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Rüdiger Jungbluth rollt die Geschichte der Unternehmerdynastie recht anschaulich auf, verheddert sich aber gelegentlich in dem verzweigten Stammbaum des Clans. Auch bleibt die Gewichtung des Stoffs bisweilen unklar. So breitet der Autor den Entführungsfall Richard Oetker, der 1976 die Republik aufwühlte, detailversessen auf 28 Buchseiten aus. Anderes hingegen wird denkbar knapp abgehandelt. Zum Beispiel der tief greifende Konzernumbau, den der derzeitige Firmenchef August Oetker in die Wege geleitet hat. Hier hätte man sich mehr Einblick in die strategischen Überlegungen des Firmenlenkers gewünscht.
Das aber scheiterte an der Weigerung der Familie, mit dem Autor zusammenzuarbeiten. Der nämlich hatte bereits in seinem Buch über Die Quandts die Verstrickungen der Unternehmerfamilie in die NS-Diktatur klar herausgearbeitet. Das tut er nun auch in Sachen Oetker. Trotz der Informationssperre wird das dunkle Kapitel in der Firmengeschichte, dessen schwärzester Punkt in der vielgestaltigen Verbindung von Familie und Firma zur SS des Heinrich Himmler liegt, gut recherchiert aufgearbeitet. Ein empfehlenswertes Stück deutscher Wirtschaftsgeschichte. -- Winfried Kretschmer
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
35 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Beeindruckende Business-Biographie,
Rezension bezieht sich auf: Die Oetkers: Geschäfte und Geheimnisse der bekanntesten Wirtschaftsdynastie Deutschlands: Geschäft und Geheimnisse der bekanntesten Wirtschaftsdynastie Deutschlands (Gebundene Ausgabe)
Die Familien Oetker sind bekannt für Backpulver und Pudding. Nicht minder erfolgreich sind sie allerdings in der Schifffahrt, bei Tiefkühlkost und als Deutschlands größte Bierbrauer bzw. Nummer zwei bei der Sektherstellung. Über den zweiten Familienzweig herrschen sie außerdem über die Schwartau-Werke (Konfitüre, Corny-Müsli-Riegel & Co).Rüdiger Jungbluth gelingt es, nach "Die Quandts" ein weiteres Mal die (Erfolgs-)Geschichte einer Familiendynastie feinsäuberlich aufzudröseln und spannend aufzuzeigen, wie sich ein solches Imperium von Generation zu Generation wandelt, im Grunde aber immer weiterwächst. Jungbluth ist ein Erzählkünstler. Wie leicht könnte man sich bei den Dutzenden von Oetkers verzetteln. Nicht er. Geschickt beginnt er z.B. mit zwei Nebenfiguren, um nach der Einführung des Gründers zu ihnen zurückzukehren und anschließend den historischen Faden weiterspinnen zu können. Er spart die Verstrickungen in der Nazi-Zeit genauso wenig aus, wie die erheblichen Steuergeschenke, von denen Unternehmer wie die Oetkers bei der Währungsumstellung, vor allem aber in der Nachkriegszeit profitiert haben. Ebenso schildert Jungbluth, wie der deutsche Wirtschafts-Multifunktionär Arend Oetker sein Imperium still und heimlich ins Steuerparadies Schweiz übersiedelt. Zwei Stellen haben mich besonders beeindruckt: U.a. zeigt ein Foto, wie um die Jahrhundertwende Backpulver schon maschinell in imposanten Fabriken hergestellt wurde. Davor warten allerdings noch einfache Pferdefuhrwerke, mit denen die Ware abtransportiert wurde. Hier wird einem sehr bildhaft die wahre Pionierleistung von Unternehmern wie August Oetker vor Augen geführt, die mit den Mitteln ihrer Zeit große Ideen voranbrachten. Oetkers haben vor allen anderen verstanden, ihren Namen zu einem Markenzeichen und zu einem wahren "Householdname" zu machen. Ob in Zeitungsannoncen oder in selbst verlegten Koch- und Backlehrbüchern - ihnen war kein Mittel zu obskur, um Hausfrauen und Mütter auf ihr Backpulver einzuschwören. Auch das ein Beispiel für die Innovationsfreude dieser Zeit. Ich habe "Die Oetkers" verschlungen wie "Die Quandts". Rüdiger Jungbluth bleibt für mich Deutschlands bester Business-Biograph. Er hat einen klaren, strukturierten Stil - und versteht es Zusammenhänge herauszuarbeiten. Er gibt einem das gute Gefühl, sich aus vielen Quellen zu bedienen und hakt auch nach, wenn ihm die offiziellen Türen verschlossen bleiben. Fazit: Knapper und spannender kann man so eine Geschichte nicht erzählen! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Spannende Unternehmensbiographie der Backpulver-Dynastie,
Von Rolf Dobelli "getAbstract.de" (Luzern, Schweiz) - Alle meine Rezensionen ansehen (TOP 500 REZENSENT) (HALL OF FAME REZENSENT) (REAL NAME)
Rezension bezieht sich auf: Die Oetkers: Geschäfte und Geheimnisse der bekanntesten Wirtschaftsdynastie Deutschlands: Geschäft und Geheimnisse der bekanntesten Wirtschaftsdynastie Deutschlands (Gebundene Ausgabe)
"Man nehme Dr. Oetker": Dieser Slogan hat sich in die Köpfe der deutschen Konsumenten eingebrannt - anscheinend für immer. Produkte aus dem Hause Oetker stehen für untadelige Qualität. Wie wichtig dieser über die Werbung zementierte Ruf für das Unternehmen ist, zeigt das Buch des Journalisten Rüdiger Jungbluth. Die Firmengeschichte über die Backpulverdynastie schließt nahtlos an die Tradition an, die im Wirtschaftsbuch-Genre "Unternehmensbiographien" zurzeit herrscht: In "Die Oetkers" wird allerhand firmeneigenes Legendenporzellan zerschlagen. Vieles hätten die Oetkers wohl gern weiter im Dunkel gehalten, etwa die Karriere des Patriarchen Rudolf-August Oetker in der Waffen-SS. Jungbluth bleibt fair in seiner Darstellung der historischen Ereignisse und zollt dort Anerkennung, wo es angebracht ist. Mag der Leser auch den Überblick verlieren ob der 53 auftretenden Oetkers, Jungbluth selbst passiert das nie. Wir empfehlen das Buch allen, die von schwungvoll geschriebenen Unternehmensbiographien nicht genug bekommen, sowie speziell Marketingmenschen, die sich für die Vorteile eines exzellenten Marken-Images interessieren.
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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Sehr transparent,
Rezension bezieht sich auf: Die Oetkers: Geschäfte und Geheimnisse der bekanntesten Wirtschaftsdynastie Deutschlands: Geschäft und Geheimnisse der bekanntesten Wirtschaftsdynastie Deutschlands (Gebundene Ausgabe)
Sehr spannend zu lesen. Die Oetkers haben eine sehr bewegte Firmengeschichte, gerade auch in der Zeit der Weltkriege, als das Unternehmen im Aufbau war.Rüdiger Jungbluth macht das, meines erachten noch besser als bei "Die Quandts", sehr transparent und beschreibt an wichtigen Stellen sehr detailliert vor welchen Hürden die Oetkers gestanden haben. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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