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Die Pension Eva
 
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Die Pension Eva [Gebundene Ausgabe]

Andrea Camilleri , Moshe Kahn
4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (18 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 176 Seiten
  • Verlag: Kindler; Auflage: 2 (7. März 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3463405091
  • ISBN-13: 978-3463405094
  • Größe und/oder Gewicht: 20,6 x 13,2 x 1,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (18 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 245.634 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Andrea Camilleri
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Eigentlich ist die Pension Eva für den heranwachsenden Nenè gar kein Bordell. Nicht nur, dass sich der Junge, der schon früh von seiner Cousine in die Geheimnisse der Liebe eingewiesen worden ist, als Zwölfjähriger vorgestellt hatte, dass in der dreistöckigen Villa im italienischen Vigàta bezaubernde Feen wohnten. Auch ist die „Pension“ auf den Überresten eines Tempels und einer Kirche errichtet worden. Und tatsächlich erscheint das Haus im Roman vor allem ein heiliger Ort, in dem die Männer in den Armen des zweiwöchentlich wechselnden Personals für eine halbe Stunde auch den Krieg und die Lieblosigkeit ihrer Umgebung vergessen können. So verwundert es Nenè nicht, dass er nach der Zerbombung des Bordells am Ende des Romans eine Statue von griechischer Schönheit in den Trümmern findet, die die Hände zum Gebet gefaltet hat -- und die die Illusion des wahren Ortes im falschen Leben gleich wieder entlarvt: „Er berührte sie. Und da bemerkte er, dass sie nicht aus Marmor war, sondern aus Fleisch und Blut. Die Totenstarre hatte längst eingesetzt, und so hatte die Leiche wie eine Statue ausgesehen. Der Staub bedeckte ihren ganzen Körper, und wahrscheinlich war sie daran qualvoll erstickt.“

Der Lektüre des Kurzromans Die Pension Eva aus der Feder des inzwischen 82-jährigen italienischen Bestsellerautors Andrea Camilleri ist zunächst befremdlich. Das hat weniger damit zu tun, dass man vom Autor, der hierzulande nicht zuletzt durch seine spannenden Geschichten rund um den Commissario Montalban bekannt geworden ist, eher einen Krimi als eine leise Erzählung über das Heranwachsen in Zeiten des Krieges erwartet hätte. Vielmehr ist es der etwas altertümelnde Erzählton, der überrascht. Denn bei der Lektüre von Die Pension Eva hat man über weite Strecken das Gefühl, man halte die -- unbedingt notwendige, da ungemein faszinierende -- Wiederentdeckung eines wundervoll schreibenden Autors aus den zwanziger Jahren in den Händen, die die Lektoren des Kindler-Verlags da der Vergessenheit entrissen haben, und nicht eine Veröffentlichung aus dem Jahr 2008.

Wenn man sich aber auf den zwar nostalgischen, aber stringent durchgehaltenen und irgendwie ja auch passenden Erzählton Camilleris eingelassen hat, wird man Die Pension Eva die gegen Ende immer mehr zu einer Sammlung kleiner Geschichten und Anekdoten wird, mit Hochgenuss verschlingen. Da gibt es eigentlich nur eine kurze Passage, in der der allwissende Erzähler seine Leser, den vermeintlichen Tod eines liebestollen Barons im Bombenhagel betreffend, an der Nase herumführt. Da hätte man sich eine weniger effektvolle, dafür aber gelungenere Schreiblösung gewünscht. Aber das ist in dem Roman, der auf kleinstem Raum ein kluges Panorama der faschistischen italienischen Gesellschaft unter Mussolini entfaltet, nun wirklich ein verschmerzbarer Einzelfall. -- Thomas Köster, Literaturanzeiger.de

Kurzbeschreibung

Der junge Nenè wächst im faschistischen Sizilien auf. Jeden Tag, wenn er mit dem Fahrrad zur Schule fährt, kommt er an einer dreistöckigen Villa vorbei. Es ist dort nie jemand zu sehen, nur manchmal tönen lachende Frauenstimmen aus dem Fenster. Nenès Neugier ist geweckt. Immer wieder sucht er diesen magischen Ort auf, doch erst spät findet er heraus, was sich dahinter verbirgt: ein Bordell. Nachdem der Vater von Nenès Freund Jacolino die Leitung des Hauses übernimmt, dürfen die Jungen, obwohl sie noch nicht volljährig sind, jeden Montag, dem Ruhetag, hierher kommen, um mit den Prostituierten zu essen und zu trinken und sich ihre Geschichten erzählen zu lassen. Draußen herrscht Krieg, und im Schrecken der Bombennächte wird die Pension zu einem Ort lebendiger Phantasie.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
25 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Winfried Stanzick HALL OF FAME REZENSENT TOP 10 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Den Ort Vigata kennen wir aus den zahlreichen Kriminalromanen Andrea Camilleris mit seinem sympathischen und im ganzen Genre wohl einzigartigen Commissario Salvo Montalbano. Nun entführt uns Andrea Camilleri in seinem neuen Roman "Die Pension Eva" zurück in die Zeit seiner eigenen Kindheit im faschistischen Sizilien. "Die Pension Eva ist nicht autobiographisch", schreibt er in einer kurzen Anmerkung am Ende des Buches, "auch wenn die Hauptfigur den Namen trägt, den ich früher bei meiner Familie und meinen Freunden hatte. Der historische Kontext ist authentisch, und die Pension Eva hat es wirklich gegeben."

Nene ist ein etwa zehnjähriger Junge. Sein Vater arbeitet im Hafen von Vigata, und immer, wenn Nene ihn dort besucht, kommt er an einer dreistöckigen Villa vorbei, die über lange Zweit sein Interesse weckt. Niemals ist dort jemand genauer zu sehen, doch er hört oft kräftige und helle Frauenstimmen aus den Fenstern klingen. Immer wieder kommt Nene, neugierig geworden, an diesen faszinierenden Ort zurück und findet mit Hilfe seiner älteren Schulkameraden auch heraus, was sich hinter dem Haus verbirgt: ein Bordell.

Camilleri beschreibt in diesem ersten Teil des Romans sehr feinfühlig und genau die erwachende Sexualität eines Jungen, sein beginnendes Interesse am weiblichen Körper und seinem eigenen Geschlechtsteil, er beschreibt genau, wie es in dieser Zeit, damals jedenfalls, unter den Jungen zuging, wenn sie darüber sprachen. Ich selbst kann mich gut daran erinnern, wie ich, etwa Mitte der sechziger Jahre, völlig unaufgeklärt, so wie Nene auf dem großelterlichen Speicher zu suchen begann und in einem dunklen Arztbuch mit den ersten Zeichnungen nackter Frauenkörper konfrontiert war. Ich kann auch noch nachspüren, mit welchen Gefühlen, die dort erwachten, diese Suche verbunden war.
Camilleri kann es auch; und er erinnert sich auf eine Weise, die ich solidarisch nennen möchte, der erfahrene, alte Mann beschreibt mit viel Liebe und Nachsicht die erwachende Sexualität eines Jungen, der er selbst gewesen sein könnte.

Etwas älter geworden, macht Nene bei seinem Klassenkameraden Matteo Mathematikhausaufgaben, und wird dort eines Tages von dessen Mutter, Signora Bianca verführt. Später stellt sich heraus, dass sie das früher oder später mit allen ansehnlichen jungen Burschen im Ort getan hat und dass sie es offenbar auf eine Weise tat, die ihnen nicht geschadet hat.

Als irgendwann der Vater eines Freundes von Nene die Leitung der Pension Eva" übernimmt, dürfen die Jungen, die sich im übrigen prächtig verstehen, jeden Montag, dem Ruhetag des Bordells , dorthin kommen, und dürfen mit den Prostituierten essen, trinken und sich Geschichten erzählen lassen.
Die Mädchen wechseln alle paar Wochen, die Jungen werden älter und bleiben. Der Krieg draußen schreitet voran, die ersten Bomben der gegen das faschistische Italien kämpfenden Alliierten fallen auf Sizilien, doch während all dieser von Camilleri detailliert geschilderten Zeit wird die Pension Eva besonders montags zu einem Ort voll lebendiger Phantasie, spannender Geschichten und bewegenden Lebensschicksalen. Als einer der Freunde sich in eines der Mädchen verliebt, will er sie unbedingt auslösen, und ein dramatischer Wettlauf beginnt ...

Camilleri hat in seinem neuen Buch in einem "erzählerischen Ausflug", wie er das nennt, eine wunderbare Geschichte erzählt einer Jugend und der mit ihr erwachenden Sexualität. Er hat es eingebunden in einen historischen Abschnitt seiner Heimat, den er schon in anderen Büchern oft zum Thema gemacht hat.
Ein sehr empfehlenswertes Buch.
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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Mag Wolfgang Neubacher TOP 500 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Kurz vor seinem 80. Geburtstag - so der Autor im Nachwort - hat Andrea Camilleri diesen Roman geschrieben. Und was für einen!
Wir befinden uns auf Sizilien. Zu Beginn des Romans ist Nene - die Hauptperson - 12 Jahre alt, am Ende 18. Er wird in diesen 6 Jahren vom Kind zum Mann. Dazu trägt ganz wesentlich die "Pension Eva" bei. Diese "Pension" ist eine Bordell, in dem die "Damen" alle 14 Tage wechseln. Hier verbringt Nene mit einigen Freunden an jenen Tagen, an denen die "Pension Eva" geschlossen hat, viele Stunden. Sie hören sich vor allem die Geschichten der "Damen" an, "Geschichten, die das Leben schrieb", wie es so schön heißt.
Begleitmusik zu diesen Vorgängen ist der 2. Weltkrieg, der auch in Vigata, wo die "Pension Eva" sich befindet, stark zu spüren ist. Die alliierten Bombenangriffe bringen Verderben über Vigata und über ganz Sizilien...
Andrea Camilleri schildert das (sexuelle) Erwachen eines jungen Mannes in einer unnachahmlich luftigen und leichten Art. Die "Doktorspiele" zwischen Nene und seiner Cousine wirken auf den Leser überhaupt nicht peinlich; die "Damen" der "Pension Eva" werden als nett, vielfach kultiviert und sympathisch geschildert, sodass sich mancher Kunde sogar in eine von ihnen verliebt (und sie als Frau heimführen möchte).
Man liest dieses Buch in einem Zug und legt es lächelnd aus der Hand - gleichzeitig traurig, dass es schon aus ist!
Camilleri-Fans sind wahrhaftig glückliche Menschen!
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Uli Geißler TOP 500 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Der vierzehnjährige Nené wächst in der italienischen Stadt Vigàta im faschistischen Sizilien auf. Irgendwie kriegt er nicht so recht mit, was um ihn herum geschieht, schließlich konzentriert er sich doch sehr auf die Schule. Zunächst uninteressiert an dem großen - wie er später in Erfahrung bringt - auf den Festen zunächst eines Tempels und später einer Kirche erbauten Gebäude mit den vielen darin wohnenden Frauen, erfährt er eines Tages, dass es sich um ein Bordell handelt. Noch unerfahren und etwas unwissend erweitert er Stück für Stück seine Kenntnisse über das Leben dort, das Leben überhaupt und vor allem die Sexualität. Ganz normal für einen sich entwickelnden Jugendlichen.

Beschaulich und in einer von Nené selbst gewählten Geschwindigkeit erobert er sich die Welt der Körperlichkeit, der Beziehungen und der Liebe. Sein Freund Jacolino weiß so viel mehr und hat Kontakte zu den Damen, die sich in der Villa montags von ihrer täglichen Arbeit erholen. Die Jungs werden älter und eines Tages übernimmt Jacolinos Vater die Leitung des Etablissements. Das ermöglicht ihnen, obwohl noch nicht volljährig, sich immer am Montag mit den zweiwöchentlich wechselnden Damen zu treffen, mit ihnen zu essen, zu trinken und zu feiern. In fröhlicher Runde sind sie geradewegs eine kleine Familie, die sich zum Austausch dort trifft. Nichts ist verwerflich, unanständig oder schmuddelig. Es sind aufrichtige Beziehungen und angenehme Stunden, die alle gemeinsam dort verbringen.

Nené erfährt vom Leben und der Welt, vom Leid und Schmerz aber auch ganz viel vom Glück und vor allem von der Liebe, welche ihn heftig und selbst ereilt. So entwickelt sich der Roman am Rande der bombenschwangeren Kriegsjahre ablenkend und doch von den Ereignissen bedrückt als ein idyllisches Randerleben von bedeutender Lebensintensität. Genau weiß man nicht, wohin die Geschichte führen soll, doch am Ende wirkt die entstehende Melancholie bei aller Traurigkeit, die in den Geschehnissen verborgen steckt ein wenig wie ein Happy End. © 3/2008, Redaktionsbüro Geißler, Uli Geißler, Freier Journalist, Fürth/Bay.
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Die neuesten Kundenrezensionen
... eine außergewöhnliche Geschichte über das...
Andrea Camilleri bringt seinen Lesern mit "Die Pension Eva" die Welt des jungen Sizilianers Nenè nahe. Lesen Sie weiter...
Vor 4 Monaten von CulturalNoise OnlineMagazin / cultural-noise.de veröffentlicht
Ein großartiger Geschichtenerzähler!
Andrea Camilleri kann es einfach! Er ist bestimmt einer der größten Geschichtenerzähler unserer Zeit. Lesen Sie weiter...
Vor 6 Monaten von Erik Montalbano veröffentlicht
Ganz nett
Die Pension Eva liest sich ganz nett und flüssig. Dennoch fehlt mir ein wenig die Action hier.
Kein Buch, das man mehrmals liest.
Vor 13 Monaten von Andreas veröffentlicht
Männliche Idealisierungen und eine berührende Geschichte
Wenn Kunden über eine Dienstleistung schreiben, die aus ökonomischer Not und nicht aus Freude erbracht werden, dann wird zwangsläufig idealisiert. Lesen Sie weiter...
Vor 15 Monaten von Fuchs Werner Dr veröffentlicht
Ein kleines feines Büchlein
In ,,Die Pension Eva'' entführt Andrea Camilleri den Leser ins faschistische Sizilien der 30-er und 40-er Jahre. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 31. Januar 2010 von Sagxulo
Geschichten um einen "magischen Ort"
Die Geschichte spannt sich um das langsame "Erwachsen werden" der Hauptperson "Nene" (so wurde Andrea Camilleri in seiner Jugend genannt) und spielt in Sizilien (genauer in der... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 22. November 2009 von Christian Bleis
Camillieri, Pension Eva
Von Camilleri sind wir Bessers gewohnt. Wehmütiger Rückblick eines alten Mannes auf in jeder Beziehung unbeschwerte Adoleszens. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 3. Oktober 2009 von 77raicon
Die Pension Eva
Das Buch schildert in einer sehr leicht verständlichen Sprache die Zeit während und nach dem Kriege im armen Sizilien in der ein jugendlicher seine ersten sexuellen... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 3. Oktober 2009 von Helmut Rühm
Ein "erzählerischer Ausflug" in das Vigata vor dem Krieg - ein...
Den Ort Vigata kennen wir aus den zahlreichen Kriminalromanen Andrea Camilleris mit seinem sympathischen und im ganzen Genre wohl einzigartigen Commissario Salvo Montalbano. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 3. Dezember 2008 von Winfried Stanzick
Liebe in den Zeiten des Krieges
Ich kenne Camilleri von seinem Commissario Mantalbano und seinen historischen Romanen her. Ich liebe seinen Stil, seinen Witz und auch die sexuellen Anzüglichkeiten, die man... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 15. Juni 2008 von Dietmar Duckstein
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