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5.0 von 5 Sternen
Atemberaubende Lektüre, 21. Mai 2007
Rezension bezieht sich auf: Die Physik der Welterkenntnis. Auf dem Weg zum universellen Verstehen. (Taschenbuch)
David Deutsch sagt manchmal in kurzen Sätzen derart atemberaubende Dinge, dass ich durch dieses Buch endgültig zur Auffassung gekommen bin, dass die moderne Wissenschaft die Esoterik mittlerweise in den Schatten stellt, und das meine ich keineswegs abwertend.
Ich sehe mich leider kaum in der Lage, auf Details einzugehen, abgesehen von der hier schon dargestellten Verteidigung der Viele-Welten- Theorie, die in ihrer letzten Konsequenz allein schon die wildesten Star-Trek-Dehbücher hinter sich lässt.
Wer nun allerdings denkt, dass Deutsch sich nur mit spekulativem Stoff beschäftigt, irrt sich, im Gegenteil hat er sich bemüht, ein zusammenhängendes Werk zu schaffen, was bei den Grundlagen, z.B. Erkenntnistheorie, beginnt und die Stränge allmählich zu einem runden Bild zusammenführt, was, wenn man dem folgen kann, wirklich zu einer neuartigen und fundierten Sicht der Wirklichkeit führen kann. Er führt dabei beispielsweise Poppers Philosphie mit der modernen Evolutionstheorie von Dawkins zusammen und versucht erfreulicherweise, eine Synthese der interessanten Theorien der letzten Zeit zu leisten.
Nebenbei streift er mal eben Killer-Themen wie die Widerlegung des Solipsismus, Wilensfreiheit, den versuchten Beweis, dass objektive Erkenntnis möglich ist usw., also so ziemlich alle Dinge, an denen sich die Philosophen der Menschheitsgeschichte die Zähne ausgebissen haben. Letzteres, also die Annahme, dass die Welt objektiv ist, steht nämlich in direktem Zusammenhang mit der Annahme, dass die merkwürdigen Quanteneffekte eine Ebene haben müssen, wo sie sich ereignen, also die anderen Welten.
Im Gegensatz zu anderen Deutungen lehnt Deutsch es ab, diese Effekte nur auf statistische Wahrscheinlichkeiten zu reduzieren, und um das darzulegen, holt er im positiven Sinne sehr weit aus.
Man hat hier also den seltenen Fall vor sich, dass ein wissenschaftlicher Autor gleichzeitig einen äußerst wirklichkeitsverbundenen als auch einen fast esoterischen Eindruck macht, und gerade das macht das Buch spannend.
Beim Stil hat man manchmal den Eindruck, dass Deutsch mit dem Niederschreiben seiner Gedanken kaum hinterherkommt, aber wenn man sich ein wenig Zeit nimmt, ist das Buch ein Erlebnis.
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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Interessant, manchmal etwas schwierig, manchmal gewagt, 23. August 2005
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Die Physik der Welterkenntnis. Auf dem Weg zum universellen Verstehen. (Taschenbuch)
In diesem interessanten Buch beschreibt David Deutsch die seiner Meinung nach fundamentalen Theorien, die gemeinsam die Grundpfeiler einer "Theorie für Alles" darstellen können. Dazu geht er auf Überlegungen aus der Wissenschaftsphilosophie, der Evolutionstheorie, der Computerwissenschaften und der Quantenphysik ein. Allerdings kann man die Schwächen seiner wissenschaftsphilosophischen Einstellung, daran erkennen, dass er Interferenzphänomene als Beleg für die Existenz paralleler Universen anführt. Diese Theorie ist interessant zu lesen, aber für mich waren seine Erklärungen nicht ganz überzeugend, zumal Deutsch selber sagt, dass sich Theorien nicht belegen lassen! Auch sein Wirklichkeitskriterium zum "Beweis" wirklich existierender Dinge erscheint mir etwas schwach. Manche Stellen sind für mich nicht einfach zu lesen gewesen (ich studiere ja nicht Physik!) und so musste ich mich erst im Internet über Turing-Maschinen informieren, da diese im Buch nur sehr oberflächlich erklärt werden genauso wie das Mach-Zehnder-Interferometer. Insgesamt ist dieses Buch aber auf jeden Fall lesenswert, wenn man Lust hat, sich ein wenig zum Nachdenken anregen zu lassen. Man sollte Deutsch nicht alles abkaufen, was er schreibt. So ist dieses Buch m.E. nicht geeignet, sichere physikalische Kenntnisse zu vermitteln (im Gegenteil: die Unischerheit solcher "Fakten" selbst wird im Buch diskutiert!), sondern eher als provokativer Denkanstoß zu sehen. Mir haben die wissenschaftsphilosophischen Überlegungen besonders gefallen; diese können auch für andere Wissenschaften von Bedeutung sein. Für 5 Punkte hätte das Buch noch lesbarer sein müssen...
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Mesokosmisch richtig?, 1. März 2006
Rezension bezieht sich auf: Die Physik der Welterkenntnis. Auf dem Weg zum universellen Verstehen. (Taschenbuch)
Dieses Buch hat mich durch seine Argumente und seinen redundanten Stil davon überzeugt, dass derzeit die Vielweltentheorie die beste Interpretation des Podolsky-Rosen-Einstein-Bohm-Experimentes liefert. Aber leider bin ich kein Physiker und beherrsche nicht die Mathematik, um zu überprüfen, ob der Autor recht hat. Aber: von dem her, was ich verstehen kann, nämlich den philosophischen Implikationen dieses Experimentes, muss ich sagen ist Deutschs Argumentation überzeugend. Allerdings muss ich einwenden, dass der Autor mit sehr "mesokosmischen" Begriffen dessen arbeitet, was er als Realität versteht. Es könnte aber sein, das der Makrokosmos und der Mikroskosmo eine von unseren evolutionär bedingten mesokosmischen Denkschablonen sehr abweichende Struktur hat! Das zieht der Autor nämlich nicht in betracht, sonst würde nämlich seine ganze Argumentation zusammenfallen!
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