Was haben die norwegische Plastikpop-Band A-ha, der Nobelpreis für Literatur und das Bauen von Nistkästen miteinander zu tun? Nichts. Und alles, wenn man Hobo Highbrow glaubt. Der Schriftsteller hält sich für den größten Dichter Norwegens - und schreibt gerade an einem Buch über Brutkästen. In Popsongs vermutet er tiefe Weisheiten über die Liebe, doch seine schwangere Freundin verschreckt er mit rasender Eifersucht. Geschickt vermengt Christiansen in seinem Roman Liebesgeschichte, die Weltschmerz-Posen eines Bukowski und Figuren aus dem skandinavischen Skurrilitätenkabinett. Das liest sich rasant, es wirkt aber bisweilen auch sehr kalkuliert, so als habe der Autor schon beim Schreiben eine mögliche Verfilmung (in Schwarz-Weiß natürlich!) vor Augen gehabt. Doch Christansen hält am Ende die Balance: Sein Stil ist schnoddrig und angenehm unterkühlt, und mit Hobo Highbrow gelingt ihm eine brüchige, zwischen Sympathieträger und Antiheld schwankende Hauptfigur. (arm)
kulturnews.de
Kurzbeschreibung
Was macht Norwegens wichtigster lebender Schriftsteller kurz vor dem Literatur-Nobelpreis, wenn ihm plötzlich allerorten nur noch Ignoranz entgegen gebracht wird? Wie sll er reagieren, wenn er sicher ist, dass ihm seine Freundin Hörner aufsetzt? Was tun, wenn dann auch noch Unbekannte den Schreibtisch aus der Wohnung stehlen und missgünstige Zeitgenossen dafür sorgen, dass er den Job verliert?
Ein Glück, dass Hobo Highbrow in diesen Zeiten, in denen ihm selbst in seiner Stammkneipe "Vier Hühner" offene Feindseligkeit entgegenschlägt, drei Dinge bleiben, auf die er sich verlassen kann: Das "Riksmal Wörterbuch der Norwegischen Akademie", die Musik der größten norwegischen Band aller Zeiten, a-ha und seine beiden besten Freunde Higgins, der Schrott-Künstler, und Haagen, der "Outdoor-Saxofonist".
Pal H. Christiansen führt mit seinem Ich-Erzähler seine Leser genüsslich hinters Licht. Hobo Highbrow ist aufgeblasen, rechthaberisch und total unzuverlässig - und trotz allem ein liebenswürdiger Typ. "Ein rasanter, skurriler Großstadtroman", urteilte die norwegische Presse.
Im deutschen Magazin "Sacco & Vanzetti" schwärmte die Rezensentin von einem "wahnsinnigen und dazu auch noch wahnsinnig witzigen Roman" und erkannte in der Hauptfigur Hobo Highbrow eine gelungene Mischung aus Sven Regeners "Herr Lehmann" und dem Dude aus "Big Lebowski".