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Kundenrezensionen

16
3,7 von 5 Sternen
Die Party bei den Jacks: Roman
Format: TaschenbuchÄndern
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14 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 25. Dezember 2012
Neugierig gemacht von vielen positiven Rezensionen und der Andeutung, dass es sich um den vergessenen Zwilling im Geiste des großen Gatsby handele, habe ich mir das Buch besorgt und es nach 150 mühevollen Seiten schlussendlich weggelegt.
Man muss Thomas Wolfe sicher einen scharfen Blick für die Zustände der Zeit und schriftstellerisches Können attestieren. Allein die Detailverliebtheit, mit der er selbst Banalitäten über Seiten hinweg zelebriert, war mir zu viel. So wurde beispielsweise eine reichlich gedeckte Tafel bis in das letzte Staubkörnchen genau beschrieben, wobei der Autor sehr häufig Wiederholungen einsetzt, die wohl bestimmte Aspekte besonders hervorheben sollen, im Lesefluss jedoch mich schnell ermüdet haben.

Wie bereits erwähnt, will ich den schriftstellerischen Wert dieses Buches nicht in Abrede stellen, allerdings richtet sich die Rezension an Personen, die genau wie ich gerne einem interessanten Handlungsstrang folgen, welcher in diesem Buch zugunsten ausführlicher Beschreibungen und der Dokumentation banaler Unterhaltungen, vernachlässigt wird. Das Gefühl, sich mit diesem Buch in den "roaring 20s" zu befinden, schimmert allenthalben zwischendurch für einige Zeilen durch, auch bleiben die handelnden Personen charakterlich weitgehend undeutlich. Ihr Wesen muss man sich aus der Beschreibung ihrer Oberfläche, Interessen und Gesten ableiten.

Für mich war das Buch leider kein Schmöker, stilistisch anstrengend und wenig anregend.
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16 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Ein Buch mit einer verheissungsvollen Inhaltsangabe das auch rund 80 Jahre nach der Erstveröffentlichung an Aktualität nichts, aber auch gar nichts eingebüsst hat. Eine rauschende Party im Mikrokosmos der New Yorker Upper-Class, destillierte und verquirlte Eindrücke einer elitären und unbeschwerten Gesellschaft die sich und ihresgleichen feiert. Doch es entsteht das Gefühl, dass diese dekadente in Selbstgefälligkeit versunkene Ansammlung an Partygästen eine unbewusste Vorahnung hat dass es mit dieser Herrlichkeit nicht unendlich so weitergehen kann aber dieses beängstigende Gefühl verdrängt. Symbolisch für das Ende der zwanziger Jahre mit dem mächtig donnernden Börsencrash und der folgenden Grossen Depression ist der Brand im Hochhaus und das ungläubige Staunen der Feiernden das ihnen so etwas zustossen konnte und mit welch beängstigender Hilflosigkeit, Gleichmütigkeit und Arroganz sie dies zur Kenntnis nehmen.

Der Roman beginnt mit dem detailreichen Porträt von Frederick Jack und seiner Frau Esther Jack. Die beiden sind die Karriereleiter steil empor gestiegen und leben den amerikanischen Traum mit fürstlicher Stadtwohnung und zahlreichen Angestellten. Bis in die Mitte des Romans ist das Leben der beiden Hauptpersonen der alleinige Dreh- und Angelpunkt. Gerade als sich so etwas wie Langweile einnisten will nimmt die Geschichte rechtzeitig eine Wendung und von nun an widmet sich alles der beginnenden Party. Es haben sich alle versammelt, von der beutegierigen Hochfinanz über die wirtschaftlichen Gesundbeter, die liberalen Rechtsverdreher ebenso wie die sozialistischen Welterlöser und alle werden vom beflissenen Dienstpersonal umschwirrt. Man widmet sich dem Small Talk, ist "very sophisticatet" und berauscht sich ausgelassen am zügellosen Lebensstil... bis der aufziehende Rauch des Brandes die Menschen aus dieser Scheinwelt auf die Strasse treibt.

Die Sprache und der Erzählstil von Thomas Wolfe hat mich ganz ehrlich komplett aus den Socken gehauen. Die Beobachtungsgabe und die Detailversessenheit mit der er alles schildert in Verbindung mit der nicht enden wollenden Flut an Adjektiven und das in lockerer, federleichter Art auf Papier gebracht ist ganz grosse literarische Kunst. Der Autor scheint mir äusserst gebildet zu sein und er verfügt über einen schier unerschöpflichen Wortschatz. Aus dem riesigen Reservoir an Beschreibungen bedient sich der Autor in grossem Masse und zaubert Textpassagen hervor die ich nur als grandios bezeichnen kann. Auch wenn das Buch ein paar Phasen hat die etwas langatmig anmuten strahlt die Geschichte eine Faszination aus der ich mich nicht entziehen konnte. Eine dicht verwobene Geschichte von grosser literarischer Qualität ganz fein und eloquent erzählt. Ich bin tief beeindruckt von der Zeitlosigkeit des Inhalts und der Sprache.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Dies ist eigentlich kein eigenständiger Roman von Thomas Wolfe, es ist eine Episode, eine kurze, unvollständig wirkende, in sich nicht konsistente Sequenz. Verfasst wurde sie, so wird berichtet, in 2 bis 3 Tagen, danach nicht mehr angesehen, gefunden in dem riesenhaften, ungeordneten Berg hinterlassener Manuskriptblätter, die der Autor in Truhen und Kartons vor dem Schreibtisch seines Verlegers ablud. Der Stapel soll so hoch gewesen sein, dass der Verleger nicht darüber hinwegblicken konnte. Wolfe, ein schwergewichtiger 2-Meter-Mann, schrieb chaotisch, immer an mehreren Themen gleichzeitig. Sein damaliger Verleger Edward C. Aswell hat aus diesem Wust von Manuskripten nach dem Tode Wolfes u.a. den großen Roman "Es führt kein Weg zurück" ("You Can`t Go Home Again") "zusammengestellt", und unter diesen Massen von beschrieben Seiten befand sich offenbar auch die Schilderung der Party bei den Jacks, die Aswell in dieses Riesenwerk mit aufnahm (erschienen 1940). Natürlich spricht nichts dagegen, es als Einzelsequenz zu veröffentlichen, was 1995 geschah.

In dem jetzt von Irma Wehrli neu übersetzten Roman: "Von Zeit und Fluss" ("Of Time and River") kehrt der Protagonist Eugene nach langen Wanderjahren aus Europa zurück. Auf der Schiffsreise nach Amerika lernt er eine ihm kongeniale Frau kennen, die besagte Esther Jacks. Damit endet dieses Werk. Der erste Teil des genannten letzten Romans von Wolfe "Es führt kein Weg zurück" handelt von dieser sehr intensiven Beziehung. Esther drängt ihren Geliebten mit allen Mitteln dazu, zu dieser Party zu kommen, offenbar in der Hoffnung, den jungen Schriftsteller für ihre Kreise zu gewinnen und ihm Chancen in der Gesellschaft zu eröffnen.
Dann folgt diese unbeschreibliche Schilderung der Party und vor allen die Darstellung der beteiligten Personen. Der Leser, der den ausufernden, bildhaften Schreibtiraden und ins feinste gehenden, sich ständig wiederholenden Detailschilderungen nichts abgewinnen kann, mag sich langweilen und aufgeben. Ihm entgeht jedoch alles, ihm wird sich Thomas Wolfe nicht erschließen.
Der Börsencrash von 1929 steht vor Tür. Dem jungen Schriftsteller wird klar, dass dies nicht seine Welt ist, dass er nicht korrumpierbar ist. Die sehr tiefe Beziehung endet unter Schmerzen abrupt. Er zieht sich für etwa 4-5 Jahre in die übelsten und elendsten Stadtvierten New Yorks zurück und lebt und schreibt in Einsamkeit.
Man kann die Schilderung dieser Party besser verstehen, einordnen und auch genießen, wenn man die Vorgeschichte und das Umfeld der Beteiligten kennt. Die ganze Geschichte wirkt in sich realer und logischer, nicht mehr wie ein Fragment im luftleeren Raum.
Dafür reicht es, das erste Drittel von "Es führt kein Weg zurück" zu lesen. Es bringt den größeren Lesegenuss. Danach erscheint Esther Jacks nicht mehr.
Bekanntlich ist das gesamte Werk des Thomas Wolfe im Grunde die Beschreibung seines eigenen Lebens. Die beschriebene Esther hat es auch in der Wirklichkeit gegeben.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Nur noch wenige Monate trennen die Handlung dieses Buches von einem der folgenreichsten Börsencrashs der Geschichte: dem allgemein als "Schwarzen Donnerstag" bezeichneten 24. Oktober 1929, der in Folge als Auslöser der "Great Depression" in den USA und einer weltweiten Wirtschaftskrise gilt. Der zuvor jahrelang stark gestiegene Dow-Jones-Index verzeichnete auf einmal einen deutlichen Rückgang und löste bei den Anlegern Panik aus. Auch wenn nur dieser eine Tag sprichwörtlich wurde, zog sich der eigentliche Crash über Tage, und die folgende Baisse erreichte erst 1932 ihren endgültigen Tiefpunkt.

Thomas Wolfe, der 1938 leider viel zu früh, mit erst 38 Jahren an Tuberkulose verstorbene, "beschreibungswütige", vielversprechende amerikanische Autor hat das Manuskript zu "The Party at Jack's", für ihn übrigens seine "am dichtesten verwobene Arbeit", gleichfalls an einem einzigen Tag im Mai 1928 angesiedelt. Der Plot, der auf wahren Ereignissen basiert, kann durchaus als Gleichnis zum "Black Thursday" gelesen werden. Die unterschiedlich langen, substanziellen und signifikanten, vielfach aufeinander bezogenen Kapitel, laufen in der Mitte des Textes auf einen Wendepunkt zu, um hernach in den Bereich der roten Zahlen zu rutschen.

Als Hauptaktionäre agieren die Jacks, eine im New York der Roaring Twenties zu enormen Vermögen gekommene jüdische Familie: urban, mit distinguierten Umgangsformen, einer herausragenden Stellung in der Welt, mit Macht und stiller Autorität. Er, Mr. Frederick Jack, ein liberaler, lebenskluger und Ordnung liebender Wall-Street-Broker, "fest verankert auf seinem Fels aus Luxus und Stille im dichtesten, zentralsten Geflecht des Menschengewimmels, der Prinz der Atome, umgeben von Chaos, diesem Luxus von Raum und Stille und Licht und eisenumgürteter Sicherheit". Sie, eine Frohnatur, Bühnen- und Kostümbildnerin: praktisch veranlagt, energisch und mit einer "heimlichen" Affäre, hinter der sich der Autor höchstpersönlich verbirgt.

Als Highlight gelten Mrs. Esther Jacks Partys, zu der jede Menge illustres Publikum aus New Yorks Upper Class strömt. Man feiert "in einem zelebrierten Muster aus Weiß und Schwarz und Gold und Macht und Reichtum und Liebreiz und Essen und Trinken." Da flaniert die übersättigte, verwöhnte Gesellschaft im Luxus ihrer Tugendhaftigkeit, in schimmernder Seide "in dieser geisterhaften, traumatischen Schattenschau der Zeit. (...) Sie waren von der Liebe angeödet, und vom Hass. Sie waren von den Menschen angeödet, die schöpferisch tätig waren, und von solchen, die nicht schöpferisch tätig waren. Sie waren von der Ehe angeödet und von dem segensreichen Leben allein; sie waren von der Keuschheit angeödet, und sie waren vom Ehebruch angeödet. Sie waren von Reisen ins Ausland angeödet, und vom Zuhausesein waren sie ebenfalls angeödet..." Bis ihre Selbstzufriedenheit und Dekadenz einen Dämpfer bekommt.

Der detailverliebte Sprachkünstler Wolfe, dessen Text elanvoll von Susanne Höbel ins Deutsche übertragen wurde, folgt seiner Erzählung nicht stringent chronologisch, sondern mäandert kaleidoskopartig durch seinen Plot. Dabei erstellt er mit feinen Andeutungen ein faszinierendes "soziologisches Röntgenbild". Gleichzeitig zeichnet ihn die messerscharfe Porträtierkunst seiner in Szene gesetzten Handelnden aus. Den Aufzügen, die ständig neue Leute zur Party bringen, kommt dabei eine besondere Bedeutung zu. Sie entsprechen ganz der "gesellschaftlichen Dynamik, die durch die Uneinigkeit des Dienstpersonals zusätzlich an Fahrt gewinnt.", schreibt Kurt Dasow in seinem Nachwort. Doch letztendlich bleiben auch diese stecken und Mr. Jack "war zu allem, was er gekannt hatte und was Teil von ihm gewesen war, zurückgekehrt, doch schien es nicht mehr Teil von ihm zu sein. Es schien ihm unfassbar, dass es jemals Teil von ihm gewesen war, und die Vertrautheit allein erfüllte seine Seele mit Schrecken und Ungläubigkeit. (...) Ihm war, als sei er sprachlos und heimatlos, eine Phantomgestalt, als gehöre er nirgendwo dazu, könne sich keiner Sache mehr sicher sein, und sein ganzes Leben sei womöglich nichts weiter als ein flüchtiges Bild im Traum der Zeit."

"Er hätte der größte amerikanische Schriftsteller sein können - wenn er bloß länger gelebt hätte", meinte der Nobelpreisträger William Faulkner über Thomas Wolfe. Mit "Die Party bei den Jacks" ist dem amerikanischen Autor auf jeden Fall ein emphatisches, episches Zeitzeugnis gelungen, das gerade in der heutigen Zeit wieder mehr als aktuell zu sein scheint.
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9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 14. Dezember 2012
Ich halte diesen Roman für misslungen und das nicht, weil er relativ schwer und langatmig zu lesen ist, das macht mir eigentlich nichts. Wenn es sich lohnt, kämpfe ich mich durchaus gern auch mal durch einen Text. Das Problem ist meiner Meinung nach, dass es nicht wirklich ein Roman ist, es gibt keine Geschichte, weder im Sinne eines Plots, noch im Sinne einer geschlossenen Szenerie. Der größte Teil des Textes besteht aus Charakterstudien. Mir kam es so vor, als habe hier ein Autor für seinen privaten Gebrauch versucht, sich darüber klar zu werden, wer seine Figuren eigentlich sind. Er hat sie körperlich beschrieben, ihren Lebensweg, ihre Vorstellungen, Träume und Schwächen. das alles aber nicht im Rahmen einer Handlung, sondern als bloße Behauptung. Merkwürdigerweise werden sie trotz aller Materialberge nicht plastisch, sondern bleiben papieren. Ich konnte mir bis zuletzt keine einzige Figur wirklich vorstellen, habe ihre Beweggründe nicht verstanden und wusste nicht, worum es ihr geht. Es erstaunt mich sehr, denn "zeigen statt behaupten" ist das erste, was man im kretaiven Schreiben Kurs lernt. Daher mein Eindruck, dass Wolfe hier gar keinen Roman geschrieben hat, sondern eine Sammlung von Arbeitsnotizen, die, um sie mal in einem Roman zu verwenden, dringenst ausgedünnt und illustriert werden müssten. Das dabei ständig und immer wieder ganze Satzteile und Massen von Adjektiven wiederholt werden, erscheint mir nicht kunstvoll oder ambitioniert, sondern redundant. Die "Handlung": In einem Rückblick wird Mr. Jack als Kind von einem antisemitischen Mitschüler gedemütigt. Er stellt sich vor, wie er als erfolgreicher Erwachsener zurückkehrt, die Mitschüler noch einmal trifft und dieser Antisemit im Leben gescheitert ist. Der heutige Mr. Jack badet. Wir lernen seine Frau kennen, die ein Hausmädchen zurecht weist, Mr. Jack fährt zur Arbeit, die Party wird vorbereitet. Die Gäste trudeln ein und werden alle en detail vorgestellt, ohne dass es zu irgendetwas führt. Interaktion, Verwicklungen oder geschliffene Dialoge kommen praktisch nicht vor. Ein Künstler führt eine merkwürdige Darbietung auf. Die Gäste verlassen die Party. Es brennt im Haus. Alle verlassen das Haus, zwei Fahrstuhlführer sterben, was aber niemand mitbekommt. Buch aus. Gesellschaftskritik und Witz, Portrait einer Epoche usw. ja sicherlich, aber dann liest man besser Julian Fellowes, denn der erzählt wirklich und behauptet nicht nur, ist dabei spannend, amüsant und geistreich. Noch zwei Kleinigkeiten, die mich sehr gestört haben: 1) Wenn man jedes mal einen Eierlikör trinken würde, wenn das Adjektiv "hübsch" verwendet wird, wäre man noch vor Mitte des Buches Alkoholiker. 2) Immer wieder wird Mr. Jack als "ein Mann seiner Rasse" bezeichnet. Ich weiß über Wolfe zu wenig, um beurteilen zu können, ob er das im gesellschaftlichen Sinn meint, also Mr. Jack als Angehöriger der Uperclass oder im Sinne von Mr. Jack als Jude, aber ich fand das sehr störend. Ich hatte mich auf das Buch gefreut, denn eine wilde Party im Art Deco- New York mit Snobs, gefallenen Frauen und beschürzten Hausmädchen klingt ja wirklich sehr interessant. Leider ist es das nicht. Ich habe mich mehrere Wochen durch das Buch gequält und bin jetzt nur froh, dass ich es hinter mir habe.
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9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 3. August 2011
Der hier zum ersten mal ins Deutsche übersetzte Text ( man weiß nicht recht, ob man ihn als Roman oder als Erzählung bezeichnen soll) des früh verstorbenen amerikanischen Schriftstellers Thomas Wolfe (1900-1938) führt seine Leser in die New Yorker Oberschicht und deren Leben und Luxus kurz vor dem großen Crash 1929.

Auf der "Party bei den Jacks" treffen sich nicht nur Bankiers und Geschäftsleute, Theatermenschen und Kritiker, sondern ein ganzes Sammelsurium von illustren und zwielichtigen Personen und Charakteren, die das Geld anzieht wie die Mücken das Licht.

Man schreibt das Frühjahr 1928. Die Weltwirtschaft, auch die amerikanische befindet sich auf einem schier unaufhaltsamen Weg nach unten, der große Crash wirft schon seine Schatten voraus. In einem imposanten Apartmenthaus an der New Yorker Park Avenue hat der Hausherr, Sohn eines jüdischen Privatbankiers, viele Leute eingeladen zu einer Party. Was sie alle miteinander verbindet außer den gesellschaftlichen Beziehungen, ob sie etwa miteinander Geschäfte machen - all das erfährt der Leser zunächst nicht. Denn Thomas Wolfe richtet die Aufmerksamkeit seiner Leser über eine lange Zeit auf die Äußerlichkeiten der Inneneinrichtungen und Wohnungsdekorationen, er ergeht sich über Seiten über die Physiognomie der Partyteilnehmer und beschreibt ihre Kommunikation untereinander.

Doch all das, so will Wolfe mit seinen durchgängig satirischen Beschreibungen zeigen, ist alles Fassade. Man spürt fast auf jeder Seite, dass diese Fassade, die ein ganzes System zusammenhält, schon bald in sich zusammenstürzen wird. Doch es sind nicht die Reichen und Wichtigen, denen er diese Erkenntnis in den Mund und den Kopf legt, sondern es sind die kleinen Leute, der Aufzugsführer des Hauses, die Feuerwehrleute und die Zimmermädchen, die die Anzeichen des kommenden Ruins erkennen und das auch aussprechen.

Am Ende brennt das ganze Haus, nachdem es im Fahrstuhl seinen Anfang nahm und die Partygäste der Jacks stehen auf der Straße und sehen den Feuerwehrleuten beim Löschen zu. Als sie danach zu einem letzten Drink noch einmal in die Wohnung zurückkehren, weiß der Leser: nie wieder wird es so sein wie an diesem Tag.

Obwohl der 1995 erst in Wolfes Nachlass gefundene Texte seltsam unfertig wirkt, zeigt er doch sein großes schriftstellerisches Können. Nicht auszudenken, was er, hätte er länger gelebt, seiner Nachwelt noch für wunderbare Bücher und große Werke geschenkt hätte.
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11 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Zum ersten Mal liegt dieser Roman nun auf Deutsch vor. Für die Literaturszene der US - Moderne ist dieses Buch ein sehr wichtiges.

Sehr poetisch kommt Thomas Wolfe daher und fängt den sorglosen amerikanischen Duft des beginnenden letzten Jahrhunderts ein. Als Leser sieht man förmlich die Glimmerwelt der Reichen und Schönen wenn Thomas Wolfe farbenreich beschreibt.

Im Mittelpunkt seiner Erzählung hat der Autor das Ehepaar Jack gestellt. Beide haben genug Geld, müssen sich keine Sorgen machen. Er ist Börsenmakler, sie arbeitet am Brodway. Wer politisch allerdings genau hinsieht, der kann am Horizont erste dunkle Wolken erkennen, die ein weiteres Leben in Saus und Braus zunichte machen werden.

Aber im Strudel oder sollte man lieber sagen, im Wahn des rauschenden Partylebens sind Esther und Frederick Jack blind für solche Anzeichen.

Die Weltwirtschaftskrise macht auch nicht vor den Jacks halt. Mit einem Schlage ist ihre Welt zerstört.

Thomas Wolfe hat viel mehr als nur einen Familienroman hinterlassen. Er hat in farbigen Szenen die Denk - und Lebensweise einer ganzen Bevölkerungsschicht nachgezeichnet und eindrucksvoll den Zusammenbruch der Glimmerwelt beschrieben.

Sehr gut erzählt!
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7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 22. Januar 2012
Thomas Wolfe gehört zun den Schwergewichten der amerikanischen Literaturszene. Viel zu jung erstarb diese Stimme mit 38 Jahren. Grund genug, sich auch auch auf Bücher aus seinem Nachlass wie dem 1995 erstmals veröffentlichten Manuskript "Die Party bei den Jacks" zu beschäftigen.

In den ersten Kapitel beschreibt Wolfe die Kindheit und Jugend von Frederick Jack Anfang des 19. Jahrhunderts in einer deutschen Stadt. Er leidet unter seinem Mitschülern, für die er "der Jude" und Sohn eines reichen Privatbankiers ist. Einsamkeit und Trauer prägen seinen Charakter. Als junger Mann geht er nach Amerika und steigt dort als begnadetes Finanzgenie in die obersten gesellschaftlichen Kreise ein. Der zweite und größte Teil des Buches dreht sich um eine Party, die Jack und seine Frau Esther, in ihrem Luxus-Apartment geben. Innerhalb dieser Geschichte schildert Wolfe mit der Liebesbeziehung von Esther und ihrem Geliebten einen dritten Erzählstrang.

Alle drei Erzählungen für sich sind brilliant geschrieben. Wolfe schildert die antisemitische, engstirnige deutsche Gesellschaft ebenso meisterlich wie die mondäne, feine amerikanische Gesellschaft am Rande des Abgrundes kurz vorm großen Börsenkrach, der die Mehrheit der Partygäste ins finanzielle Unglück stürzen wird. Im jeder Zeile bricht das literarische Genie des Autors durch. Aber die Teile ergeben kein Ganzes. Das Werk ist und bleibt unvollendet und bruchstückhaft. Die Lektüre empfiehlt sich nur für Fans.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
'Macht. Macht. Macht.'
Das ist es, worauf es Frederick Jack ankommt. Besser zu sein als die anderen, mehr zu besitzen, sich über andere zu erheben, sich überlegen fühlen, Herablassung zu empfinden. Deshalb ist er von Deutschland nach Amerika ausgewandert, um Karriere machen zu können. Und was er sich vorgenommen hat, gelingt ihm auch, aus ihm ist ein erfolgreicher und reicher Wallstreet-Broker geworden.
Alles muss seine Ordnung haben für Jack, sowohl was seine persönlichen Dinge angeht, als auch die für ihn so günstige Ordnung der Gesellschaft. Er ist an der Spitze, wo er seiner Meinung nach auch hingehört, und genießt den mit seiner Stellung verbundenen Luxus.
Seine Frau Esther sieht sich ganz anders. Weil sie sich als Bühnenbildnerin betätigt, also ihre Hände gebraucht, fühlt sie sich als hart arbeitende Frau. Sie verkennt dabei, dass sie sich in ihrer Arbeit selbstverwirklichen kann, während ihr die wirklich harten und unangenehmen Arbeiten von ihrem umfangreichen Personal abgenommen werden. So auch bei ihren Partys, die äußerst beliebt sind, weil sie Banker und Künstler vereinen, und für die Mrs. Jack das Lob einheimst, obwohl andere die Arbeit machen.
Mrs. Jack ist die eigentliche Hauptperson dieses Romans. Die Kluft zwischen ihrem Selbstverständnis als Arbeiterin und ihrer privilegierten gesellschaftlichen Stellung wird besonders deutlich, wenn ihre schlechte Meinung über ihre Angestellten geschildert wird. Hier tritt die gleiche Einstellung zutage, die auch ihr Mann hat. Aus einer Szene zwischen Mrs. Jack und ihrem Dienstmädchen macht Wolfe eine bissige Satire.
Thomas Wolfe hat einen scharfen gesellschaftskritischen Blick auf seine Figuren. Das Gegenstück zum Ehepaar Jack bilden die Fahrstuhlführer, zu deren Aufgaben es gehört, dafür zu sorgen, dass die Partygäste nicht zusammen mit Angestellten fahren müssen. Die beiden gesellschaftlichen Sphären sollen sich möglichst nicht berühren.
Umso schockierender ist es für die Hausbewohner und deren illustre Gäste, dass diese Grenze aufgehoben wird, als alle wegen eines Brandes das Haus verlassen müssen. Auf der Wiese stehen nunmehr die unterschiedlichsten Gesellschaftsschichten zusammen, was zu ganz neuen Erfahrungen führt.
Das Buch beschreibt den Glanz, mit dem sich die Reichen im New York des Jahres 1928 umgeben, aber auch das Bröckeln der Fassade. Der Börsencrash wirft seinen Schatten voraus und ist in der erhitzten Aufgedrehtheit der Figuren spürbar. Man fühlt offensichtlich, dass man am Abgrund tanzt.
Thomas Wolfe schreibt unheimlich dicht und nimmt sich viel Zeit für seine Charaktere. Auch die Szenen sind bis in die kleinsten Einzelheiten sehr gründlich ausgearbeitet. Ich fühlte mich beim Lesen direkt in die Zeit versetzt, fand gleichzeitig aber auch Parallelen zu unserer heutigen Gesellschaft mit ihren abgehobenen und skrupellosen Eliten.
Dieser Roman ist ganz große Literatur, dabei aber gut und unterhaltsam lesbar.
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am 24. Oktober 2014
Frederick Jack ist ein "Selfmade-man": Er stammt aus ärmlichen Verhältnissen und lebt nun als erfolgreicher Geschäftsmann im New York der 20er Jahre in überschwenglichem Luxus, verheiratet mit einer immernoch schönen Frau und gesegnet mit ebenfalls erfolgreichen, erwachsenen Kindern. Für die einfachen Verwandten, die immernoch in Deutschland leben, schämt er sich insgeheim.
Im Zentrum des Romans steht eine von Jacks legendären Parties mit allen erdenklichen Speisen, erlesenen Getränken und Unterhaltung, die damals "der letzte Schrei" war: Ein berühmter Puppenspieler gibt eine Vorstellung. Gegen Ende der Party kommte es zu einem Gebäudebrand. Die Reichen und Schönen wollen dies zunächst nicht wahrhaben, aber es hilft nichts; sie müssen das Haus verlassen und so stehen sie alle draußen auf der Straße: Bankdirektoren neben Dienstmädchen, Filmschauspielerinnen neben Hausmeistern, kommen ins Gespräch und trinken miteinander Kaffee. Wird das Feuer als Schmelztiegel der Gesellschaft fungieren?
Ich liebe diese Romane über wohlhabende Leute in den 20er Jahren, die feiern und schlaue Aphorismen von sich geben und davon gibt es hier jede Menge, trotzdem fand ich etwas schwer Zugang zu der Party bei den Jacks, denn es scheint mir, der Höhepunkt zu fehlen, das Drama, die Story.
Als Zeitdokument funktioniert der Roman jedoch allemal und die Szene mit dem Puppenspieler ist einfach nur köstlich!
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