In Zeiten, in denen sich jeder Singer-Songwriter nennt, der nicht Herz auf Schmerz reimt und E-moll auf der Gitarre spielen kann, suchen einige Künstler ein neues Wohnzimmer. "Die Neuen DeutschPoeten" heißt eine dieser Schubladen, in der sich neben Niels Frevert, Philipp Poisel und Gisbert zu Knyphausen auch ein gewisser MAX PROSA tummelt.
Sein Debüt-Album "Die Phantasie wird siegen" wird sehnlichst erwartet, seit er im letzten Jahr als Support von CLUESO auf sich aufmerksam machte, und hält, was er live versprach. Dieser 22 Jahre junge Bursche - attraktiv, talentiert und sympathisch - ist wie die Erfüllung nie gewagter Träume. MAX PROSA ist einer, der noch an "irgendwo" und "woauchimmer" glaubt, der vom Abhauen und Zurückkommen singt, dabei aber nicht ankommen, sondern weitergehen will. Anders als seine nuscheligen Kollegen, badet Max nicht in der eigenen Befindlichkeitssuppe. Er betrachtet das Ich und Du in größeren Zusammenhängen, aus anderen Perspektiven. Seine Themen sind der Tag und der Sturm, die Stadt und die Stille, vor allem aber immer wieder die Welt, durch die er bunte Blicke wirft. Und man möchte ihm folgen, wenn er singt "ich will so wieder leben, alle Zweifel ertränkt in Übermut". PROSA ist Poesie, ist Zerrissenheit und Unbeschwertheit, ist Leidenschaft am Leben. Mit MAX PROSA verlässt man den Mittelstreifen des populären Musikgschmacks: Lässig auf der linken Spur, Blinker links, dann frech grinsend rechts überholen, einfach weil es Spaß macht.
Die 14 Songs auf dem Album nehmen einen mit auf die Reise durch eher unerforschte Pop-Landschaften. Da ist erzählender Dylan-Folk ("Abgründe der Stadt" oder "So wieder leben"), da sind gebrochene Chansons mit Pathos-Refrain ("Totgesagte Welt" oder "Schöner Tag"), da funkeln geheimnisvolle Scherben mal entfesselt und mal entrückt ("Radio Resistance" oder "Tasunoro"). In allen Songs ist die akustische Gitarre das tragende Instrument, wie zum Beweis, dass MAX PROSA das gesamte Programm auch solo spielen könnte. Mit seinen hervorragenden Mitmusikern ergänzt er seine vertonten Gedanken um Instrumente, die auch ohne Steckdose funktionieren. Hier ein schöner Streicherteppich, dort ein zartes Klingspiel oder die stimmungsvolle Mundharmonika. Prosas Songs atmen, sie schaffen allein musikalisch eine besondere Atmosphäre: So wähnt man sich bei "Mein Kind" in einem Irish Pub mit Blick aufs Meer und kann seinem Blutdruck beim Klettern zusehen, wenn "Im Stillen" von leise nach laut ausbricht.
Mit jedem Song beweist MAX PROSA eindrucksvoll seine Individualität und seine Kunst. "Die Phantasie wird siegen" ist ein Debüt-Album ohne Füllmaterial und ohne Niveauverlust, dafür musikalisch und textlich ganz groß. Lasst dies die Stimme der Phantasie sein, die Ikone einer zukünftigen Zeit, der berührende Augenblick des ewigen Sternenstaubs - dann werden wir alle siegen ...