Die ersten Sonnenstrahlen blinzeln mir ins Gesicht, ich gehe Ruhsam an den Klostermauern entlang.
Zu viel musste ich hinnehmen in diesem kleinen beschaulichen Ort namens Loudun,
die ersten Glockenschläge erklingen, ein paar Nonnen gehen über den Hof, gucken mich begierig an,
in mir ein Unwohlsein und ahnend was die nächsten Tage passieren wird.
Dieser Mann das bin ich Urbain Grandier und seine Geschichte ist meine...
Valentine, ein stummes Waisenmädchen tritt in das Kloster Loudun ein.
Dort fand, vor einiger Zeit, der Prozess gegen mich statt,
wodurch ich durch einer Intrige, aus Sexuellen Ausschweifungen und krankhafter Eifersucht,
der nun amtierenden Mutter Oberin Johanna auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurde.
Als ein weiterer Mord geschieht,
findet unter der Leitung des Inquisitors Heinrich List eine Untersuchung des Mordes und anschließend ein Prozess statt.
Man bezichtigt ausgerechnet die stumme Novizin Valentine des Mordes.
Sie soll durch Hexerei eine unheilige Verbindung mit dem Teufel eingegangen sein!
Doch vielleicht bin auch ich es der sich aus der Asche empor gehoben hat um Rache an den Ursulinen zu nehmen.
Und was spielt die "blutende Nonne" für eine Rolle, die wie ein Geist durch das Kloster streift, weil sie keine Ruhe finden kann?
Seit dem letzten grandiosen Meisterwerk "Die Blutgräfin" wurde uns nun eine weitere Geschichte aus der Vergangenheit in unserem da sein zum Leben erweckt.
Weit weniger Blutig wie das Vorgängeralbum, aber umso tiefgründer präsentiert hier Liedermacher David A. Line seine "Nonnen von Loudun" (Rock Version).
Das ganze Album ist wie aus einem Guss und erzählt die Geschichte von Besessenen Nonnen, lüsternen Begierden und Morden.
Man verfolgt die Geschichte von Johanna die begierig darauf wartet das ihr geliebter Grandier ihr erscheint bis sie aus Eifersucht eine Intrige an den Tag bringt, so das Grandier eingekerkert auf sein Verurteilung wartend mit dem Wissen das nur er, Ihr allein gehören soll.
Jahre später, anbetend ihren Grandier Altar in der Hoffnung das sie einen Tages mit ihm vereint wird,
taucht immer wieder eine blutende Nonne auf um sie zu warnen vor Ihm.
Eine weitere Nonne namens Luise plagen Träume von Lust und Sehnsucht.
Die gerade ins Kloster eingetreten schöne Valentine wird von Johanna missgünstig verhöhnt,
auch die anderen Nonnen wollen sie nicht willkommen heißen.
Immer mehr steigern sich ihre gelüste und fangen an zu fantasieren.
Ein Mord, Luise ist Tod,
aufgescheucht und im Wahnsinn betrübt wird vom Teufel geredet der sich in der Gestalt von Grandier zeigt und das Valentine es getan haben soll.
Nun muss sie sich einen Prozess über sich ergehen lassen der von Heinrich List geführt wird,
eingekerkert wie einst Grandier, von den anderen Nonnen bezichtigt mit dem Teufel im Bunde zu sein, mehrere aussagen folgen,
das der Teufel sie getrieben hat um Luise's Tod einzufordern dem Valentine ebenfalls auf einem Scheiterhaufen folgen soll.
Johanna ist alt geworden und sehnt sich nur noch dem einen das ihr Geliebter wieder zu ihr zurück kehrt und betend am Beichtstuhl ihrem Schicksal entgegen...
Wie man liest ist die Geschichte recht umfangreich, ich könnte mehrere Seiten schreiben
aber man will ja dem Leser nicht zu viel des guten Verraten.. :)
Man merkt eine deutliche Steigerung zum vorangegangen Album, das sich noch mehr tiefgründiger
mit der Menschlichen Seele beschäftigt und insgesamt eine sehr traurige Geschichte ist.
Klanglich wurde noch eins drauf gesetzt, Operetten gleich wird hier mit allerlei Instrumenten gewerkelt,
die vielschichtiger nicht hätten sein können.
Der Gesang von Greta Csatlós klingt wie zu "Kiss of Death" Zeiten, Kindlich naiv und verspielt, voller Emotionen die einen Mitfühlen lassen,
David A. Line hat auch seinen Gesangpart mehr Deutung gegeben, so hört man ihn öfter als in der Vorherigen Alben,
"Weiber" hat es mir besonders angetan da Stimmlich
und Musikalisch es Hand in Hand geht und nicht nur wegen dem Text.. ;)
Das Artwork sollte auch hier wieder besondere Beachtung finden, auch wenn das Cover sehr Monoton wirkt so ist doch alles auf diesem was das Album ausdrückt,
da wäre Valentine, Nonne, der Dolch und der unaufhaltsame Blutstrudel der sich wie eine Lebenslinie zusammen gekrümmt hat.
Es gibt jede Menge sehr gelungener Fotos die die einzelnen Textpassagen unterstreichen,
dazu Bühnenanweisungen und wunderschöne Zeichnungen von Greta Csatlós die man sich am liebsten übers Bett hängen möchte.
Was Untoten hier wieder geschaffen haben, ist phänomenal und sucht seines gleichen,
soviel Intensivität und Feingefühl für die Dramatik werdet ihr auf kaum ein anderes Album finden.
Lasst eure Phantasie beflügeln und taucht ein ins Kloster von Loudun.