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Die Ordnung der Dinge: Eine Archäologie der Humanwissenschaften [Taschenbuch]

Michel Foucault , Ulrich Köppen
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
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Kurzbeschreibung

2003
"Dieses Buch muss als eine vergleichende Studie gelesen werden. Was ich wollte, war, eine bestimmte Zahl von Elementen nebeneinander zu zeigen - das Wissen von den Lebewesen, das Wissen von den Gesetzen der Sprache und das Wissen der ökonomischen Fakten - und sie mit dem philosophischen Diskurs ihrer Zeit in Verbindung zu setzen für einen Zeitraum, der sich vom siebzehnten bis zum neunzehnten Jahrhundert erstreckt." (Foucault)

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 470 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: 1. (2003)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518276964
  • ISBN-13: 978-3518276969
  • Größe und/oder Gewicht: 17,6 x 10,8 x 2,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 74.806 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Rezension

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Die Ordnung der Dinge
OT Les Mots et les choses. Une archéologie des sciences humaines OA 1966 Form Sachbuch Bereich Philosophie
Mit Die Ordnung der Dinge begibt sich der Psychologe Michel Foucault nach intensiven Forschungen zum ersten Mal in einem größeren Werk auf das Gebiet der Ideengeschichte. Das Buch markiert gleichzeitig Foucaults erste systematische Darstellung der Diskurstheorie.
Aufbau: Foucault untersucht den Wandel der Idee der Wissenschaft von der Renaissance über das »klassische Zeitalter« des 17. und 18. Jahrhunderts bis hin zum 19. Jahrhundert. Dabei konzentriert er sich auf die sprachlichen Kategorien und die elementaren Denkmuster, nach denen Wissen geordnet sei und die daher die Diskursinhalte vorbestimmen. So entstehe Wissen laut Foucault nicht als Ergebnis des rationalen Denkprozesses der Menschen, sondern ergebe sich aus der grundlegenden Struktur des Diskurses, die teils auf zufällige »Entdeckungen« zurückgehe, teils von politischen Machtinstanzen durchgesetzt werde.
Inhalt: War das Denksystem der Renaissance vom bestimmenden Prinzip der Verwandtschaft der Dinge untereinander gekennzeichnet, so existiere laut Foucault im klassischen Zeitalter eine neue, wesentlich andere Ordnung, in der es sich »nicht mehr um die Frage der Ähnlichkeiten, sondern um die der Identitäten und der Unterschiede handelt«.
Diese Änderung des Denksystems erklärt Foucault im Einzelnen durch einen Rückgriff auf die Semiotik, in dem er für das klassische Zeitalter eine neue »dualistische Theorie des Zeichens« feststellt, welche drei Elemente impliziere: »das, was markiert wurde, das, was markierend war, und das, was gestattete, im Einem die Markierung des Anderen zu sehen.« Dieses auf der Repräsentation basierende Zeichensystem sei die Grundlage einer allgemeinen Ordnungswissenschaft gewesen, deren Begriffsraster Foucault rekonstruiert. Anschließend zeichnet er dieses System in drei scheinbar unterschiedlichen Teildiskurse der Zeit, in der allgemeinen Grammatik, in der Naturgeschichte und in der Analyse der Reichtümer, nach. So leite sich beispielsweise der Wert vom Geld nicht mehr aus seinem Edelmetallbestand ab, sondern aus der auf ihm abgebildeten Repräsentation des Souveräns.
Im zweiten Teil des Werks widmet sich Foucault einem erneuten Wandel des Denksystems im 18. Jahrhundert: in einer Analyse schildert er, wie aus der Betonung der Zirkulation von Geld die bestimmende Rolle der Arbeit entstanden sei, wie die Analyse der äußeren Merkmale von Pflanzen und Tieren in der Naturgeschichte der Vorstellung von Organisation und Funktion in der sich formierenden Biologie gewichen sei, und wie anstelle einer reinen Kategorisierung der Unterschiede der Sprachen durch die Entdeckung der Flexion ihre gemeinsamen Verbindungen festgestellt wurden.
Wirkung: Für Foucault habe seine »Archäologie des Denkens« weit reichende Folgen für die menschliche Existenz. Indem er der Sprache eine konstituierende Rolle einräumt, relativiert er gleichzeitig die bisweilen als absolut empfundene Bedeutung der menschlichen Vernunft. Daher proklamiert er den Tod des Menschen als autonomes Wesen, was die teils sehr kritische Rezeption des Werks erklärt. B. A.

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Paul-Michel Foucault wurde am 15. Oktober 1926 in Poitiers als Sohn einer angesehenen Arztfamilie geboren und starb am 25. Juni 1984 an den Folgen einer HIV-Infektion. Nach seiner Schulzeit in Poitiers studierte er Philosophie und Psychologie in Paris. 1952 begann seine berufliche Laufbahn als Assistent für Psychologie an der geisteswissenschaftlichen Fakultät in Lille. 1955 war er als Lektor an der Universität Uppsala (Schweden) tätig. Nach Direktorenstellen an Instituten in Warschau und Hamburg (1958/1959) kehrte er 1960 nach Frankreich zurück, wo er bis 1966 als Professor für Psychologie und Philosophie an der Universität Clermont-Ferrand arbeitete. In diesem Zeitraum erschien 1961 seine Dissertationsschrift Folie et déraison. Histoire de la folie à l'âge classique (dt.: Wahnsinn und Gesellschaft). Er thematisierte darin die Geschichte des Wahnsinns und das Zustandekommen einer Abgrenzung von geistiger Gesundheit und Krankheit und die damit einhergehenden sozialen Mechanismen. 1965 und 1966 war er Mitglied der Fouchet-Kommission, die von der Regierung für die Reform des (Hoch-)Schulwesens eingesetzt wurde. 1966 wurde Les mots et les choses – Une archéologie des sciences humaines (dt.: Die Ordnung der Dinge) veröffentlicht, worin er mit seiner diskursanalytischen Methode die Wissenschaftsgeschichte von der Renaissance bis ins 19. Jahrhundert untersuchte. Nach einem Auslandsaufenthalt als Gastprofessor in Tunis (1965-1968) war er an der Reform-Universität von Vincennes tätig (1968-1970). 1970 wurde er als Professor für Geschichte der Denksysteme an das renommierte Collège de France berufen. Gleichzeitig machte er durch sein vielfältiges politisches Engagement auf sich aufmerksam. In diesem Kontext entstand die Studie Surveiller et punir (dt.: Überwachen und Strafen). 1975-1982 unternahm er Reisen nach Berkeley und Japan sowie in den Iran und nach Polen.


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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
30 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Michael Dienstbier TOP 500 REZENSENT
Michel Foucault (1926-1984) ist und bleibt einer der brillantesten und nachwirkendsten Denker des 20. Jahrhunderts. Wahnsinn, Kliniken, Gefängnisse und Sexualität; Foucaults Forschungen umfassten viele Themengebiete, so dass es schwerfällt, ihn einer bestimmten Kategorie zuzuordnen. Historiker, Soziologe, Strukturalist, Poststrukturalist, Superstar der Postmoderne? Wer oder was war dieser Michel Foucault? Sein 1966 erschienenes Buch "Die Ordnung der Dinge" nimmt in Foucaults Gesamtwerk eine zentrale Position ein, da er hier seine theoretischen Grundkonzepte entwickelt sowie seine Terminologie definiert, die allen seinen Untersuchungen zu Grunde liegen werden.

Gleich zu Beginn des Buches definiert Foucault, worauf es ihm bei seiner Untersuchung ankommt. Er will nicht analysieren, welche Art von Wissen es zu einer bestimmten Epoche gab. Er will vielmehr herausarbeiten, welche grundlegenden Voraussetzungen es in einer Epoche gab, die es überhaupt erst ermöglichten, dass ein bestimmtes Wissen entstehen konnte. Hier die entscheidende Textstelle, in der Foucault sein Vorhaben umschreibt:

"Es handelt sich eben um eine Untersuchung, in der man sich bemüht festzustellen, von wo aus Erkenntnisse und Theorien möglich gewesen sind, nach welchem Ordnungsraum das Wissen sich konstruiert hat, auf welchem historischen Apriori und im Element welcher Positivität Ideen haben erscheinen, Wissenschaften sich bilden, Erfahrungen sich in Philosophien reflektieren, Rationalitäten sich bilden können, um vielleicht sich bald wieder aufzulösen und zu vergehen [...]. Was wir an den Tag bringen wollen, ist das epistomologische Feld, die episteme, in der die Erkenntnisse [...
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22 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Interessant, weitschweifig, verworren 5. September 2009
Von stefanw190 VINE-PRODUKTTESTER
Wer wagt es, dieses mittlerweile klassische Buch zu rezensieren oder gar zu kritisieren? Doch seien einem Nicht-Philosophen und Nicht-Soziologen ein paar Bemerkungen gestattet.
Foucault behandelt den Wandel des Denkens selbst, d.h. der Kategorisierung von Begriffen, und ordnet der Renaissance das Denken in Ähnlichkeiten, dem 18.Jahrhundert hingegen das Denken in Tableaus zu; das 19.Jahrhundert schließlich entwickele die Trennung von Sprache und Begriff und erkenne die Sprache und den Menschen selbst als Untersuchungsgegenstand.
Das Thema ist spannend. Offenbar ist es unmöglich, darüber zu schreiben, ohne dass das eigene Weltbild mit seinen Denkkategorien einfließt. Foucaults Lösung ist unbefiedigend: er bedient sich einer weitschweifigen, metaphorischen Sprache, die den Leser eher ermüdet, und vermeidet jegliche klare Terminologie oder Strukturierung.
Gegenstand der Untersuchung sind die Humanwissenschaften, zu denen Foucault aber im 18.Jahrhundert auch die Naturgeschichte rechnet. Dadurch entsteht eine künstliche Abgrenzung: Linné darf als Beispiel für Tableaus herhalten, die natürliche Weiterentwicklung (Darwin; d.h., Tableaus sind durch einen historischen Prozess entstanden) aber nicht.
Überhaupt hat man den Eindruck, dass sich die Perspektive des Buches zur Gegenwart hin verengt. Am Ende bleiben, als für das Denken des 20.Jahrhunderts angeblich typische Wissenschaften, noch genau die Ethnologie und die Psychoanalyse übrig. Damit erscheint es fraglich, ob Foucault das Denken einer bestimmten Epoche überhaupt erfasst oder seine Beispiele eher willkürlich und nicht repräsentativ sind.

Gesamturteil: ein Klassiker. Zwei Sterne für den interssanten Ansatz. Mehr nicht, denn das Buch wirkt weitschweifig, wenig flüssig geschrieben, bisweilen verworren, wobei die Qualität gegen Ende hin nachläßt.
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0 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen interessant! 8. Juni 2010
Verifizierter Kauf
ein sehr schlaues Buch und eine klasse Interpretation - die es wert ist, zu lesen.
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