Jetzt muss ich auch mal meinen Senf dazugeben. Und zwar in erster Linie zu der Art der hiesigen Rezensiererei, weniger zum Buch.
Vorweg sei gesagt, dass ich soeben aus der Toskana zurückgekehrt bin. Dort konnte ich nicht nur die in dem Buch beschriebenen Hunde beobachten, sondern ausgiebig mit ernsthaften projekt-involvierten Personen, auch Herrn Bloch, sprechen. Die Vorgehensweise dort ist fundiert und setzt in bester Manier den "populärwissenschaftlichen" Ansatz eines Trumler fort. Ich glaube sagen zu können hier geht es niemandem darum, eine Professur oder andere akademische Meriten zu erwerben.
Natürlich ist es legitim, Wölfe und Hunde zu vergleichen. Es ist sogar unabdingbar. Wer das negiert sollte sich ein anderes Hobby suchen oder versuchen Meerschweinchen mit Klicker und positiver Verstärkung Kunststücke beizubringen.
Ein Teil der Rezensenten zielt ganz offensichtlich darauf ab, den Autor Bloch zu diskreditieren um eigenen oder angenommene "moderne" Sichtweisen in den Vordergrund zu stellen. Die andere Front ist wohl geneigt, kritiklos alles aus dem "Bloch-Lager" hochzuloben.
Beides ist zu tendentiös.
Bemerkenswert ist die Tatsache, das dieses Projekt (und somit natürlich das Buch) geneigt ist, eine riesige Lücke in der Kynologie zu schliessen. Der Weg vorwärts vom Wolf zum Hund, die Domestikation, ist vielfach beschritten und beschrieben worden. Und Bücher über Haushunde und deren Verhalten gibt es auch genug.
Aber der Schritt zurück, die informelle, spontane "Rudelbildung" entlaufener Haushunde wurde so strukturiert in der Natur noch nicht angegangen!
Für mich daher ein ganz wichtiger, bisher fehlender Mosaikstein! Lesen!