoher Qualität aber was Hanne angeht , wäre weniger echt mehr gewesen. Und auch die Verwicklungen mit Warren Scifford und Inger Johanne hätte man sich gerne erspart. Überhaupt geht am Ende einfach alles zu glatt,das Schicksal trifft die Falschen, irgendwie ist alles etwas unbefriedigend . Deshalb nur drei Punkte.