Obwohl vom Titel dem Buch "Patiententestament" (von Judith Knieper) vergleichbar, nähern sich die Autoren dieses Taschenbuches dem Thema der selbstbestimmten Gesundheitsvorsorge, die meist eine Behandlungsbegrenzung, oft missverständlich Sterbehilfe genannt, beinhaltet, von ganz anderer Seite. Die Autoren sind Thomas Klie, in Betreuungskreisen bestens bekannt und Professor an der Ev. Fachhochschule Freiburg sowie Prof. Dr. med. Student, Leiter des Stuttgarter Hospizes. Zwar wird auch in diesem Büchlein die juristische Seite der Sterbehilfe- und Patientenverfügungsdiskussion angesprochen, aber eher untergeordnet und bei weitem nicht so umfassend wie bei Frau Knieper. Schwerpunkt dieses Buches ist stattdessen die medizinisch-ehthische Seite der Angelegenheit. Der Wunsch, ohne Schmerzen und in Anwesenheit liebender Menschen zu sterben, nicht der Apparatemedizin ausgeliefert zu sein, auch die trügerische Sicherheit, die viele vorformulierte Patiententestamentsvordrucke bieten, werden thematisiert. Das Buch dreht sich um zahlreiche anrührende und anschauliche Beispiele von zum Teil aussichtslosen Lebenssituationen, die sich um die Frage von Sterbehilfe und -begleitung drehen. Es ist das Ziel der Autoren, dass man die eigene Betroffenheit spürt, die beim Lesen des Buches entsteht, um sich die vermeintlich "einfache" Entscheidung, nämlich das Verlangen des Unterlassens von Behandlungen in Grenzsituationen überdenkt. Hier ist im Buch auch die "Handschrift" der Hospizbewegung erkennbar. Das Formulieren einer Patientenverfügung soll das Endprodukt eines solchen Erkenntnisvorgangs sein. Auch in diesem Buch finden sich im Anhang wichtige Formulierungshilfen mit Erläuterungen sowie Adressen und Literaturhinweise. Fazit: eine wichtige Ergänzung zu dem eher juristisch gehaltenen Buch von Frau Knieper und ebenfalls unerläßlich für eine professionelle Beratungstätigkeit, gleich ob in Betreuungsverein, Betreuungsbehörde, Krankenhaus, Altenheim oder Hospiz.