Als der Gelehrte Aesculapius(Edward Petherbrigde) das kleine fränkische Dorf in der Zeit um 825 n.Chr. besucht, diskutiert er über diesen Satz mit dem Dorfpriester(Iain Glen). Der fromme, strenge, und gewalttätige Priester ist bei weitem nicht so aufgeschlossen wie Aesculapius. Er wollte seinen Sohn Matthias zur Domschule anmelden, aber Matthias starb. Jetzt soll Johannes, der jüngere Bruder die Schule in Dorstadt besuchen. aber Johannes kann nicht richtig lesen und schreiben. Die Tochter des Priesters, Johanna(Johanna Wokalek), ist zwar die Jüngste der Familie, aber sie ist außerordentlich intelligent. Mit der Hilfe von Matthias hat sie Lesen und Schreiben gelernt und beeindruckt Aesculapius mit ihrer Klugheit. Aesculapius unterrichtet sie und Johanna macht beeindruckende Fortschritte. Doch ihr Vater lässt sie nicht gehen. Er schickt Johann zur Domschule. Johanna flieht und folgt ihrem Bruder. Gemeinsam landen sie in der Domschule. Dort wird Johanna zur Musterschülerin, kämpft aber gegen starke Widerstände der Lehrkräfte. Sie wohnt beim Grafen Gerold(David Wenham), der sofort erkennt, wie gebildet das Kind ist. Als Gerold in die Schlacht gegen die Normannen zieht, soll Johanna verheiratet werden. Aber der Krieg kommt der Heirat zuvor. Johanna muss wieder fliehen und landet im Kloster Fulda. Dort meldet sie sich mit den Papieren ihres Bruders Johann an und gibt sich als Mann aus. Was weiter passiert, ist eine Legende, die bis heute erzählt wird...
Sönke Wortmann hat die Chance genutzt, nach der Romanvorlage von Donna Woolfolk Cross, einen großen Historienfilm zu machen. Obwohl...ein klassischer Historienfilm ist -Die Päpstin- eigentlich nicht. Wortmann hat die zeitlichen Realitäten zu Gunsten einer Blockbuster-tauglichen Hadlung ein wenig vernachlässigt. Das brachte ihm Kritikerschelte, aber auch ein großes Publikum ein. Die Story um die Frau Johanna, die es bis zum Amt des Papstes schafft, strotzt nicht unbedingt vor Glaubwürdigkeit, aber nichtsdestotrotz ist der Plot sehr gut erzählt. Der Einbau der Erzählstimme des Bischofs von Paris, Arnaldo, der uns die Geschichte 887 n.Chr. erzählt, halte ich persönlich für äußerst gelungen.
-Die Päpstin- bietet alles, was ein publikumsorientierter Historienfilm braucht. Schlachten, Intrigen, eine schwierige Vater-Kind-Beziehung, unerfüllte Liebe, Geheimnisse, fiese Bösewichter und Wendungen, mit denen man nicht unbedingt rechnen musste. Insofern greift Wortmann alle Erfolgsklischees ab. -Die Päpstin- wirkt dennoch nicht abgekupfert oder käme als billiger Abklatsch daher. Vielmehr hat Wortmann ein erfolgreiches Konzept für seinen Film passend umgesetzt.
Auf der Schauspieler-Liste kann -Die Päpstin- ordentlich punkten. Johanna Wokalek geht, jedenfalls für mich, in keiner Szene des Films als Mann durch, aber ihr Schauspiel, dass ist Güteklasse 1A. David Wenham spielt den Grafen Gerold so, wie wir uns einen echten Ritter vorstellen. Iain Glen ist als Vater Johannas eine Traumbesetzung. John Goodman kommt als Papst Sergius mindestens so gut rüber, wie als King Ralph. Und Typen wie Anatole Taubmann und Marc Bischoff braucht man einfach, wenn der Zuschauer händeringend nach einem Feindbild sucht.
-Die Päpstin- ist großes Unterhaltungskino, das es mit der Geschichte nicht immer ganz genau nimmt. Der Film unterhält hervorragend und in über zwei Stunden Spielzeit kommt nie Langeweile auf. Für einen Aufreger in Richtung Kirche, gerade was die zur Zeit heftig diskutierte Rolle der Frau angeht, reicht Wortmanns Skript nicht aus. Dazu scheint mir der Stoff zu sehr an Verkaufszahlen orientiert zu sein. Alles in allem bietet -Die Päpstin- einen Spielfilm, der nicht nur Old-School-Kino Freunde finden wird. Ich kann ihnen den Streifen in jedem Fall empfehlen.