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Die Plantagen am Cooper River
 
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Die Plantagen am Cooper River [Gebundene Ausgabe]

Edward Ball
3.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe
  • Verlag: Fischer (S.), Frankfurt; Auflage: Touristik- und Reiseführer (1999)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3100048040
  • ISBN-13: 978-3100048042
  • Größe und/oder Gewicht: 21,8 x 15,2 x 4,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 852.766 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Eigentlich hatte sich Edward Ball nie große Gedanken über seine Familie gemacht. Er wußte zwar, daß er einem wohlhabenden Südstaaten-Clan entstammte, aber erst die Einladung zu einem Familientreffen gab den Anstoß, tiefer in die Familiengeschichte einzudringen. Rasch stellte Ball fest, daß der Reichtum seiner Familie untrennbar verbunden war mit der Ausbeutung tausender Sklaven zwischen dem 17. und 19. Jahrhundert. Nur durch deren Arbeitskraft konnten die Balls ihre großen Reisplantagen in South Carolina äußerst gewinnbringend bewirtschaften.

Ball wollte nun "die Erblast einer Familie ehemaliger Sklavenhalter" aufbereiten, indem er gerade das Schicksal ihrer Sklaven betrachtete, dieser brutal ausgebeuteten, aber nahezu nirgendwo in der Ball-Geschichte besonders erwähnten, Verschleppten. Er machte sich auf die Suche nach Nachfahren der damaligen Sklavenfamilien und befragte sie zu Familiengeschichte und Sklaverei. Zusammen mit Archivunterlagen und eigenen Familienüberlieferungen setzt Ball daraus ein zu Herzen gehendes Bild der Sklaverei und ihrer Hintergründe zusammen. Die grauenvollen Umstände der Schiffspassagen, einmal in den englischen Kolonien Nordamerikas angekommen, die Drohung erbarmungsloser Strafen bis hin zu Kastration oder Tod -- all dies läßt Ball erkennen: "Meine Kindheitsidylle hat ihre Maske abgelegt. Der Tod ist ein Meister aus England".

Speziell den europäischen Lesern, denen ja meist der direkte Bezug zur nordamerikanischen Sklaverei fehlt, dürfte der menschliche Erzählstil Balls ein tragisches, historisches Kapitel intensiver vermitteln, als die üblichen Geschichtsbücher. Überhaupt ist die menschliche Seite, die Ball in seiner Chronik betont, bei einer Thematik wie der Sklaverei einfach geboten. Man darf nie den Fehler machen, Sklaven als gesichtslose "historische Masse" zu sehen, denn Sklaverei ist die Summe unendlich vieler Einzelschicksale, von denen Ball hier einige vorstellt.--Joachim Hohwieler

Kurzbeschreibung

Edward Balls Vorfahren gehörten zu den großen Sklavenhalter-Dynastien in Amerikas Süden. Sie besaßen insgesamt mehr als zwanzig Reisplantagen und über viertausend Sklaven, bis im Jahre 1865 die Unionstruppen nach South Carolina kamen und die Sklaven befreiten. Der Autor schreibt die Geschichte einer Familie, in der, wie es die Tradition wollte, über fünf Dinge nicht gesprochen wurde: »Religion, Sex, Tod, Geld und die Neger«. Nun hat ein Nachfahre dieses Gebot gebrochen: Das Ergebnis ist eine große, authentische Familiensaga aus den amerikanischen Südstaaten, deren Leitmotive eben diese fünf Tabus sind. Reichtum und Gewalt prägen die Geschichte der Balls, deren Nachfahren von der Abschaffung der Sklaverei bis zur Niederschrift dieses Buches um jeden Preis an dem Familienmythos festhalten wollten, die »Ball-Sklaven« seien immer gut behandelt worden. In welchem Ausmaß das Gegenteil der Fall war - Ann Simons Ball (1776-1840), liebevoll »Oberst Nancy« genannt, griff sogar gern selbst zur Peitsche -, gehört zu den dunkelsten Kapiteln dieser Geschichte.

Doch Edward Ball blickt über seine eigene Familie hinaus: An die hunderttausend Nachfahren ehemaliger Sklaven der Familie Ball dürfte es heute in den Vereinigten Staaten geben. Ball hat einige von ihnen aufgespürt und das Schweigen, das für Generationen aufrechterhalten wurde, gebrochen. Nicht nur ist der Autor mit einigen von ihnen blutsverwandt - die Herren der Balls zeugten über die Jahrhunderte hinweg zahlreiche illegitime Kinder mit ihren Sklavinnen -, er und die Abkömmlinge der Sklaven sind Teil ein und derselben Familien- und Nationalgeschichte. Nach generationenlanger Trennung kommt es zu bewegenden Begegnungen. Die Folgen der Sklaverei, ihre Auswirkungen auf das Leben und die Erinnerungen von Schwarzen und Weißen werden nachvollziehbar anhand der ganz individuellen Biographien von lebenden Menschen - ein Mikrokosmos des amerikanischen Traumas der Sklaverei, eine Geschichte von Menschen, die ihrer gemeinsamen Vergangenheit nicht entrinnen können.


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Die hilfreichsten Kundenrezensionen

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Nicht einfach zu lesen aber sehr lohnend, 3. Februar 2003
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Die Plantagen am Cooper River (Gebundene Ausgabe)
Die Geschichte der Familie Ball und ihrer Sklaven wird sehr ausführlich und vor allem sehr menschlich erzählt. Da das Buch nicht wie ein Roman in dem genauen Zeitablauf spielt sondern die Ereignisse und Personen so wiedergibt wie sie der Autor erfahren hat ist es manchmal sehr schwer den Überblick über die Verwandschaftsverhältnisse zu behalten. Mit Hilfe der Ahnentafel weiß man aber wieder schnell um wen es sich gerade handelt oder in welcher Epoche man sich gerade befindet.
Für Fans der Südstaatenkultur lohnt es sich auf jeden Fall.
Besonders interessant sind hierbei die Geschichten, die sowohl aus der Sicht der Balls und zweitens aus der Sicht der Schwarzen erzählt werden. Hier sieht man deutlich wie verschieden die selbe Sache von zwei Personen gesehen werden kann.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen Ein Buch wie der Süden der USA. Aber Ausdauer ist gefragt., 11. August 2000
Rezension bezieht sich auf: Die Plantagen am Cooper River (Gebundene Ausgabe)
Edward Ball gelingt es in seinem Buch eine typische Südstaaten-Atmosphäre zu erzeugen. Die Geschichte seiner Familie, die aus England in eine "unbekannte Welt" auswanderte, auf dem Rücken von Sklaven zu Wohlstand gelangte und heute dennoch ohne Plantagen lebt. Ball ist sich seiner Herkunft bewußt und gerade deswegen an der wahren Geschichte interessiert. Er geht Tabus nach und gibt Schicksale der "Ballschen Sklaven" wieder. Man riecht förmlich den leicht modrigen Geruch des Südens und der Plantagen. Leider ist sein Stil dann und wann verwirrend und ermüdend. Dennoch für Liebhaber des Südens und Charlestons ein empfehlenswertes Buch.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen Nicht spannend, 28. Dezember 2001
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Die Plantagen am Cooper River (Taschenbuch)
Die Struktur ist nicht klar gegliedert, dadurch ist das Buch schwer zu lesen. Ich konnte wirklich nicht lange daran lesen, weil sich die Geschichte der Familie nicht chronologisch aufbaut, sondern nach einer eigenen Logik, die ich nicht ganz verstehe. Darum fand ich das Buch langweilig zu lesen. Wenn man aber dran bleibt, erkennt man, wie sich die Familie im Laufe der Generationen immer mehr in die Selbstverständlichkeit der Sklavenhaltung verstrickt, bis der Autor sie endlich aufdeckt. Kein Roman, sondern die wahre Familiengeschichte der angesehenen Südstaatenfamilie Ball.
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