Es ist erstaunlich, was alles in einen gelben Reclam Band hineingeht. Die 416 Seiten des Bandes "Präraffaeliten", von Gisela Hönnighausen ediert, haben es in sich. Auf eine dreissigseitige Einleitung folgen im ersten Teil des Bandes wichtige programmatische Texte von John Ruskin über William Morris bis zu Oscar Wilde. Der Mittelteil enthält auf 160 Seiten die Lyrik (Rossetti, Swinburne, Morris, Tennyson), die man mit dieser Bewegung assoziiert. Dieser Teil ist zweisprachig, englisch und deutsch. Aber damit ist das Buch noch nicht am Ende, ein dritter Teil zeigt Rezeption und Weiterwirken der Bewegung bei Hermann Muthesius, Theodor Fontane oder Frank Lloyd Wright. Wer sich für die englischen Präraffaeliten und ihr Weiterwirken in Kunst und Literatur interessiert, für den ist dieses Buch die beste (und preisgünstigste) Einführung. Für Studenten vor dem Examen kann dieser Band lebensrettend sein. Besser und kompakter kann man das Thema nicht präsentieren.