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Die Podiumsdiskussion - Zukunftgestaltung im Chaos emotionaler Intelligenzen
  
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Die Podiumsdiskussion - Zukunftgestaltung im Chaos emotionaler Intelligenzen [Taschenbuch]

Bruno Fritsch , Branco Weiss


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Aus der Amazon.ch-Redaktion

Konferenzen können ziemlich langweilig sein, und wären da nicht der exotische Tagungsort, die hübsche Begleitung und die Spesen, die natürlich aufs Geschäft gehen, hätten manche mit Besucherschwund zu kämpfen. Nicht so die Akademie für Globale Verantwortung, die aus Anlass des beginnenden 3. Millenniums prominente Wissenschafter aus zahlreichen Ländern eingeladen hat, die wichtigen Probleme der Menschheit zu diskutieren. Da sind sie nun versammelt: Prof. Dr. Amory Hoplesston etwa, Prof. Dr. Doubt Equivoque und der Zukunftsforscher Dr. Maurice Déjavue, der Ingenieur Dr.-Ing. Cesare Facitore oder der Konfliktforscher Dr. Horst von Haudrauf. Die Namen deuten bereits darauf hin: Prof. Dr. Bruno Fritsch und Dr. Branco Weiss, die Autoren, haben mit Augenzwinkern, Schmunzeln und Bösartigkeiten unter Kollegen nicht gespart. Immerhin schöpfen sie aus reichem Erfahrungsschatz: "Der hohle Bauch ersetzt das Gehirn, und der kühle Verstand wird immer öfter diffamiert", halten sie im Vorwort fest.

Die Podiumsdiskussion ist also die Niederschrift einer typischen Konferenzsituation. Die Themen, die Voten, die Zwischenrufe, sie sind so echt wie sie erfunden sind: Technik, Arbeit, Umwelt, Globalisierung, Zukunftsforschung und Kultur heißen unter anderen die Themen, unterbrochen von einer nicht minder spannenden Kaffeepause. "Auf der anderen Seite", sagt an dieser Stelle der Bioethiker, "sind wir ja bezüglich der Gesamtproblematik allesamt Laien." Die Laien denn haben auch fast das Schlusswort in diesem höchst vergnüglichen und sehr anregenden Buch, das jedem Konferenzteilnehmer und auch den Zuhausegebliebenen zur vorbereitenden und begleitenden Lektüre empfohlen sei. Es bringt das Chaos emotionaler Intelligenzen zwar nicht in Ordnung, dafür aber ein wenig Licht in den Elfenbeinturm, in dem man sich freilich schon ein wenig auskennen sollte, damit die Spitzen der Satire auch diesen genüsslichen Schmerz verursachen können. --Martin Walker

Neue Zürcher Zeitung

Im Chaos emotionaler Intelligenzen

tf. Man besucht sie oft – und oft schwört man sich, sie nie wieder zu besuchen: Podiumsdiskussionen sind Veranstaltungen mit bestenfalls zweifelhafter Aussicht auf Erkenntnisgewinn. Allzu oft parlieren die Teilnehmer in ihren fachspezifischen Sprachen und Denkschemata derart aufeinander los und vor allem aneinander vorbei, dass neben babylonischer Sprachverwirrung höchstens noch die Krawatte des Moderators oder das Pfeifen der Mikrophone in «nachhaltiger» Erinnerung bleiben. Ausnahmen, welche die Regel bestätigen, gibt es wenige. Der Zürcher Ökonom Bruno Fritsch und der Unternehmer Branco Weiss wissen hiervon ein Lied zu singen – und nun glücklicherweise auch ein Buch zu schreiben. In ihrer Eigenschaft als podiengeschädigte Zeitgenossen haben sie ihre Erfahrungen mit internationalen Konferenzen und Diskussionsgruppen satirisch verarbeitet. Ausgangspunkt bildet eine frei erfundene Tagung der «Akademie für Globale Verantwortung». 23 Persönlichkeiten aus 18 Ländern diskutierten über die «Zukunftschancen der Menschheit zu Beginn des 3. Jahrtausends» – eine für heillos verworrene Debatten geradezu idealtypische Themenstellung. Es überrascht wenig, dass aus der Diskussion zwischen dem Psychologen Siegmund Leid, dem Zukunftsforscher Maurice Déjàvue, dem Bioethiker Brund Doogoodson und den vielen anderen klugen Teilnehmern wenig Konkretes resultiert – ausser das Wissen, dass «die Dinge wohl alle in einem ganz bestimmten inneren Zusammenhang stehen». Mit feinem Sinn für hintergründigen Witz, sicherer Kenntnis der verschiedenen Fach(un)sprachen und unter Verzicht auf moralisierende Zwischentöne ist ein Büchlein entstanden, das nicht allein zum Schmunzeln anregt, sondern dem Wissenschaftsbetrieb auch einen Spiegel seiner leider nicht selten zu beobachtenden Selbstverliebtheit und Realitätsferne präsentiert.


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