Ein Jugendbuch, welches mich zuletzt richtig begeistern konnte, ist "Die Portal-Chroniken" von Imogen Rose. Das Buch hat mich voll und ganz in seinen Bann gezogen, weshalb ich es nur schwer aus der Hand legen konnte.
Der Zeitsprung welchen Arizona erlebt geschieht sowohl für sie als auch für den Leser sehr plötzlich. Somit war die Situation nicht nur für Arizona, sondern auch für mich überraschend - denn Imogen Rose verzichtet auf langes vorgeplänkel, weshalb man sich gleich mitten im Geschehen befindet. Der Vorteil am gewählten Szenario ist, dass man gemeinsam mit Arizona auf Ursachenforschung geht, wodurch sie mir sehr schnell ans Herz gewachsen ist. Denn sie ist eine interessante Protagonistin mit vielen Facetten. In ihrem alten Ich war sie ein Wildfang und spielte Eishockey mit den Jungs in der Schulmannschaft. Und nun erlebt sie eine Art Albtraum: Als Cheerleaderin und Arizona Darley, welche mehr einer Barbie gleicht als der Arizona Stevens, welche sie eigentlich ist. Von der Situation zunächst leicht überfordert, versucht sie systematisch an das Problem heranzugehen.
Arizonas Charakter ist durch die Veränderung in ihrem Leben sehr facettenreich. Dies hat die Autorin sehr gelungen und ohne jegliche Übertreibung dargestellt. Der Wechsel von dem wilden Sprung-ins-Feld zur Beauty Queen ist sehr lustig zu lesen. So wundert sich beispielsweise Arizonas kleine Schwester, weshalb Arizona sich plötzlich so merkwürdig stylt und damit niemandem die Verwirrung auffällt, lässt Arizona ihre Schwester die Klamotten zusammenstellen und heraussuchen.
Die Dialoge zwischen Arizona und ihren Freunden sind jugendlich gehalten, was mir vor allem durch das Wort total sehr aufgefallen ist. Dennoch passt es zu den Protagonisten sowie deren Art und wirkt nicht übertrieben jugendlich.
Während Arizona versucht, die Personen in ihrem Umfeld zuzuordnen gibt es eine Person, welche ihr besonders ans Herz wächst. Kellan aus ihrem Physikkurs löst in ihr ein seltsames Gefühl aus. Schnell wird ihr klar, dass ihre Gefühle für Kellan mehr als freundschaftlich sind. Trotz der sich anbahnenden süßen Liebe zwischen den beiden verliert Arizona ihr Ziel nicht aus den Augen. Sie bemüht sich herauszufinden, was es mit allem auf sich hat. Bis sie jedoch erfährt, was vor sich geht, liegt ein harter und steiniger Weg vor der sympathischen Protagonistin. Einfach hat sie es in ihrem neuen Ich nicht, denn nicht nur, dass sie die Menschen in ihrer Umgebung neu kennenlernen muss, auch die Frage, was wohl mit ihrem Vater passiert ist und wie sie überhaupt in die Vergangenheit in einem anderen Ich landen konnte, stellen sich bei der Aufklärung als schwieriges Unterfangen dar.
Dass Arizona ihr Ziel nicht aus den Augen verliert, hat mir sehr gut gefallen und hebt sie von den sonst leicht naiven Protagonisten aus anderen Jugendbüchern ab. Sie ist tough und nicht auf den Mund gefallen. Trotz ihrer geringen Größe, weiß sie sich zur Wehr zu setzen auch den Jungs gegenüber, was einige erst noch lernen müssen zu akzeptieren - man muss ihnen zugutehalten, dass ihnen bislang nur die "Barbie Arizona" bekannt war.
Olivia, Arizonas Mutter ist eine undurchschaubare Protagonistin. Vereinzelte Kapitel sind aus ihrer Perspektive geschrieben, wodurch einem durch ihre Sicht der Dinge immer mehr Zusammenhänge klar werden und sich immer wieder ein kleines Stück des Puzzles zusammensetzt.
Das Ende bietet zwar keinen großen Cliffhanger aber dennoch lässt es einiges an Spielraum und mich als Leser mit ungeklärten Fragen zurück. Ich hoffe deshalb sehr, bald den Folgeband in den Händen halten zu dürfen.
Mein Fazit:
"Die Portal Chroniken - Portal: Band 1" ist eine wunderbare Zeitreise Geschichte um eine toughe Protagonistin. Obwohl es sich um ein Jugendbuch handelt, hat mich die Geschichte voll und ganz in ihren Bann gezogen und dürfte somit eine große Bandbreite an Leser ansprechen. Sie bietet eine Zeitreise- sowie Liebesgeschichte und das Rätsel um die Frage was mit Arizona geschehen ist, was einen gelungenen Mix darstellt. Ich hoffe wirklich sehr, bald neues von der Autorin lesen zu dürfen.