Die schöne Mercy Merrick kommt aus einem so genannten Besserungshaus, in welches sie ohne eigenes Verschulden geraten ist. Jeder, der von ihrer Vergangenheit erfährt, wendet sich voller Verachtung von ihr ab. Auch die erste Person, der sie jemals von sich aus ihre Lebensgeschichte enthüllt, weil sie in ihr eine Freundin zu finden hofft, ist da keine Ausnahme. Es ist Grace Roseberry, die auf dem Weg zu einer alten Freundin ihres verstorbenen Vaters in England ist, bei der sie als Gesellschaterin arbeiten wird. Sie trifft Mercy in einem der französischen Feldlazarette, wo diese als Krankenpflegerin arbeitet. Gerade als Mercy Grace alles erzählt hat, wird das Lazarett angegriffen. Grace wird von einer Granate getroffen und von einem französischen Arzt für tot erklärt. Nachdem Mercy lange mit sich gerungen hat, entschließt sie sich, die Identität der Toten anzunehmen und macht sich so auf den Weg in eine gesicherte Zukunft. Im Haus von Lady Janet Roy ist sie schon bald bei allen beliebt und verlobt sich sogar mit ihrem Neffen, Horace Holmcroft. Eines Tages jedoch taucht unerwartet die vermeintlich Tote auf, die ihre Rechte geltend machen will und auf Rache sinnt...
Das Buch ist wirklich fesselnd und unterhaltsam. Es ist dem Autor hervorragend gelungen, die Entwicklung einer äußerst charakterstarken Person darzustellen. Obwohl sie die wahre Grace Roseberry für tot hält, hat sie Gewissensbisse. Diese werden enorm verstärkt, als Grace auf einmal auftaucht. Es glaubt ihr zwar niemand, aber Mercy weiß doch, dass sie die Wahrheit sagt, und es widerstrebt ihrem redlichen Charakter, das Spiel weiterzuführen. Dennoch ist es ein langer und mühsamer Weg, den sie nicht zuletzt mit Hilfe des Predigers Julian Grey besteht, bis Mercy ihre Lüge eingesteht. Während der ganzen Zeit sieht man deutlich den Unterschied zwischen Mercy und Grace. Obwohl Mercy als ehemalige Prostituierte Bewohnerin des Besserungshauses war, hat sie einen aufrichtigen und edlen Charakter, während Grace niederträchtig und rachsüchtig handelt.
Deshalb muss ich sagen, dass das Buch durchaus lesenswert ist, auch wenn ich normalerweise solche Bücher nicht gerne lese. Dafür hat es mir überraschend gut gefallen