Nachdem die vierte Staffel die Zuschauer nicht ganz so überzeugen konnte, wie die drei vorherigen, änderten die Produzenten ein wenig die Richtung, würzten die Serie mit knisternder Spannung, auch erzeugt durch geniale Kameraaufnahmen und extrem schnelle Schnitte (24 lässt grüßen), sowie einer Portion mehr Action, und stellten mit Lilly, Marie, Yeliz, Laurenz und Karol wieder ein neues und fulminantes Kinderermittlerteam zusammen, das durch die Bank weg hervorragend miteinander harmoniert. Neben dem starken Thema Integration, das bei den Pfefferkörnern dieses Mal von Yeliz, einem türkischen Mädchen und Karol, einem polnischen Jungen vertreten wird, werden in dieser Staffel eine Reihe hochbrisanter und topaktueller Problemfelder unserer Kinder dargestellt.
Besonders hervorheben möchte ich unter den 13 Folgen, die übrigens allesamt absolute Spitzenklasse sind, vor allem die Folge - Autoschieber - bei der Karol den dringenden Verdacht hat, dass sein Vater in die Dunklen Geschäfte mit einer polnischen Automafia verwickelt ist, und beinahe an dieser Situation zerbricht, sowie die absolut lehrreichen und sehenswerten Teile - Happy Slapping - bei dem ein Schüler gezielt einem entsetzlichen Handy-Mobbing ausgesetzt wird, sowie - Karol Undercover - bei dem dieser versehentlich in die Klauen von Neo-Nazis gerät, auf deren Veranstaltung er dann mutig und inbrünstig die Polnische Nationalhymne vorträgt. Auch die Folgen - Zündstoff und Lilly ist weg - sind an Spannung kaum zu überbieten, so dass man diese Staffel durchaus, ähnlich wie die Serie - Allein gegen die Zeit - vielleicht erst ab 12 Jahre freigeben hätte können (sollen).
Die Pfefferkörner sind und bleiben also für unsere Kinder, und vor allem für die Entwicklung ihrer sozialen Kompetenz ein wahrer Segen, denn diese Serie zeichnet sich neben Kameradschaft, und der Tugend sich für Schwächere einzusetzen, vor allem dadurch aus, dass die Hauptakteure würdevoll und auf ganz anständige Art und Weise für Gerechtigkeit kämpfen. Auch emotional können die Pfefferkörner punkten, wobei die Verkuppelungen der einzelnen Kinder meiner Meinung nach etwas verfrüht stattfinden. Dennoch können hier alle Eltern, die wirklich wollen, das ihre Kinder etwas im Fünf-Sterne-Bereich ansehen, das Fernsehprogramm getrost aus-, und stattdessen den Videorekorder einschalten, und nacheinander diese beiden DVD's einlegen.