Der erste Band der neuen Fantasysaga von Monika Felten hierlässt bei mir einen gemischten Eindruck. Die Autorin hat zweifellos einen flüssigen, wunderschönen Schreibstil, aber es gibt auch ein paar offensichtliche Mängel. So vergeht fast keine Seite auf der nicht mindestens einmal "die junge Wunand, der junge Onur" steht. Das kreide ich nicht mal der Autorin an, sehr wohl aber ihrem Lektorat, das so offensichtliche Wiederholungen einfach bemerken muss.
Das größere Manko ist jedoch die Geschichte. Es ist nicht so, das sie uninteressant ist. Im Gegenteil! Die Grundidee und auch die Welt von Nymath ist interessant und sehr gut beschrieben, aber es passiert einfach zu wenig in "Die Nebelsängerin". Keine überraschenden Wendungen - alles plätschert so vor sich und passiert genauso, wie man sich das so vorstellt.
Dabei schafft die Autorin etwas ganz außerordentliches in ihrem Roman. Ihre auf dem ersten Blick böse erscheinenden Uzomas sind eben nicht nur böse. Sie haben das gleiche Anrecht auf Nymath, wie die anderen Völker. Dies ist ein Punkt, den es selten in Fantasyromanen gibt, denn meistens sind gut und böse doch recht klar definiert. Ich hoffe, die Autorin baut diesen Aspekt noch aus. "Die Nebelsängerin" ist jedoch insgesamt gesehen ein Fantasyroman, der leider nicht aus der Masse der Veröffentlichungen herausragt.
Da die Geschichte jedoch ein großes Potential birgt, freue ich mich dann doch auf die Fortsetzung "Die Feuerpriesterin", die im Herbst 2005 erscheinen wird.