Ich bin sehr skeptisch an dieses Buch herangegangen, da mir diese populären "Vielschreiber" grundsätzlich suspekt sind, da hier viel zu oft nur darauf geschielt wird, den Massengeschmack zu bedienen. Daher fange ich auch mit ein paar negativen Anmerkungen an: Ich hatte beim ganzen Buch das Gefühl, der Autor hatte von vornherein eine Verfilmung im Auge. Das Ganze ist oft zu kitschig, zu konstruiert, zu oberflächlich. Auch die vielgepriesene Schilderung der damaligen Verhältnisse und der Kritik an den sozialen Gegebenheiten bleiben ganz an der Oberfläche.
Was dieses Buch absolut herausreisst, ist die irre Spannung und die tolle Schreibart des Autors. Man kann das Buch wirklich kaum aus den Händen legen, um endlich dahin zu gelangen, wo es für die Hauptfigur ein gutes Ende nimmt. Der Autor versteht es eine Sucht zu erzeugen, wie ich es selten erlebt habe. Der Schreibstil ist originell, unverkrampft und zuweilen sogar humorvoll. Am Ende bleibt ein schaler Beigeschmack, denn es ist dann doch viel zu konstruiert ... wie in einer TV-Produktion. Dennoch, 4 Sterne für die Spannung und den echten Lesegenuß.
Es werden regelmässig immer wieder Spannungsfelder aufgebaut und immer, wenn man denkt, es könnte nicht schlimmer kommen, wird man doch wieder überrascht.