Das sind die Merkmale dieses dritten Teiles von Tad Williams Fantasyzyklus um Simon Schneelocke und den Sturmkönig.
Inhalt:
Simon ist jetzt tatsächlich ein richtiger Ritter. Während er sich auf dem Abschiedsstein zusammen mit Prinz Josua und dessen Getreuen zum Widerstand gegen König Elias rüstet, schmieden hoch im Norden die uralte und boshafte Nornenkönigin zusammen mit dem untoten Sturmkönig ihre schrecklichen Pläne. Allmählich bringt sie, wie bei einem Schachspiel, ihre Figuren in Stellung für die endgültige Vernichtung der Menschen. Der Hochkönig Elias, ebenfalls eine ihrer Figuren, wird immer seltsamer und die Leute in seiner Umgebung fliehen vor ihm und den Nornen auf dem Hochhorst, während dem scheußlichen Pryrates immer mehr Macht zufällt. Guthwulf der letzte Freund des Königs, ist geblendet und irrt verloren durch das unterirdische Labyrinth der Burg.
Prinzessin Miriamel, Gefangene auf dem Schiff des Grafen Aspitis, hat zu spät begriffen, dass dieser mit Pryrates im Bunde steht. Mit Hilfe einer alten Niskie, der Schiffswächterin, gelingt ihr gerade noch rechtzeitig die Flucht. In einer Kneipe in der Hafenstadt Kwanitupul treffen endlich alle zusammen: Herzog Isgrimnur, Tiamak, Miriamel, Cadrach und genau dort finden sie zu ihrem größten Erstaunen den längst todgeglaubten Helden Camaris. Sie alle machen sich nun auf den gefährlichen Weg zum Abschiedsstein, quer durch die riskanten Wran-Sümpfe. Verfolgt von Aspitis und noch schlimmeren Kreaturen, kommen sie schließlich am Abschiedsstein an.
Unterdessen sind im Lande Hernystir seltsame Dinge im Gange. Prinzessin Maegwin ist mit den Überlebenden ihres Volkes in die Höhlen des heimischen Gebirges geflohen. Dort lebt sie in der Wahnvorstellung mit den Göttern zu reden, die ihr baldiges Eingreifen in den Krieg ankündigten. So kommt es, dass sie, von ihren Visionen getrieben, mitsamt dem kläglichen Rest ihres Volkes ihrem Feind Skali unbewaffnet entgegen zieht.
Inzwischen hat die Belagerung des Abschiedssteins durch Herzog Fengbald begonnen - König Elias hat ihn ausgeschickt weil er Josua unbedingt tot sehen will. Trotz einiger glorreicher Gefechte wird die Lage für die Menschen auf dem Abschiedsstein zunehmend hoffnungslos, denn Fengbald bedient sich nicht nur des Verrates sondern er scheint auch klüger zu sein, als Prinz Josua und seine Verbündeten es angenommen hatten. Wenn aber der schwache Widerstand der Menschen auf dem Abschiedsstein gebrochen wird, bleibt keine Hoffnung für alle Menschen von Osten Ard.
Auch die Sithi reiten in den Krieg, aber sie verfolgen ihre eigenen Pläne, die nur wenig mit denen der Menschen zu tun haben, und so sind die Verteidiger des Abschiedssteins auf sich alleine gestellt.
Wertung:
Wieder volle 5 Sterne für diesen außergewöhnlichen dritten Teil, denn hier ist die Spannung geradezu unerträglich. Not, Verzweiflung und Tapferkeit, Schwäche, Angst und Hoffnung, überraschende Wendungen, eine differenzierte Handlung, scharf gezeichnete Persönlichkeiten und eine fast arabeske Beschreibung der kleinsten Details machen aus der Nornenkönigin einen unvergleichlichen Lesegenuss.
Aber was sage ich? Wer die ersten beiden Bände schon intus hat, wird sich sowieso durch nichts mehr von der Lektüre dieses Zykluses abhalten lassen. Daher mein einziger Rat: Telefon ausstöpseln, Türe verrammeln und eintauchen in die atemberaubende Welt von Osten Ard.