Daniel Defoe lässt seinen Ich-Erzähler durch die Straßen und Häuser Londons im Jahr 1964 ziehen, in der Zeit, als die Pest wütete. Angefangen mit möglichen Ursachen für das plötzliche Aufkommen der Seuche, über die schleichende immer schnellere Verbreitung in den einzelnen Stadtteilen und deren verheerenden Auswirkungen, die sie mit sich zog, bis hin zum langsamen Verschwinden der Pest, gibt diese einer Reportage ähnlichen Erzählung Aufschluss über jene grausame Zeit, in der circa 100000 Menschen dieser Krankheit zum Opfer fielen. Bis ins Detail wird von Einzelschicksalen und deren Verzweiflung erzählt, wird Kritik geübt am Umgang mit den Erkrankten. Defoe lässt den Hörer Teil haben an der Angst und dem Entsetzen, die sich unter der Londoner Bevölkerung ausbreitete.
Man fühlt mit den Menschen, bekommt Gänsehaut und meint, man könne den Gestank riechen, der über der Stadt lag. Gert Westphal liest in einfühlsamer Art und schafft damit ein erschreckend reales Bild der Seuche. Man hat das Gefühl dabei zu sein, wenn seine Neugier siegt und er trotz Anraten eines Arztes, das Haus nicht mehr zu verlassen, aufbricht, um zu erzählen, was in London vorgeht.