Kurzbeschreibung
Odysseus, der göttliche Dulder, der listenreiche Trojabezwinger, der Abenteurer, Weltenbummler, Drachentöter, Riesenblender, Viehräuber, Liebhaber schöner Frauen, Nymphen und Halbgöttinen, Besucher des Totenreichs, Schiffbrüchiger, mörderischer Saustallreiniger und bei alledem seiner Penelope ergebener Gatte. Dieses kraftvolle Schlitzohr ist das Urbild des Europäers. Unsterblich durch Homers Dichtung. Wolfgang Schadewaldt schmiegt seine dichte Prosa so hautnah in die Redefiguren, Sprachbilder und Gleichnisse der griechischen Verserzählung, daß moderne Leser hier dem Zauber epischer Spannung ebenso erliegen wie die alten Hellenen dem Gesang ihres blinden Rhapsoden.
Über den Autor
Homer ist der erste namentlich bekannte Dichter der griechischen Antike. Er lebte vermutlich gegen Ende des 8. Jahrhunderts v. Chr. in den von Griechen kolonisierten Gebieten Kleinasiens und gilt als Schöpfer der ältesten Werke der abendländischen Literatur: der Ilias, der Odyssee und der Homerischen Hymnen. Schon in der Antike wurde über Homers Person und Herkunft diskutiert: Smyrna, Athen, Ithaka, Pylos, Kolophon, Argos und Chios beanspruchten, als sein Geburtsort zu gelten. Über sein Leben ist wenig Genaues bekannt. Die ersten sicheren literarischen Zeugen sind Pindar, Heraklit und Simonides. Wahrscheinlich zog er als fahrender Sänger (Rhapsode) von Hof zu Hof und trug seine Lieder und epischen Dichtungen dem adligen Publikum vor. Armut und Blindheit werden ihm zugeschrieben, seine Teilnahme am Sängerkrieg in Chalkis und sein Tod auf Ios bleiben Vermutung.