Wieder ein kleiner Geniestreich von Regisseur Marcus H. Rosenmüller. (Leider auch mal wieder kaum in den nördlicheren Teilen Deutschlands im Kino gelaufen...)
Wie schon in "Wer früher stirbt ist länger tot" ist das Thema dieses Films, der in den frühen 30er Jahren spielt, die Schuld. Und wieder brilliert Markus Krojer in der Hauptrolle als der schüchterne Alexander, der durch eine kleine Notlüge eine ganze Lawine von Misstrauen, weiteren Lügen, falschen Anschuldigungen und schließlich sogar den Bruch von Freundschaften herbeiführt.
Als Alexander versehentlich in den Besitz der von seinem Freund "erfundenen" Perlmutterfarbe kommt und durch eine kleine Unachtsamkeit sowohl die Farbe als auch ein geliehenes Buch verliert, gerät er schnell in die Abhängigkeit des unbeliebten Klassenkameraden Gruber, der die Situation geschickt zu seinen Gunsten auszunutzen weiß.
Und viele, die nicht abseits stehen wollen, springen nur all zu bereit auf den Zug aus Lügen und kleinen Intrigen auf...
In "Die Perlumtterfarbe" kommt der Humor gedämpfter daher als in "Wer früher stirbt ist länger tot". Hier geht es mehr um die inneren Nöte und Gewissensbisse des Hauptdarstellers, der einfach den rechten Zeitpunkt verpasst hat, die Wahrheit zu sagen.
Trotzdem ein Film, den man sich auch - vor allem mit etwas älteren Kindern - in der Familie anschauen kann und sollte. Beleuchtet er doch trefflich und nicht zu kompliziert den Wert der Begriffe "Wahrheit" und "Freundschaft" und was passiert, wenn man beides aufs Spiel setzt.
Das alles ist angenehm ruhig erzählt, ohne hektische Schnitte und überzogene Action. Trotzdem bringt der Film seine vielschichtige Geschichte dabei rasch voran und steuert gekonnt auf das versöhnliche Ende zu, bei dem auch noch die letzte - oder wenn man so will: erste - Lüge entlarvt wird.
Ein Kompliment an dieser Stelle auch an die ganze Riege der Nachwuchsdarsteller, die ihre Rollen durch die Bank weg mit großer Glaubwürdigkeit spielen.
Die gute Kameraarbeit und die unaufdringlich eingesetzte Musik tun dann ihr übriges, um "Die Perlmutterfarbe" zu einem besonderen Genuss werden zu lassen.
Rund eine Stunde kurzweilige Extras (Making of, Deleted Scenes & Outtakes, Set-Tour, Spaß am Set, Mit den Kids beim Dreh, VFX-Making of, Darstellerinfos) und der Audiokommentar runden diese gelungene DVD zusätzlich ab.