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Produktinformation
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Paul Auster scheint Kriminalgeschichten zu mögen, eine Anziehung zu Bettlern und für völlig ins Abseits rutschende Gestalten zu haben. Warum dies den handelnden Personen letztlich widerfährt, bleibt eigentlich rätselhaft. Ist es Zufall? Liegt es im Charakter der Personen bereits begründet? Vermutlich beides. Die Personen haben von Anfang an etwas morbides, selbstzerstörerisches, das ihnen im Laufe der drei Romane zum Verhängnis wird. Es gibt keine Figur in den Romanen, die ein "normales" Leben hat. Es gibt höchsten so etwas wie einen Zustand, der zu Beginn der Geschichte als "Normalität" gelebt wird. Aber im Grunde sind alle Ausgangssituationen von Anfang an verrückt und tragen den Keim der Selbstzerstörung schon in sich. Es sind also drei absurde Romane, die als scheinbare Dedektivgeschichten daher kommen.
- Im ersten Roman wird ein Kriminalautor durch eine Verwechslung, die er bewußt akzeptiert, ungewollt zum Penner und ist am Ende ungeklärt verschwunden.
- Im zweiten Roman wird ein Privatdedektiv auf einen Mann angesetzt, von dem er am Ende erfährt, daß es sein Auftraggeber ist und dieser ihn gleichzeitig beobachtet.
- Im dritten Roman - dem für mich stärksten - veröffentlicht ein Mann die Romane, Gedichte und Theaterstücke seines verschollenen Jugendfreundes und erhält dann überraschend einen Brief von dem vermeintlich Gestorbenen. Daraufhin gerät sein Leben aus den Fugen und er kann es nur unter großer Mühe wieder einigermaßen ins Lot bringen.
Paul Auster hat es sich in diesem Buch (ich kenne kein anderes) zur Aufgabe gemacht, die Zerbrechlichkeit durch äußere scheinbare Nichtigkeiten eines vorher funktionierenden Lebens aufzuzeigen. Die Zerstörung des Lebens findet allmählich statt, kaum merklich wie ein Gleiswechsel, bis die Figur plötzich erkennt, daß sie auf der falschen Schiene in die falsche Richtung läuft. Dann ist es jedoch zu spät. Wie Auster das macht, ist äußerst geschickt, stilistisch interessant und gekonnt. Häufig nimmt er das Endergebnis einer Situation schon vorweg ("Später wußte ich, das war ein Fehler..."). Trotzdem bleibt die Handlung und die Erzählweise sehr spannend. Die Einflechtung einer Beobachterperson am Ende des ersten Romans, die dann als Ich schreibt, ist schon verrückt.
Zugleich ist diese Beobachterhaltung, die auch die Romanfiguren selbst schon haben, mein Kritikpunkt, da sie eine kühle Distanz auf alle Geschichten aufrecht erhält.Als Leser läßt man sich wenig auf Austers Figuren ein, man bleibt immer ein wenig außen vor. Im dritten Roman ist das etwas anders. Als Leser empfindet man stark mit dem Mann mit, der das Leben seines Jugendfreundes zu rekonstruieren versucht. Deshalb finde ich Hinter verschlossenen Türen auch den besten Teil.
Andererseits vermittelt Auster durch diese Kühle etwas von der Großstadtanonymität und der sozialen Kälte, die Menschen dort erfahren können. Das ist interessant, äußerst interessant sogar. Aber ich persönlich möchte berührt werden. Für mich soll ein Buch irgendwo ans Herz greifen. Deshalb finde ich die Erfahrung mit Paul Auster sehr, sehr lesenswert, aber am Ende ein wenig zu kühl.
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