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Buchnotiz zu : Frankfurter Rundschau, 30.05.2003
Michael Ignatieffs "Politik der Menschenrechte" verdient nach Ansicht von Rezensent Stefan-Ludwig Hoffmann eine breite Leserschaft. Das Hauptproblem einer erfolgreichen Menschenrechtspolitik sehe Ignatieff darin, dass ihre Verfechter über das Ziel hinausschössen: während etwa Étienne Balibar in seinem Buch "Sind wir Bürger Europas?" Menschenrechte an konkrete Bürgerrechte koppeln möchte, stellen sie für Ignatieff nur einen Minimalkonsens dar, erklärt Hoffmann. Sie sollten nicht zu einem "säkularen Humanismus" aufgebläht oder mit Ansprüchen auf soziale Leistungen verknüpft werden. Dagegen setze Ignatieff auf minimalistisch konzipierte und auf negative Freiheiten beschränkte Menschenrechte, zu denen soziale und politische Rechte nicht notwendig gehören. "In dieser Begrenzung liegt ihre Stärke", pflichtet Hoffmann dem Autor bei, "als gemeinsames Vokabular in einer pluralistischen Welt, und nicht als universales Credo einer globalen Gesellschaft."
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Autorenportrait
Michael Ignatieff wurde 1947 in Toronto geboren und lebt heute in London. Nach seiner Forschungstätigkeit als Historiker am King's College, Cambridge, widmete er sich in den letzten Jahren mit großem Erfolg sowohl dem Roman als auch der politischen Reportage. Durch zahlreiche Arbeiten für die BBC und das kanadische Fernsehen sowie einer eigenen Talkshow ist er mittlerweile ein international gefragter Journalist und politischer Kommentator.