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77 von 90 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Das verkannte visuelle Meisterwerk., 16. Juni 2004
Rezension bezieht sich auf: Die Passion Christi (DVD)
Es gibt wohl keinen Film, der in letzter Zeit so heiß diskutiert wurde wie Mel Gibsons „Die Passion Christi". Leider hat man vor allem in Deutschland bei all der „Berichterstattung" über diesen Film vor allem eines vergessen, nämlich den Film selbst aus sich heraus zu beurteilen. In der medialen Berichterstattung wurden bewusst normaler Weise klar zu trennende journalistische Formen wie Bericht und Kommentar/Kritik vermischt, um den Film nahezu einhellig als „Gewaltorgie mit antisemitischen Tendenzen" zu verurteilen. Offenbar kann ein Film mit oder über ein religiöses Thema nicht unvoreingenommen und unpolitisch beurteilt werden. Ein religiös motivierter und inspirierter Künstler erscheint vielen sogar als unangenehm und undurchsichtig. Wie gerne hat man aus Gibson den verblendeten, radikalen, fundamentalistischen Erzkatholiken gemacht. Eine tatsächliche, inhaltliche Auseinandersetzung mit seinem Film, den filmischen Mitteln, dem Erzählstil usw. fand jedoch nicht statt. Diese hätte nämlich eindeutig gezeigt, dass Gibson mit „Der Passion Christi" ein absolutes Meisterwerk gelungen ist, welches den Zuschauer intellektuell und emotional herausfordert und das unabhängig von konfessionellen Prägungen. Gibson hat seine sehr persönliche Interpretation der letzten 12 Stunden im Leben Christi abgeliefert. Solche Interpretationen sind Künstlern zu allen Zeiten sowohl in der Kunst, als auch in der Bildhauerei und Musik zugestanden worden. Gibson wählte für seine Interpretation die Kunstform, die ihm am nächsten liegt, und die er - wie wir spätestens seit Braveheart wissen - mit Bravour beherrscht, nämlich das Kino. In jeder Filmminute, in jeder Einstellung ist Gibsons immense Leidenschaft für das Projekt fühlbar. Sein Film hat eine nahezu unübertreffliche, überwältigende visuelle Kraft, die heutzutage nur selten im Kino erreicht wird. Gibsons Bildersprache ist so exzellent, dass der Film auch ohne Dialoge oder Untertitel verständlich wäre. Die dennoch vorhandenen untertitelten Dialoge in Lateinisch und Aramäisch geben dem Film zusätzliche Authentizität. Der Zuschauer kann den Text nicht einfach nur als Floskeln, als literarische Kunstform abtun, sondern er erlebt sie intensiver und lebendiger als je zuvor. In der öffentlichen Diskussion spielte vor allem die Darstellung von Gewalt in den Film eine große Rolle. Nur allzu gerne griff man in den Medien zu brachialen Superlativen, um die Gewalt zu beschreiben. Man verwendete also Bigotterweise selbst verbale Gewalt. Unbestreitbar ist, dass Gibson die Passion, also die Hingabe Christi, so realistisch und plastisch wie möglich zeigen wollte. In Zeiten, in denen für viele Menschen ein Kreuz nur noch zu einem netten Modeschmuck ohne Bedeutung verkommen ist und viele die Kreuzigung nur noch als verklärtes Ritual mit Märchencharakter begreifen, erscheint Gibsons Interpretationsansatz durchaus mehr als sinnvoll und nachvollziehbar. Die Kreuzigung ist eine der grausamsten und brutalsten Hinrichtungsmethoden gewesen. Gibson zeigt dies in ehrlichen, realistischen und gerade deshalb oft nur schwer zu ertragenden Bildern. Man möchte immer wieder wegsehen und aufschreien und dennoch gehen die Folterungen weiter. So quälend das zum einen für den Zuschauer ist, so hilfreich und ehrlich ist es auch, um Gewalt als das zu begreifen, was sie ist. Zu keinem Zeitpunkt verwendet Gibson Gewalt zum Selbstzweck oder gar zur Befriedigung voyeuristischer Triebe. Im Gegenteil, die schonungslosen Bilder klagen Schaulust ebenso an, wie sie die wahre Natur des Menschen offen legen. Wir sind nun mal als Menschen gleichzeitig sowohl zu größter Güte, als auch zu unbeschreiblicher Grausamkeit fähig. Vom göttlichen Funken in uns und von den Lehren Christi angetrieben, sollte es unsere Aufgabe sein, nicht nur Gut und Böse als solches zu erkennen, sondern sich eben auch entschlossen für das Gute zu entscheiden. Effektvoll schneidet Gibson die Kernaussagen der Botschaft Christi wie etwa seinen Appell an Nächstenliebe und Gewaltlosigkeit in Rückblenden immer wieder zwischen die unaussprechlichen Leiden Christi. Die so erreichte Wirkung ist viel größer, als dies etwa mit einer wörtlichen, bloßen Abfilmung z.B. der Bergpredigt möglich gewesen wäre. Auch das rechtfertigt Gibsons Stil und widerlegt all jene, die ihm die Vernachlässigung der Botschaft Christi vorwarfen. Durch seine effektvollen und exakt platzierten Rückblenden auf das letzte Abendmahl bringt uns Gibson die selbst bei praktizierenden Christen oft zum bloßen Ritual verkommene wahre Bedeutung der Messfeier, der Wandlung in Fleisch und Blut nahe. Bei Gibson kommt also nichts zu kurz, sondern es wird vieles klarer und eindringlicher. Klarer hätte allen Kritikern auch werden sollen, dass „Passion" alles andere als „antisemitisch" ist. Leider verklärte der Willen, den Film eben genau in diese Richtung deuten zu wollen, den ehrlichen Blick auf das, was im Film tatsächlich gezeigt wird und vor allem wie Gibson es zeigt. In anderen Worten: Nur wenn man wirklich krampfhaft Antisemitismus vorwerfen will, kann man vielleicht Entsprechendes finden. Man ist dann aber angreifbarer, als es der Film selbst je sein könnte. Gibson greift - wie das NT selbst - nicht die Juden pauschal an, sondern angeprangert werden die Machtbesessenheit, der rücksichtslose Willen zum Machterhalt der damals mächtigen Pharisäer, die Manipulationsfähigkeit der Massen und unser aller Faszination für das Böse und Gewalt. Aus Gibsons Film geht eindeutig hervor, dass die machtbesessenen Pharisäer, die die Hinrichtung Jesu betrieben, sich eben nicht durch ihren Glauben charakterisierten oder dadurch dass sie (zufällig) Juden waren, sondern durch ihre rücksichtslose Abkehr von eben den Glaubenswerten, die auch dem Judentum zu Eigen sind. In der Szene z. B., als sich der Jude Jesus zu den Anschuldigungen der Pharisäer äußern soll, lässt Gibson auch jene unter den anwesenden Pharisäern zu Wort kommen, die gegen die Verfolgung des revolutionären Jesus waren. Gezeigt wird also durchaus die Vielschichtigkeit unter den Pharisäern. Neben den Pharisäern tauchen in dem Film aber auch eine ganze Reihe anderer Juden auf, die eindeutig Sympathieträger sind. Der Begriff Jude fällt nur einmal (in den UT) als römische Beschimpfung des Juden, der für Jesus das Kreuz getragen hat auf den letzten Metern des Kreuzganges. Die Grausamkeit und Gewaltlust der Römer ist hingegen immer spürbar. Wer also hier von einem einseitigen, antijüdischen Blickwinkel spricht, redet definitiv am Film vorbei. Ich kann also nur jedem empfehlen, sich „Passion" selbst und möglicht unvoreingenommen von den kampagnenartigen Kritiken anzusehen. Es erwartet Sie ein Meisterwerk, dessen Bilder und visuelle Kraft einen noch lange beschäftigen werden. Ein Film mit einer hervorragenden Kameraarbeit, die nahezu aus jedem Bild ein Gemälde zu machen scheint, mit exzellenten Darstellern und herausragender Filmmusik.
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141 von 167 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Grausamkeiten ohne Ende muß man dass sehen ?, 6. Mai 2004
Rezension bezieht sich auf: Die Passion Christi (DVD)
Selten wurde über einen Film schon vor dem Kinostart so heftig und kontrovers diskutiert wie über Mel Gibsons dritte Regiearbeit "Die Passion Christi". Insbesondere der Vorwurf des Antisemitismus und die explizite Darstellung von Gewalt erhitzt die Gemüter. Die Handlung ist hinlänglich bekannt. Erzählt werden die letzen zwölf Stunden im Leben Jesu, vom Gebet im Garten Gethsemane bis zu seinem Tod am Kreuz. Wer die Bibel kennt, sollte wissen, was ihn erwartet. Das 126 Minuten lange Epos beschreibt in blutigen und extrem brutalen Bildern die letzten zwölf Stunden Jesu - vom Nebel durchwaberten, in bläuliches Licht getauchten Garten Gethsemane bis zum Hügel von Golgatha, vom Judaskuss bis zum letzten Seufzer "es ist vollbracht". Dazwischen liegt ein langer und grausamer Leidensweg mit immer neuen Foltern. Selbst die Haltung der Kirche zu Gibsons Version der Kreuzigung bleibt weiterhin zwiespältig. Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischof Wolfgang Huber, hat von einem Besuch des Films "Passion Christi" ausdrücklich abgeraten. "Die Kreuzigung war die grausamste Hinrichtungsart der damaligen Zeit. Aber das Ausmaß, in dem Brutalität ausgeschlachtet wird in diesem Film, finde ich wirklich unerträglich", sagte Huber in einem Fernseh-Interview. Papst Johannes Paul II. übt sich demgegenüber weiter in Zurückhaltung. Mel Gibson selbst scheint die Welle der Empörung indes kaum zu berühren. Der Anhänger einer konservativen katholischen Glaubensgemeinschaft erkärte nur, dass der Heilige Geist bei den Dreharbeiten durch ihn gewirkt hätte. Im krassen Gegensatz zur evangelischen steht bei der Kritik die katholische Kirche die Mel Gibsons Machtwerk als sehr gelungen befindet. Man kann darüber wohl diskutieren solange man will, der Film wird die Meinungen der Kinobesucher spalten wie es selten zuvor ein Film getan hat. Ich vermute das sich dies auch in den hier verfassten Rezensionen niederschlagen wird. Es wird kaum Kritiken mit drei oder vier Sternen geben, den entweder der Film wird als so abschreckend empfunden das er mit einem Stern gestraft wird oder es passiert das genaue Gegenteil und Gibsons Epos erhält die volle Punktzahl. Ich begab mich nun am Tag der Deutschlandpremiere auch mit sehr gemischten Gefühlen ins Kino und kann vorab sagen, das mich der Film im Innersten getroffen hat. Was mich an den ganzen Diskussion um den Film ein wenig verwundert, ist, dass man den Eindruck bekommt, als würde Mel Gibson völlig neue Aspekte und Perspektiven der Passionsgeschichte Christi in seinem Film darstellen. Man könnte meinen das die im Film dargestellte Brutalität etwas absolut neues ist. Der Film gibt die letzten Stunden Christi relativ realitätsnah (oder besser gesagt "bibelnah") wieder. Die Bibel selbst schildert sie in einer harten, brutalen und ungeschönten Weise. Jeder, der die Vorstellung von einem "Persil-sauberen Jesus am Kreuz" hat (so wie in manchen Bildern berühmter Künstler), sollte mal wieder in der Bibel lesen um zu sehen wie es damals wirklich war, bevor man Mel Gibsons Film zu viel Brutalität vorwirft. Sicher wird im Film jedes Mittel zur Gewaltdarstellung bis zum Äußersten ausgereizt aber seien wir doch mal ehrlich, wer hat den geglaubt das die Kreuzigung ungefähr so wie in Monty Pythons „Life of Brian" abgelaufen ist. Die extreme Brutalität ist bestimmt an manchen Stellen unerträglich aber was wäre der Film wenn das ganze Spektakel ohne diese Szenen entstanden wäre. Gibsons Film beschönigt nichts und ist bestimmt nicht Jedermanns Sache aber man soll dem Film nicht Grausamkeiten vorwerfen die in dieser Form noch nie da gewesen sind, den wenn man nur in die jüngere Vergangenheit der Menschheit schaut, sieht man zu was Menschen fähig waren und vor allem immer noch fähig ist. Ob Gibsons Film die Wahrheit zeigt kann wohl keiner mehr belegen, aber selbst die Bibel beschreibt die Kreuzigung als grausam und brutal und widerspricht den Meinungen über einen in strahlend weissen Tüchern gehüllten am Kreuz hängenden Jesus. Mit Jim Caviezel, der schon in großen Filmen wie „Der schmale Grat" oder „Monte Cristo" zu sehen war, hat Mel Gibsons auch die Idealbesetzung für seinen Jesus gefunden. Neben Caviezel sind unter anderm Monica Belucci als Maria Magdalena und Claudia Gerini als Mutter von Jesus zu sehen. Es handelt sich um eine Historienverfilmung bei der auch einige Fakten durch Gibsons persönliche Visulaisierung wiedergegeben werden und dabei muss man Ihm doch einige Freiheiten zugestehen. Das ein Hollywoodfilm dann auch in manchen Szenen mit typischem Hollyoodkitsch wie zum Beispiel in der Szene im Garten Gethsemane aufwartet sei an dieser Stelle mal verziehen. Das Ergebnis hält sich zwar nicht immer an die Fakten und nutzt wie gesagt jede Art der Gewaltdarstellung schamlos aus, aber trotz allem ist es ein Film der hoffentlich seinen hintergründigen Sinn erfüllt, nämlich vielen Menschen Gott wieder näher zu bringen. Mel Gibsons Film polarisiert wie kaum ein anderer, aber wer sich auf das zweifelhafte Vergnügen einlässt soll sich danach nicht aufregen weil jeder weiss das der Film einfach nur die letzten 12 Stunden im Leben Jesu Christi zeigt und diese sind nunmal keine Sonntagsnachmittags Unterhaltung. Für mich persönlich ist „Die Passion Christi" ein großartiger Film der hoffentlich viele Menschen wieder auf den rechten Weg bringt und andere in Ihrem Glauben bestärkt.
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18 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
mutiges Filmwerk - sehenswert!, 15. April 2007
Rezension bezieht sich auf: Die Passion Christi (DVD)
Jesus mal anders - nicht nur lieblich wallende Haare und freundliches Kindergesegne in Sandalen,
sondern auch die brutale Seite seines Lebens, die Ablehnung, Verachtung, Verurteilung, Folter bis hin zur Hinrichtung.
All dies wird im christlichen Umfeld oft eher verdrängt oder in Wortphrasen so verklausuliert, dass der eigentliche Horror nicht mehr spürbar ist.
Mel Gibson hat den Mut, die Ereignisse so zu zeigen, wie sie in der Bibel niedergelegt sind und zwar Punkt für Punkt und nicht nur die "politisch korrekten" Szenen.
Leiden wird miterlebt.
Durch die Verwendung der historischen Sprache (deutsche Untertitel reichen völlig aus)
wirkt der Film noch authentischer und beeindruckender
Sollte ein Pflichtfilm werden für alle, die sich Christen nennen.
Empfehlenswert!
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