Pressestimmen
Zentrales Anliegen der Arbeit ist das Nachvollziehen jener so nachhaltig wirksamen "Russischmachung" der Krim im Kaiserreich des 19. Jahrhunderts. Dabei liegt ihr nicht die administrativ-politische Geschichte, sondern der mental-kulturelle Aspekt dieses Vorganges am Herzen. [...] Insgesamt hat die Autorin eine dichte, voluminöse Diskursgeschichte vorgelegt, die den Reichtum und das Erkenntnispotential kulturgeschichtlichen Fragens am Beispiel eines fesselnden Untersuchungsgegenstandes vorführt. Man erfährt viel über die intellektuellen, publizistischen Auseinandersetzungen mit dem prägnanten, neu gewonnenen Territorium.(Archiv für Kulturgeschichte 91. Band / Heft 2) Es handelt sich um ein hochinteressantes Werk, das vieles und damit jedem etwas bringt. (Das Historisch-Politische Buch, 04/2008) Indem Kerstin S. Jobst die Image bildende Rhetorik mit historischen Ereignissen in Verbindung bringt, gelingt ihr die Einbettung des Krim-Diskurses in eine kulturwissenschaftliche Dimension. (Osteuropa, 05/2009) Die gesamte Publikation ist eine dankbare Aufarbeitung wesentlicher Aspekte zur Krimgeschichte des 18. und 19. Jahrhunderts im Spannungsverhältnis zwischen Russland, der Türkei und dem übrigen Europa, wie man sie in dieser Zusammenstellung und Dichte noch nicht zur Kenntnis nehmen konnte. (Am Wall, 69/2009) Insgesamt hat die Autorin eine dichte, voluminöse Diskursgeschichte vorgelegt, die den Reichtum und das Erkennungspotenzial kulturgeschichtlichen Fragens am Bespiel eines fesselnden Untersuchungsgegenstandes vorführt. (Archiv für Kulturgeschichte, 91/2009) Die Monographie von Kerstin Jobst ist eine hervorragende Studie zu einem wichtigen Thema der heutigen Debatte zwischen Russalnd und Ukraine. (Zeitschrift für Slavistik, 4/2010)
Kurzbeschreibung
Ungeachtet ihrer heutigen Zugehörigkeit zur Ukraine gilt den meisten inner- und außerhalb der Russländischen Föderation lebenden Russen die Krim als integraler Bestandteil russischen Gebiets. Diese Denkgewohnheit ist nicht neu. Schon bald nach der Annexion von 1783 vergaßen die an den russischen Krim-Debatten beteiligten Eliten, dass dieses Territorium ein kolonialer Erwerb mit einer überwiegend fremden, muslimischen Bevölkerung war, dessen Besitz nur schwerlich mit historischen Fakten zu legitimieren war. Die Autorin zeichnet den vielschichtigen mentalen und emotionalen Aneignungsprozess der Krim als russisch nach.