Mit 2700 Jahren eine der ältesten Erzählwerke in unserer kurzlebigen Welt, kann man Homers Odyssee immer wieder neu lesen - und das umso mehr, seitdem sie in voller Länge, aber in zeitgemäßer Prosa von Ulrich Karger zu haben ist. Zeitgemäß heißt in diesem Fall: fließend, befreit von den heutige Leser ermüdenden Wiederholungen, und daher für jung und alt leicht zugänglich. Hervorragend geeignet für den Einsatz in Schulen ab der Mittelstufe, ist sie in ihrer Vollständigkeit zugleich eine erfrischende Lektüre für Erwachsene, die das Epos bislang nur in qualvoll übersetzten Fragmenten kennen. Der Autor hat hier eine wahre Fleißarbeit geleistet und ist um seine schöne Sprache zu beneiden. Er hat mit seiner Nacherzählung ein Werk geschaffen, das, wenn auch nicht für ganze 2700 Jahre, so doch über Generationen hinweg Bestand haben wird. Mach es noch einmal, will man ihm zurufen. Und: Wo bleibt die Ilias?