Ned Kelly liebt seinen Job als Rettungsschwimmer in Palm Beach, Florida. Als er mit Tess die Frau seines Lebens trifft, schreckt er auch vor einem Raub nicht zurück. Einem Raub, der ihm eine Million Dollar bringen soll. Doch als seine Komplizen ermordet aufgefunden werden, dreht sich das Blatt für Ned. Als auch Tess umgebracht wird, steht er endgültig im Fadenkreuz des FBI. Nur die junge Agentin Ellie Shurtleff ist von seiner Unschuld überzeugt, obwohl er ihr jeden Grund gibt ihm zu misstrauen.
Die richtige Umgebung für diesen Thriller von James Patterson ist die im Roman geschilderte Szenerie. Am Strand, auf einer Liege mit einem kühlen Longdrink in der Hand. Als Urlaubslektüre ist dieser Roman sicher geeignet. Flottes Erzähltempo, viele kurze Kapitel (immerhin 120 auf 350 Seiten), die es erlauben immer wieder kurz den Pool aufzusuchen, viele Morde und eine Liebesgeschichte sind die Zutaten dieses routinierten Thrillers. Sicher, Patterson erzählt gewohnt schnell und lässt dem Leser kaum Zeit zum Luftholen. Trotzdem ist dieser Roman nur bedingt überzeugend, denn bei aller Action ist die Story doch sehr vorhersehbar. Es fehlen die für James Patterson typischen Wendungen, die den Leser immer wieder an seine Romane gefesselt haben. Dieses Buch legt man ohne Probleme aus der Hand. Leider ist dieser Trend in den letzten Jahren bei ihm anzumerken, denn mit jedem Jahr erhöht sich die Anzahl der publizierten Romane in dem Maß, in dem die Qualität nach lässt. James Patterson hat sich in den letzten Jahren eine riesige Fangemeinde erschrieben, die immer wieder dafür sorgt, dass seine Romme auf die ersten Plätze der Bestsellerlisten kommen. Leider bleibt er mit seinen Werken aber mehr und mehr den Beweis schuldig, dass er mehr kann, als diese routiniert heruntergeschriebene Massenware.
Insgesamt bietet Die Palm-Beach-Verschwörung akzeptable Unterhaltung. Nicht weniger, vor allem aber auch nicht mehr. Es wäre schön, wenn James Patterson mal wieder einen Roman vom Kaliber der ersten Alex-Cross-Romane veröffentlichen würde. Seine treuen Leser würden es ihm sicher danken.