An Ihren Kindle oder ein anderes Gerät senden

 
 
 

Kostenlos testen

Jetzt kostenlos reinlesen

An Ihren Kindle oder ein anderes Gerät senden

Jeder kann Kindle Bücher lesen  selbst ohne ein Kindle-Gerät  mit der KOSTENFREIEN Kindle App für Smartphones, Tablets und Computer.
Die Neuromancer-Trilogie: Roman
 
Größeres Bild
 

Die Neuromancer-Trilogie: Roman [Kindle Edition]

William Gibson , Peter Robert
3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (57 Kundenrezensionen)

Kindle-Preis: EUR 8,99 Inkl. MwSt. und kostenloser drahtloser Lieferung über Amazon Whispernet

‹  Zurück zur Artikelübersicht

Produktbeschreibungen

Amazon.de

"Der Himmel über dem Hafen hatte die Farbe eines Fernsehers, der auf einen toten Kanal geschaltet war." Mit diesem denkwürdigen Satz beginnt das 1984 erschienene Erstlingswerk von William Gibson. Damals ahnte noch niemand, dass dieses unscheinbare Taschenbuch einmal zu den besten und einflussreichsten Romane der Science Fiction gezählt werden würde.

Neuromancer erzählt die Geschichte des ehemaligen Cyber-Cowboys Case, der sich ausgebrannt auf den finsteren Straßen von Tokio herumschlägt. Der geheimnisvolle Armitage nimmt ihn in seine Dienste und stellt ihm die schöne und gefährliche Molly an die Seite. Seiner Rückkehr in den Cyberspace steht nichts mehr im Wege.

Eine gewisse atmosphärische und stilistische Verwandschaft zu Raymond Chandler kann Gibson nicht verleugnen, und John Shirleys Stadt geht los hat ihn erklärtermaßen sehr beindruckt. Doch die glitzernden Wohntürme von Neo-Tokio und das Eintauchen in virtuelle Welten sind ganz seiner Phantasie entsprungen. Autoren wie Neal Stephenson (Snow Crash) oder Jeff Noon (Pollen) wären ohne ihn nicht denkbar, von einer ganzen Horde drittklassiger Cyberpunk-Epigonen ganz zu schweigen.

John Womack schreibt in seinem Vorwort, er könne "die Wirkung dieser Veröffentlichung auf die Science Fiction-Leser wohl nur mit der Wirkung des plötzlich elektrisch verstärkt spielenden Bob Dylan auf seine Hörerschaft vergleichen". Die schön ausgestattete Neuausgabe der ganzen Neuromancer-Trilogie in einem Band in der von Peter Robert sorgfältig überarbeiteten Übersetzung bietet eine hervorragende Gelegenheit, dieses Meisterwerk zu entdecken -- oder wiederzulesen. Mit den beiden in diesem Buch mitenthaltenen Folgebänden Biochips und Mona Lisa Overdrive bewies Gibson, dass sein Debüt keineswegs eine Eintagsfliege war. --Felix Darwin

Pressestimmen

"William Gibson ist gelungen, wovon jeder Schriftsteller träumt: Er hat die Welt verändert." (Jack Womack)

Kurzbeschreibung

Das Buch, mit dem William Gibson die Welt verändert hat


Mit dieser Romantrilogie schuf William Gibson, der bedeutendste Science-Fiction-Autor unserer Zeit, einen modernen Mythos: den »Cyberspace«. Es ist die rasante Welt hinter dem Bildschirm, eine künstlich erzeugte Realität, in der alles möglich scheint. Gibson inspirierte damit Wissenschaftler und Philosophen, Computerhersteller und Künstler gleichermaßen – und half so, die Welt zu schaffen, in der wir heute leben. Für Bücher wie dieses wurde die Science Fiction erfunden!


Über den Autor und weitere Mitwirkende

William Gibson wird 1948 in South Carolina geboren. Er verliert früh seinen Vater und lebt bis zu seinem fünfzehnten Lebensjahr mit seiner Mutter in einer 2000-Seelen-Gemeinde in Virginia. Um seiner Vietnam-Einberufung zu entgehen, zieht er 1967 nach Kanada. Während seines Studiums der Englischen Literatur beginnt William Gibson Science-Fiction-Geschichten zu schreiben. In seinem 1984 erschienenen ersten Roman "Neuromancer", den er auf der Schreibmaschine schreibt, erfindet er den Begriff Cyberspace. William Gibson lebt mit Frau und Kind in Vancouver (Kanada).

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Vorwort

von Jack Womack

Es ist wohl tausend Jahre her, daß ich das erste Mal von William Gibson gehört habe. Man schrieb 1987, und ich wartete darauf, daß mein erster Roman endlich erscheint.
In so einer Situation beginnt man sich für die Konkurrenz zu interessieren - nicht, daß ich auch nur die geringste Ahnung gehabt hätte, wer diese Konkurrenten sein könnten: wenn es um Science Fiction ging, war ich reichlich
ahnungslos. Die Aliens in meiner eigenen Welt waren mir fremdartig genug - und sind es noch heute. Da erschien in der Village Voice eine enthusiastische Besprechung eines Buches mit dem Titel »Count Zero« (dt. Biochips), und aus den Einlassungen des Rezensenten schloß ich, daß frühere Bücher des Autors für einiges Aufsehen gesorgt haben müssen. So eine Besprechung bringt einen ins Grübeln: Dieser Gibson da schien bereits seine Duftmarken überall hinterlassen zu haben, während mein epochales Werk noch auf Eis lag. Wie es ein glücklicher
Zufall wollte, verdiente ich mein Geld seinerzeit in einer Buchhandlung, deren Besitzer zwar lieber LITERATUR verkaufte als Literatur, aber immerhin ein Exemplar von »Count Zero« auf Lager hatte. Das habe ich dann gelesen.
Bald wurde mir klar, daß wir ähnliche Ziele verfolgten, aber durchaus in verschiedenem Schuhwerk - wie ich seine Fußstapfen bewunderte und beneidete! Ich war beruhigt. Auf dem Schutzumschlag sah ich das unvermeidliche Autorenphoto an. »Umgänglicher Zeitgenosse«, war mein erster Gedanke. Er war nicht so unerträglich autormäßig - ich denke da an Schriftsteller, die sich mit ihrem
Hund ablichten lassen oder recht fragwürdige medizinische Gerätschaften in Händen halten. Oder sich Gel ins Haar schmieren, bis die Frisur wie ein fetter Kuchen am Kopf klebt. Gibson dagegen sah ein bißchen dusselig drein, leidend auch, als würde es gerade anfangen zu regnen und der Photograph ermahnte ihn mit harschen Worten, sich keinesfalls zu bewegen. Das war mir vertraut.
Damit konnte ich mich identifizieren.
Bis das nächste Umschlagbild fällig war - für »Mona Lisa Overdrive« - hatte Gibson genug Zeit, sich in jenen Mode-Crack zu verwandeln, der er heute ist, weltmännisch, schlank, akkurat gekleidet, alles in allem unangreifbar und wasserdicht wie eine schwedische Pilotenarmbanduhr Jahrgang 1947. Post-Cyberpunk, wenn man so will, aber zu der Zeit wollte noch keiner, weil die Oberflächenbedeutung des C-Wortes erst im Entstehen war. Dafür drängelte
sich ein anderes C-Wort langsam und zugleich blitzschnell in unser Bewußtsein, das aus den Tälern südlich von San Francisco und östlich von Seattle kam.
Der Himmel über dem Hafen hatte die Farbe eines Fernsehers, der auf einen toten Kanal geschaltet war.
Große Romane haben große erste Sätze, und der erste Satz von »Neuromancer« ist schwer zu überbieten. Zwar zeigen tote Fernsehkanäle heutzutage ein anderes Geflimmer als zu der Zeit, in der Gibson diesen Satz auf seiner - man stelle sich vor - Schreibmaschine tippte, doch immer noch, ja immer noch, ist die Tönung jenes vorhergesagten Himmels aufs engste verwandt mit jenem Himmel, der
sich heute über unseren Köpfen wölbt.
Wenn ich heute als einer, der nicht wirklich dabei war, auf die Zeit zurückblicke, als »Neuromancer« erschien, und die Gunst nutze, daß seither einige Jahre vergangen sind, dann kann ich die Wirkung dieser Veröffentlichung
auf die Science-Fiction-Leser wohl nur mit der Wirkung des plötzlich elektrisch verstärkt spielenden Bob Dylan auf seine Hörerschaft vergleichen. Zwar hat Gibson das Fundament bereits mit seinen noch älteren Kurzgeschichten gelegt, von denen mir »The Gernsback Continuum« (dt. Das Gernsback-Kontinuum) die liebste ist, aber »Neuromancer« war dann doch etwas anderes. Ein Gibson, der über die volle Distanz geht, knallt einem seine Teslastarke Dröhnung nicht nur zwischen die Ohren, sondern stopft sie einem gleich noch das Rückgrat runter, daß die
Chakras bloß noch so um die Körperachse torkeln. Der Unterschied zwischen einer Gibson-Kurzgeschichte und einem Gibson-Roman ist der zwischen Kaffee und Methedrin.
»Neuromancer«, von der Kritik gepriesen in jeder denkbaren Zeitschrift, gewann auf Anhieb drei der wichtigsten Genre-Preise; trotzdem hatte es seit den Tagen der New Wave, in den 60er Jahren also, nicht mehr soviel Konsternierung gegeben wegen eines Buches und so viele Fehleinschätzungen, was die Bedeutung des Romans angeht, durch jene, die es eigentlich besser wissen sollten,
es aber nie besser wissen.
In der Retrospektion kann man leicht feststellen, daß es nicht Gibson war und auch nicht »Neuromancer«, die jene in Gesicht und Hintern traten, denen etwas Gesicht- und Hinterntreten nicht schaden konnte. Es waren vielmehr einige Meinungsäußerungen aus Gibsons, na ja, besonders ergebener Gefolgschaft. Bruce Sterling fuchtelte die ganze Zeit wie ein Verrückter mit seinen Manifesten und
Hetzschriften herum, die mit Absicht über jedes Maß und Ziel hinausschossen, und er hatte recht mit seiner Annahme, daß ein Höchstmaß an Generve auch ein Höchstmaß an Spaß bringe. Andere - und nicht wenige darunter, die sich bis zu diesem Zeitpunkt nie mit Science Fiction abgegeben hatten und dabei hätten bleiben sollen - nahmen das, was bald Cyberpunk heißen würde, viel ernster
als es gut für sie war. Böse Spitzen prasselten allerorten auf die ebenso dickköpfigen wie einfältigen Befürworter und Gegner nieder, aber der Spaß, den das Getümmel bot, war auch nicht zu verachten: Schließlich weiß man einen guten Kampf zu schätzen, auch wenn man die Kämpfenden nicht unbedingt mag.
Am meisten hat die Leute aber die geschwinde Transformation des Wortes Cyberpunk in ein eingetragenes Warenzeichen verärgert - innerhalb, vor allem aber jenseits
des Genres -, Gibson selbst ganz besonders, der sich mit Gruseln daran erinnert, auf seinem ersten Japan-Trip - keine zehn Jahre ist das her - in einem Schaufenster Werbung für »Cyberpunk-Hosen« gesehen zu haben.
Zahllose Beutelschneider und widerliche Gierschlunde, die glaubten, auf eine Goldader gestoßen zu sein, verschwendeten keine Sekunde und klotzten mit heißer
Nadel gestrickte Produkte mit der Lebensdauer von Klopapier und der Nachhaltigkeit von Call-A-Pizza-Flyern auf den Markt. Dann waren da noch genug Unschuldslämmer und auch Bösewichte, die sich aufgerufen fühlten - Gnade ihnen Gott -, das Eisen zu schmieden, solange es noch heiß war, und in ihrem Metier Elaborate aus diesem vermeintlichen Subgenre »Cyberpunk« auf den Markt zu bringen, die den obengenannten Wunderwerken der Vergänglichkeit in nichts nachstanden. Aber decken wir über so dämliche Hommage-Versuche wie Billy Idols »Cyberpunk«-LP den Mantel des Schweigens - ich wette, das Teil hatten Sie bereits vergessen, oder? Das neue Monsterding hatte jedenfalls keine Chance, all das zu überstehen, speziell, als sich die Marketing-Jungs bereitmachten für den Fangschuß. Das wirkliche Ende des Cyberpunk kam jedenfalls so plötzlich und schnell, daß es den meisten von uns erst Jahre später aufgefallen sein dürfte, daß da etwas fehlt. Trotzdem - es gibt ja auch ein paar romantische Geister, die bis in die 30er Jahre hinein Brieftauben gesehen haben wollen -, trotzdem wird von Amateuren gelegentlich vermeldet, man habe sowas ähnliches wie Cyberpunk gesichtet.
Cyberpunk qua Cyberpunk hat auf lange Sicht nur ein paar faulen Journalisten und einfallslosen Klappentextschreibern als nützliche Worthülse gedient. Dabei wußten nicht einmal jene wenigstens zum Teil eingeweihten SF-Kenner, die damals debattierten, Verteidigungsschriften verfaßten oder Gibson verunglimpften, was er da eigentlich trieb - mal abgesehen davon, daß er es selbst nicht so genau wußte, jedenfalls nicht damals. Kein Schriftsteller weiß, was er oder sie da schafft, bevor das Buch nicht bei seinen Lesern angekommen ist. »Neuromancer«
war zu allererst ein Schrei in einer Nacht, die man 80er Jahre nannte, die heute 90er Jahre heißt und die, wie es...

‹  Zurück zur Artikelübersicht