Die Pelzhändlerin, einer der besten historischen Romane, den ich je gelesen habe. Ines Thorn schafft es, durch ihre gleitenden Übergänge und genauen Umgebungsbeschreibungen einen direkt ins Frankfurt des 15. Jahrhundert zu ziehen. Tagelang wird man von dem Buch gefesselt und fängt nach einer Zeit an sich selbst für eine der genaust beschriebenen Personen zu halten. Jeder echte Frankfurter wird in diesem Buch seine Freude haben durch die meist heute noch erhaltenen Gassen des damaligen Frankfurts zu laufen und Bekanntes wieder zu entdecken wie z. B. in der Liebfrauenkirche zum Gottesdienst erscheinen oder in einer Schänke einen Apfelwein zu trinken, alles ist möglich. Sich aber trotzdem stets bewusst sein, sich in einer ganz anderen Welt zu befinden. In einer Welt, in der Frauen es noch schwer haben, sich in der Männerregierten Welt durchzusetzen. Doch mit Sybilla einer starken, selbstbewussten Frau, die immer genau weiß was sie will, wird auch dies möglich. Ob Sybilla einem sympathisch oder nicht erscheint, spielt keine Rolle, da man ob man nun will oder nicht an allen ihren Ängsten und Freuden teilnimmt, als würden sie einem selbst wiederfahren. Denn Ines Thorn schildert dies mit so viel Leidenschaft, dass man oft selber vor Hass oder Liebe zu zerspringen droht. Wer solch einen Lesegenuss erfahren möchte sollte sich dieses Buch aneignen. Ich kann es mit zurecht weiter empfehlen! und ich werde gewiss auch ihren zweiten Roman über das weitere Leben von Sybilla und ihrer Tochter Eva lesen.