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am 22. August 2002
Eine spannend aufgebaute und verwirrende Geschichte zugleich. Dürrenmatts Sprache ist einmal mehr leicht verständlich, stilvoll und erlaubt es dem Leser kaum, sich auch nur kurz von der Lektüre zu entfernen.
Die Handlung ist simpel. Alfredo Traps begibt sich aufgrund einer Autopanne in eine Villa, in welcher sich pensionierte Richter mit dem Nachspielen von Gerichtsverhandlungen ihre Zeit vertreiben. Auch Traps wird schnell ein Bestandteil dieses Spiels und übernimmt die Rolle des Angeklagten, obschon er sich (zu Beginn) so gar nicht schuldig fühlt... Durch die zentrale Aussage der Pensionäre - "eine Tat wird sich schon finden lassen" - gerät der frisch Dazugestossene immer tiefer in den persönlichen Konflikt, ob er nun schuldig sei oder nicht... Jede Aussage nehmen die alternden Richter zur Kenntnis, jede Worterhebung wird analysiert, um letztendlich dem Angeklagten das Bein zu stellen. Traps läuft mehr und mehr Gefahr, sein eigenes Leben zu hinterfragen und steht am Schluss vor der alles entscheidenden Frage: schuldig oder nicht schuldig?
Dürrenmatt gelingt es in dieser kurzen Komödie hervorragend, den Leser durch die unvorhersehbare Handlung zu überraschen und die zunehmende Ausweglosigkeit des Protagonisten beklemmend zu schildern. Genauso wie Traps selber, spürt man förmlich wie man immer mehr an der Unschuld des Angeklagten zu zweifeln beginnt. Ist das ganze nun ein Spiel oder doch bitterer Ernst?
'Die Panne' zeigt deutlich auf, wie schwammig die heutige Gerechtigkeit doch ist und wie sehr letztendlich alles von der Art der Auslegung abhängt. Es ist nicht einfach nur eine Komödie, es ist eine Anregung, sich über die Justiz und den Gerechtigkeitssinn unserer heutigen Zeit einmal (mehr) Gedanken zu machen!
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Die Geschichte beginnt damit, daß ein Generalvertreter in der Textilienbranche nach einer Autopanne durch Zufall zum Haus eines pensionierten Richters kommt und dort, um der Routine seiner einer Zugstunde entfernt wohnenden Familie zu entkommen, übernachtet, mit dem Vorsatz, am nächsten Tag mit seinem hoffentlich reparierten Wagen heimzufahren. Der Vertreter gerät hier jedoch in einen Kreis verschrobener Ex-Juristen, die zusammen mit manchmal vorbeikommenden Fremden Gerichtsfälle nachspielen, wobei die Fremden sich jedesmal in der Rolle des Angeklagten wiederfinden. Sich anfangs keiner Schuld bewußt, geht der Vertreter den scheinbar so harmlosen alten Herren mehr und mehr auf den Leim, bis er sich schließlich (aber so sicher kann man bei Dürrenmatt ja nie sein) vor der Erkenntnis einen dunklen Flecks in seiner Vergangenheit wähnt.

In seinem bodenständig altbacken wirkenden und doch so messerscharf sezierenden Stil schafft es Dürrenmatt, seine skurrilen, fabelhaft anmutenden alten Herren zu gruseligem Leben zu erwecken, und ein Gefühl der Bedrohung ist für den Zuhörer fast greifbar. Es geht in dieser Geschichte um die zeitlose menschliche Eitelkeit, um die Konstruktion von Wirklichkeit, um die Früchte Langerweile und um die Frage nach Verantwortung und Anpassung an die vermeintlichen Erfordernisse der Welt, in der wir leben.

Ernst August Schepmann liest diese Geschichte kongenial, denn seine Stimme paßt sehr gut zu den drei schrulligen Juristen. Einzig der literaturkritische Vorspann erfordert sicher zweimaliges Anhören, doch ist dies die Mühe wert, denn er rechnet unter anderem gnadenlos ab mit der obszönen Weinerlichkeit der Bekenntnisliteratur, die, wenn sie gut, Literatur, ansonsten aber eher peinliche Selbstentblößung ist und die mittlerweile den Weg in Zeitungen und Fernsehen gefunden hat.

Ein weiterer Pluspunkt dieser beiden CDs ist es, daß sie eine ungekürzte Fassung des Romans bieten.
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am 9. Dezember 2006
Alfredo Traps gerät durch eine nächtliche Autopanne unfreiwillig in die gesellige Runde einiger pensionierter Juristen. In einem gespielten Gerichtsverfahren, in der er bereitwillig die Rolle des Angeklagten übernimmt, begibt sich die angeheiterte Herrenrunde auf die enthusiastische Suche nach Schuld und Unschuld, und in deren Verlauf sieht sich Traps mit wachsenden Zweifeln an seiner eigenen Vergangenheit konfrontiert. Eine tiefsinnige Kurzgeschichte, gewürzt mit feinem Humor, hinterfragt unser modernes Verständnis von Gerechtigkeit. Ideale Lektüre um mit einem Glas Wein den Abend ausklingen zu lassen.
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am 23. Mai 2015
Wenn man das Buch für die Schule braucht, sollte man sich bewusst sein, dass man das Buch sorgfältig lesen sollte. Sonst versteht man den wirklichen Sinn nicht. Aber trotzdem ist das Buch zu empfehlen
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am 7. Juli 2001
Kaum vorstellbar, dass diese Geschichte noch möglich ist, und doch wählte Friedrich Dürrenmatt diesen Untertitel. Die Handlung ist gut nachvollziehbar, ja, mit der Zeit bekommt man glatt Hunger bei Dürrenmatts Beschreibungen. Da könnte man fast den Hintergrund vergessen, den der Autor uns versucht darzustellen: eine Panne, die in einer Katastrophe endet, weil ein Mensch die Realität mit einem Spiel vermischt und nicht mehr unterscheiden kann, was von beidem die Illusion ist. Ein kurzweiliger Roman, der durchaus empfehlenswert ist.
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am 25. Juli 2015
"Ein Verbrechen findet sich überall." Daß jeder irgendwie Dreck am Stecken hat und es nicht "gute" Menschen auf der einen Seite und "böse" Menschen auf der anderen gibt - das ist für mich die Quintessenz dieser Geschichte, die wir alle, gerade die Selbstgerechten, immer im Kopf behalten sollten, bevor wir, mit der Bibel (die ich üblicherweise nicht zitiere) gesprochen, die ersten Steine werfen!
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am 29. November 2013
In "die Panne" verschwimmen Realität und Vorstellung und am Ende liegt es am Leser, den Ausgang der Erzählung zu beurteilen. Schonungslos präsentiert Dürrenmatt seine logische Konsequenz.

"Die Panne" gehört sicherlich zu den lesenwerten Erzählungen und zu den bekanntesten Kurzgeschichten des Altmeisters, wobei mir gerade "Der Tunnel" oder "Winterkrieg in Tibet" besser gefallen haben, da diese atmosphärisch doch ein wenig dichter daherkommen.

Trotz allem sollte man sich ein Stündchen nehmen und sich "die Panne" einmal anschauen. Es lohnt sich wirklich und es gibt sicherlich nicht viele Autoren, die derart gute Kurzgeschichten schreiben konnte.

Ich empfehle nur, eine andere Ausgabe zu kaufen, denn das Büchlein mit 80 Seiten allein ist etwas dünn. Es gibt hervorragende Bände, z. B. "Die Panne - und andere Erzählungen", ebenfalls im Diogenes-Verlag erschienen.

In der Schule sollten die Jugendlichen wieder mehr Dürrenmatt lesen!
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am 29. Januar 2016
Ein dürrenmatt wie er im Buche steht, Personen und Atmosphäre dicht in wenigen Worten und der Zwang weiter zu lesen.....
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am 27. Februar 2014
Ist es möglich, zu leben, ohne sich mit Schuld zu beladen.
Diese Frage ist meines Erachtens der philosophische Hintergrund dieser spannenden und Esprit vollen Erzählung.
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am 19. September 2014
Die Qualität der Lektüre ist allseits bekannt. Das Besondere an diesem Buch sind Satz- und Buchbindearbeit. Beides wirklich erstklassig. Angenehm zu lesen und tolle Haptik.
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