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Die Polyvagal-Theorie: Neurophysiologische Grundlagen der Therapie. Emotionen, Bindung, Kommunikation & ihre Entstehung [Broschiert]

Stephen W. Porges , Bessel van der Kolk , Theo Kierdorf , Hildegard Höhr
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
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Kurzbeschreibung

26. September 2010
Was entscheidet darüber, wie zwei Menschen, die einander erstmals begegnen, sich zueinander verhalten? Kulturell Erlerntes oder ein in die DNS unserer Spezies einprogrammierter neurobiologischer Prozess? Der Polyvagal-Theorie zufolge haben Säugetiere - und insbesondere Primaten - Gehirnstrukturen entwickelt, die sowohl das Sozial- als auch das Defensivverhalten steuern. Ein Resultat dieses phylogenetischen Prozesses ist ein Nervensystem, das es Menschen ermöglicht, Emotionen auszudrücken, zu kommunizieren, physische und behaviorale Zustände zu beeinflussen sowie sichere und unterstützende Beziehungen einzugehen und aufrechtzuerhalten. Die Polyvagal-Theorie ermöglicht es Forschern und Therapeuten, auf biologischen Gegebenheiten basierende Verhaltensweisen zu analysieren und vermittelt ihnen neue Erkenntnisse darüber, wie Interventionen Menschen mit sozialen, verhaltensbedingten und psychiatrischen Störungen helfen können. Dieser Band enthält eine Sammlung von grundlegenden Aufsätzen zur erstmals 1995 veröffentlichten Polyvagal-Theorie, die eigens für eine deutsche Buchausgabe zusammengestellt wurden.

Wird oft zusammen gekauft

Die Polyvagal-Theorie: Neurophysiologische Grundlagen der Therapie. Emotionen, Bindung, Kommunikation & ihre Entstehung + Neurophysiologie der Selbstregulation, 3 DVD, Die Polyvagal-Theorie. Emotionen, Bindung, Kommunikation und ihre Entstehung + Sprache ohne Worte: Wie unser Körper Trauma verarbeitet und uns in die innere Balance zurückführt
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Produktinformation

  • Broschiert: 336 Seiten
  • Verlag: Junfermann; Auflage: 1., Auflage (26. September 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3873877546
  • ISBN-13: 978-3873877542
  • Originaltitel: The Polyvagal Reader
  • Größe und/oder Gewicht: 24 x 17 x 2,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 185.575 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)
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Produktbeschreibungen

Über den Autor

Stephen W. Porges, Ph.D., Professor für Psychiatrie und Biomedizintechnik, ist Direktor des Brain-Body Center an der University of Illinois in Chicago. 1994 entwickelte er die Polyvagal-Theorie. Die Theorie ermöglicht u.a. Einblicke in die Entstehung sozialer Bindungen und von Intimität.

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Neurozeption: Ein System unterbewußter Wahrnehmung, das bedrohliche und sichere Situationen zu erkennen vermag - Das Kapitel Neurozeption beschreibt, wie neuronale Schaltkreise unterscheiden, ob bestimmte Situationen oder Menschen ungefährlich oder gefährlich sind oder ob sie gar als lebensbedrohlich angesehen werden müssen. - Neurozeption erklärt, weshalb ein Baby freudig gluckst, wenn seine primäre Bezugperson anwesend ist, wohingegen es in Gegenwart eines Fremden weint, und warum ein kleines Kind Umarmungen seiner Eltern genießt, die Umarmung eines Fremden jedoch als Übergriff empfindet. - Die Polyvagal-Theorie beschreibt drei Entwicklungsstufen des autonomen Nervensystems (ANS) von Säugetieren: Immobilisation (Erstarren), Mobilisation und soziale Kommunikation bzw. soziales Engagement. - Beeinträchtigungen der Neurozeption könnten die eigentliche Ursache psychischer Störungen wie Autismus, Schizophrenie, Angststörungen, Depression und reaktiver Bindungsstörungen sein. Was entscheidet darüber, wie zwei Menschen, die einander begegnen, sich zueinander verhalten? Ist diese erste Reaktion ein Resultat der Erlebnisse der Betreffenden in ihrer Kultur, ihrer Familie und im Rahmen anderer Sozialisationsprozesse, oder ist sie der Ausdruck eines neurobiologischen Prozesses, der in die DNS unserer Spezies einprogrammiert ist? Und falls diese Arbeit zu reagieren eine neurobiologische Grundlage hat: Aktivieren bestimmte Merkmale des Verhaltens der anderen Person entweder Empfindungen der Sicherheit, der Liebe und des Behagens oder solche der Bedrohung? Weshalb können sich manche Kinder ankuscheln und eine Umarmung genießen, während andere in solchen Situationen erstarren und sich der Nähe entziehen? Warum lächeln manche Kinder einen ihnen unbekannten Menschen an und lassen sich aktiv auf ihn ein, wohingegen andere ihren Blick von ihm abwenden und sich zurückziehen? Helfen uns Kenntnisse über die menschliche Biologie, die Auslöser und Mechanismen dieser Verhaltensweisen im Laufe der normalen Entwicklung zu verstehen? Wenn wir herausfinden, wie bestimmte Verhaltensmerkmale soziales Verhalten fördernde neuronale Schaltkreise aktivieren, können wir dann Kindern mit schwerwiegenden Entwicklungsstörungen wie Autismus besser helfen, ihr Sozialverhalten zu verbessern? Das Nervensystem schätzt unablässig Risiken und Gefahren ein, indem es Informationen über Vorgänge in der Umgebung verarbeitet, die uns über die Sinne erreichen. Ich habe den Begriff Neurozeption geprägt, um zu beschreiben, wie neuronale Schaltkreise unterscheiden, ob von bestimmten Situationen oder Menschen keine Gefahr ausgeht, ob sie gefährlich sind oder ob sie als lebensbedrohlich einzustufen sind. Aufgrund unserer Entwicklung als Spezies findet die Neurozeption in primitiven Bereichen unseres Gehirns statt, ohne daß uns dies bewußt wird. Die Einstufung eines anderen Menschen als ungefährlich oder gefährlich aktiviert neurobiologisch determiniert prosoziale oder defensive Verhaltensweisen. Auch wenn wir uns einer Gefahr gar nicht bewußt sind, hat unser Körper neurophysiologisch schon eine Sequenz neuronaler Prozesse initiiert, die adaptive Verteidigungsreaktionen wie Kampf, Flucht oder Erstarren fördert. Das Nervensystem eines Kindes (wie auch eines Erwachsenen) vermag in einer neuen Umgebung oder beim Zusammentreffen mit einem Fremden eine Bedrohung oder eine Gefahr für Leib und Leben zu entdecken. Selbst wenn kognitiv kein Grund zur Angst erkennbar ist, kann der Körper des Kindes oder Erwachsenen völlig anders reagieren. Manchmal ist sich nur der Betreffende selbst über die kontroverse Reaktion seines Körpers im klaren, weil sein Herz so stark pocht, daß der Körper zu beben beginnt. In anderen Fällen sind solche Reaktionen auch für Außenstehende zu erkennen. Beispielsweise kann ein Kind zittern, sein Gesicht kann rot werden, und auf seinen Händen und seiner Stirn kann deutlich Schweiß zu erkennen sein. Andere erbleichen, ihnen wird schwindelig, und manche fallen sogar plötzlich in Ohnmacht. Dieser Prozeß der Neurozeption würde erklären, weshalb ein Baby beim Anblick einer vertrauten Bezugperson wohlige Gluckslaute ertönen läßt, aber auf die Annäherung eines Fremden mit Weinen reagiert, oder weshalb ein kleines Kind es genießt, wenn es von seinen Eltern sanft umarmt wird, die gleiche Annäherung eines Fremden jedoch als Übergriff erlebt. Wir können diesen Prozeß beobachten, wenn zwei Kinder einander zum ersten Mal in einem Sandkasten auf einem Spielplatz begegnen. Wenn der Sandkasten ihnen vertraut ist, wenn die Eimer und Schaufeln beider ungefähr gleich attraktiv sind und wenn sie selbst ungefähr gleich groß sind, gelangen sie möglicherweise zu der Einschätzung, daß von der Situation und von dem anderen, fremden Menschen, der ihnen gegenübersteht, keine Gefahr ausgeht, und vielleicht gelingt es beiden dann, sich positiven Verhaltensweisen zu widmen, die soziales Engagement beinhalten - anders gesagt: Vielleicht fangen sie dann an zu spielen.


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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Interessante Theorie 30. April 2012
Von Amazon bestätigter Kauf
Stephen W. Porges befasst sich seit ca. den 60iger Jahren mit dieser Thematik und dies ist ein Buch über die verschiedenen Studien, die über die Jahre verfasst wurden, oder einer Auswahl. Es ist auch für die verständlich, die nicht aus der Medizin oder Biologie kommen, es erfordert ein wenig Geduld, doch dank der Wiederholungen werden die Thematiken zunehmend verständlich. Das Buch ist dennoch in wissenschaftlicher Sprache verfasst und keine leichte Abendlektüre. Es sollte aus diesem Punkt chronologisch gelesen, was das Verständnis deutlich erleichtert. Das Buch umfasst einen 'klassichen' Aufbau, von den Ursprüngen des Polyvagalsystems (Tiere und Menschen), Begriffsbestimmungen bis hin zu therapeutischen Einsätzen und wie dieses System zum Beispiel bei Autismus funktioniert.

Interessant ist dabei, dass der Körper sehr viel Einfluss auf die Psyche, Sozialfähigkeit und Stressbelastungen hat (Psychophysiologie). Und das nicht nur der Sympathikus den Stress reguliert, sondern dass das Vagussystem genauso dafür verantwortlich ist, um mit Stress umgehen zu können (verantwortlich für die 'Beruhigung'/Parasympatikus/Herzschlag etc.). Ebenso spielt dieses Polyvagalsystem eine wichtige Rolle bei der Sozialfähigkeit und frühe (kindliche) Beeinflussungen und Belastungen können sich negativ auf dieses System auswirken.
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sehr Gut 6. April 2013
Von Amazon bestätigter Kauf
Aufklärend und in einer Sprache geschrieben, die verständlich iist. Sehr gutes Fachbuch welches Praktikern , die sich mit Körperlichen Phänomenen beschäftigen Wissen gibt und Neugierig auf Forschung macht.
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